12 Januar 2005, 09:42
Ein Heldenpriester in der NS-Zeit
 
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Dekan Friedrich Seitz war von 1940 bis 1945 im Konzentrationslager Dachau sowie in Mauthausen inhaftiert und rettete vielen das Leben.

Schallodenbach (www.kath.net) Einen mutigen Gegner des Nationalsozialismus ehrt die Pfarrei Schallodenbach, wie das Bistum Speyer bekannt gab. Das Pfarrheim der nordpfälzischen Gemeinde wird ab dem 30. Januar den Namen von Dekan Friedrich Seitz tragen, der von 1940 bis 1945 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war.

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Anlass ist der 100. Geburtstag des 1949 verstorbenen Pfarrers von Schallodenbach und Dekans des Dekanats Kaiserslautern. Friedrich Seitz war der erste reichsdeutsche Priester, der im Sommer 1940 in das berüchtigte KZ Dachau eingewiesen wurde. Die Nationalsozialisten machten ihm zum Vorwurf, er habe „das gesunde Volksempfinden gröblichst verletzt, indem er die im Verkehr mit Polen gebotene Zurückhaltung vermissen ließ“.

Das „Vergehen“: Der Schallodenbacher Seelsorger hatte polnische Fremdarbeiter, die als Aushilfen bei Landwirten beschäftigt waren, in seinem Pfarrhaus gastfreundlich aufgenommen und bewirtet. Außerdem hatte er in der Kirche dazu aufgefordert, die Kinder anzuhalten, die Polen nicht zu beschimpfen.

Bereits zuvor war Seitz als Kaplan in Zweibrücken, St. Ingbert und Ludwigshafen als scharfer NSDAP-Kritiker aufgetreten. Aufenthaltsverbot, Hausdurchsuchungen, Anzeigen, Verhöre, Ermittlungsverfahren, Verwarnungen durch die Polizei, Unterrichtsverbot - die Liste der Maßnahmen, mit denen die Nationalsozialisten gegen den 1905 in Mayen geborenen Priester vorgingen, füllt in der Dokumentation „Priester unter Hitlers Terror“ fast eine ganz Seite.

Als Häftling in Dachau sowie einige Monate im österreichischen KZ Mauthausen-Gusen hinterließ Seitz bei seinen Mitgefangenen einen tiefen Eindruck. In einem Nachruf hieß es: „Tausenden von Österreichern ist er bekannt als ein Heldenpriester, der gerade in Mauthausen-Gusen hunderten, wenn nicht tausenden durch seine wohlorganisierte, unerschrocken betätigte Caritas das Leben gerettet hat.“

Foto: Bistum Speyer

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