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Antimissionierungsgesetz bedroht Christen in Algerien

18. Februar 2008 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Ein muslimischer Arzt wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er Medikamente der Caritas verwendet hatte.


Frankfurt am Main (www.kath.net) Seit Anfang 2008 wird in Algerien ein Anti-Missionierungs-Gesetz umgesetzt, das im Sommer 2006 in Kraft getreten war. Das Gesetz bedroht zunehmend die kleine christliche Minderheit im nordafrikanischen Algerien, warnt jetzt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Sie ist beunruhigt über die Zunahme von Gerichtsverfahren, Verurteilungen aus nichtigen Gründen und die Einschränkung kirchlicher Tätigkeit. Auch sei von muslimischen Geistlichen dazu aufgerufen worden, Mission zu unterbinden, wissen die Menschenrechtler.

 In dem zu 99 Prozent islamischen Land Algerien, in dem der Islam Staatsreligion ist, wurde jetzt ein katholischer Priester aufgrund des Dekretes zur Regelung der religiösen Praxis nichtmuslimischer Gemeinschaften wegen Teilnahme an einem Gebetstreffen afrikanischer Christen am 29. Dezember 2007 zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Nach Angaben der Behörden habe es für den Ort des Treffens keine Zulassung gegeben. Bei der gleichen Verhandlung wurde nach Angaben von Middle East Concern ein muslimischer Arzt zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er Medikamente benutzt hatte, die er durch Vermittlung der katholischen Caritas erhalten hatte.

 Der Prozess gegen die drei Christen Youssef Ourahmane, Hamid Ramadani und Rashid Essaghir, der am 12. Februar stattfinden sollte, wurde vertagt. Wegen angeblicher Beleidigung des Islam wurde ihnen bereits drei Jahre Gefängnis angedroht.

Gegen zwei weitere Christen sind Prozesse für den 5. März und den 2. April 2008 anberaumt worden. Mindestens sieben lokale christliche Gemeinden wurden wegen fehlender staatlicher Lizenzen geschlossen.

 Die Aufenthaltserlaubnis für lateinamerikanische Priester, die für katholische Kirchengemeinden tätig sind, wurde aufgehoben. Das Kirchenpersonal ist von einer systematischen Verweigerung von Einreise-Visa betroffen.

 Die IGFM fordert Algerien auf, die Religionsfreiheit der Nichtmuslime zu achten, die geschlossenen christlichen Gemeinden wieder zu öffnen, die Prozesse gegen Christen zu beenden, den verurteilten muslimischen Arzt freizulassen und die Einreise und den Aufenthalt für Kirchenpersonal zuzulassen.



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