03 Juni 2004, 20:30
Die demographische Vergreisung Europas und der Islam
 
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Eine Analyse von Weihbischof Andreas Laun (Salzburg): Ursache der demographischen Katastrophe ist die schon lange andauernde liberal-atheistische Politik in ganz Europa.

I. Eine Geschichte

Ein Dorf, herrlich gelegen, die Leute leben gut. Im Rahmen der bischöflichen Visitation gibt es auch ein Gespräch mit der Gemeinde. "Was sind die Anliegen des Bischofs?", fragt der Bürgermeister. Meine Antwort: "Wie viele Kinder müssten 2004 in Ihrem Dorf geboren werden, damit Sie in den nächsten Jahrzehnten nicht aussterben?" Dann erläutere ich meine Frage und erinnere an die ständig wachsende Zahl von Muslimen in Europa. "Sie haben völlig recht, Herr Bischof," sagt der Bürgermeister, fährt aber fort: "Mehr Kinder können wir uns nicht leisten." Früher waren die Menschen in dieser Gegend sehr arm, heute sagen sie, sie könnten sich ihre Zukunft nicht mehr leisten. Niemand scheint erschrocken zu sein oder sich um seine Enkel zu sorgen. Im Gegenteil: "Ich erlebe den Zusammenbruch ohnehin nicht mehr." Verhaltenes Lachen. Darauf ich: "Wenn Sie wüssten, dass Ihrem Dorf eine gefährliche Lawine droht: Würden Sie sagen, dass Sie sich den Lawinenschutz nicht leisten können?" Schweigen. Ich mache es anschaulich: "Ich würde auf dem Lawinenkegel stehen und den Reportern erklären: Die reichen Leute liegt hier unter dem Schnee konnten sich den Lawinenschutz leider nicht leisten..." Einer der Gemeindevertreter meldet sich: "Der Pfarrer sollte ein paar Kinder zeugen!" Gelächter, kurz darauf Ende des Gespräches.

II. Die demographische Vergreisung Europas und der Islam

Aller Diskussion gehen folgende Tatsachen voraus:

· Wenn in Europa nicht sehr bald eine radikale Änderung kommt, wird es weiter vergreisen. Greise sterben.

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· In das Vakuum strömen andere Völker ein und fordern nach Maßgabe ihrer Größe politische Macht.
· Noch nie in der Geschichte haben mächtige Gruppen oder Länder freiwillig auf Macht verzichtet. Das ist bei den Muslimen nicht anders, zumal ihnen ihre Religion das Durchsetzen ihrer Macht gebietet.

Sollen wir uns fürchten oder kann uns das gleichgültig lassen? Folgende Denkmöglichkeiten bestehen:

1. Das Wunsch-Szenarium der christlichen Europäer

Die Muslime haben unsere Rechts- und Werteordnung schätzen gelernt und das Miteinander von Muslimen und Christen "funktioniert" wie wir Europäer es uns wünschen und so, wie es die Kirche einmahnt. Es entsteht ein intensiver Dialog der Religionen, und viele Muslime lassen sich auf Grund der Erfahrung mit echten Christen und unter dem Eindruck der Überlegenheit des Evangeliums im Vergleich mit dem Koran taufen. Möglicherweise weckt die herausfordernde Präsenz des Islam die Christen auf und sie entwickeln mit der Hilfe Gottes neue missionarische Kraft.

Auf der politischen Ebene verbünden sich die muslimischen Parteien mit den Christen gegen die europäischen Atheisten: Die christlich-muslimische Zusammenarbeit ermöglich, die Pornographie einzudämmen, den ungeborenen Kindern den Schutz des Gesetzes zurückzugeben und Absurditäten wie eine "Homo-Ehe" gehören nur noch ins Kuriositäten-Kabinett der Rechtsgeschichte.

2. Das Wunsch-Szenarium der liberalen Europäer

In den Augen der liberalen Europäern ist der Islam genauso "Privatsache" wie das Christentum - und belanglos. Sie wollen nur nicht gestört werden von irgendwelchen religiösen Allüren. Die Muslime sollen nur kommen und brav arbeiten, sich unauffällig verhalten und nicht lästig sein. Oder anders gesagt: Die Muslime sollen werden wie die lauen Christen, deren Religion ja auch nicht stört.

3. Das Wunsch-Szenarium der überzeugten Muslime

Istanbul wurde vor 1000 Jahren eine muslimische Stadt, jetzt ist Rom an der Reihe, hat kürzlich ein führender Muslim in Italien gesagt. Tatsache ist: Der Islam will Europa muslimisch machen. Da der Islam zwischen Staat und Religion nicht trennt, werden die Muslime Europa in ein muslimisches Land verwandeln wollen. Vielleicht nicht in ein "radikal" muslimisches Europa, aber was heißt "radikal" und worin besteht ein "nicht-radikaler" muslimischer Staat? Islamisches Europa "light"? Wie würde es ausschauen? Was bedeutet es für die Juden und Christen, für die Frauen, für den Umgang mit islamisch unerwünschten Gruppen? Sollten sich die künftigen Großeltern schon jetzt darauf einstellen, dass ihre Enkelinnen vielleicht Tschador tragen müssen? Niemand kann ausschließen, dass in einem islamisch dominierten Europa radikale Kräfte an die Macht kommen werden und dass europäische Talibans aus Europa ein "radikal" islamisches Land machen wollen. Es mag nicht sehr wahrscheinlich sein, ausschließen kann man es aber nicht. Wie ginge es dabei den Juden und Christen? Sie wären im besten Fall "Dhinnis ", Bürger zweiter Klasse, im schlechtesten Fall Sklaven oder Verfolgte.

Man mache den Muslimen keinen Vorwurf: Warum sollten sie ein mehr und mehr verödendes Europa nicht in Besitz nehmen? Welche europäische Kultur sollte sie beeindrucken: Unsere modern-absurden "Kunstwerke" aus Schrott? Unsere Homo-"Ehen"? Unsere sexuelle Unmoral, die wir unseren Kindern in der Schule lehren? Unser modernes Theater, in dem die Schauspieler auf Toiletten sitzen oder in Unterwäsche auftreten müssen? Unsere Weigerung, Gott und Sein Gesetz öffentlich auch nur zu nennen? Unsere Verhöhnung der Religion, die wir "Freiheit der Kunst" nennen? Unseren Zynismus, mit dem Ethikkommissionen die Tötung unserer eigenen Kinder vor der Geburt "legitimieren"? Wäre es eigentlich so schade um dieses Europa? Die Muslime antworten mit Nein und wollen folgerichtig ihr islamisches Europa bauen.

Wir leben in einer Zeit, in der man wie nie zuvor gelernt hat, die Kultur unserer Vorfahren freizulegen, zu restaurieren, zu bewahren. Notwendig wäre es, dies auch auf der geistigen Ebene zu tun. Dies würde bedeuten: Wir tragen den genannten Schutt ab und errichten das moderne Europa auf seinen jüdisch-christlichen Fundamenten neu. Darin bestünde die vielgenannte "Beseelung" Europas. In einem solchen Europa hätten auch die Muslime die Freiheit, als Muslime zu leben bis zu dem wunderbaren, von Gott geschenkten Tag, an dem sie zu Christus finden und in Freiheit um die Taufe bitten.

Wie wird es wirklich sein? Das hängt davon ab, ob wir jüdisch-christlich geprägten Europäer aufwachen oder uns weiter treiben lassen.

III. Das Versagen der Christen

Ursache der demographischen Katastrophe ist die schon lange andauernde liberal-atheistische Politik in ganz Europa. Sie hat die Familie zerstört, sie macht es den Frauen unmöglich, bei ihren Kindern zu bleiben, und macht sie glauben, darin bestünde ihre Befreiung, sie hat die Sexualmoral in ihr Gegenteil verkehrt, sie propagiert Verhütung und erlaubt Abtreibung, sie belohnt Kinderlose und fördert mit Steuergeldern homosexuelle Partnerschaften. Also sind die Atheisten die Schuldigen? Ja, aber auch nein: Die eigentlich Schuldigen sind die Christen, Laien und Kleriker, die geschwiegen haben und untätig geblieben sind. Während man die Splitter und Balken in den Augen der Vorfahren katalogisierte, verdrängte man die eigenen Splitter und Balken. Wie so oft schon in der Geschichte: Die Macht des Bösen folgte aus der Blindheit, der Trägheit und der Feigheit der Guten. Von einem französischen General gefragt, ob sie nicht Angst um Frankreich habe angesichts der angreifenden deutschen Truppen, antwortete Bernadette Soubrious: "Ich fürchte nichts außer den schlechten Katholiken" und diese "schlechten Katholiken" sind zum Teil sehr "prominente Katholiken", auch geweihte.

IV. Was ist zu tun?

1. Das Kräfteverhältnis ändern: durch Kinder

Die Muslime sind auf dem Weg zur Mehrheit und damit zur politischen Macht. Dagegen gibt es nur ein Mittel: Die Christen müssen Kinder zeugen, viele Kinder, mehr Kinder als die Muslime. Von der Österreichisch-Ungarischen Monarchie hat man gesagt: "Alii bella gerant, tu, felix Austria, nube!" (Mögen andere Kriege führen, du, glückliches Österreich, heirate!) Heute heißt das: Keine Gewalt, aber heiratet und zeugt Kinder, viele, viele Kinder! Nur wenn wir genug Kinder haben, können wir mit den Muslimen auf gleicher Augenhöhe reden und verhandeln. Ohne Kinder werden wir sterben, vorher noch ihre Befehlsempfänger sein.

Wir brauchen Kinder. Zu antworten, die Frauen müssten doch das Recht haben, selbst zu bestimmen, ist weltfremd: Wer spricht, wenn es brennt, vom Menschenrecht darauf, einen Ausflug zu unternehmen? Es ist fünf vor zwölf oder schon später, wir haben nur die Wahl: Uns ändern oder Aussterben.

2. Bewusstseinsänderung

Nicht die Muslime bedrohen Europa, sondern die lauen, gleichgültigen Katholiken (und anderen Christen, ökumenisch gedacht). Sie haben den liberal-atheistischen Europäern die Macht überlassen, den "Wellness-Tod" Europas zu planen und einzuleiten. Die Katholiken müssen aufwachen und Europa geben was, es braucht: eine Bewusstseinsänderung durch Neuevangelisierung. Nur dann können die Politiker jene Maßnahmen treffen, die Kinderreichtum wieder möglich machen.

3. Christliche Einwanderer ins Land holen

Eine wichtiges Maßnahme wäre es auch: Christen ins Land zu holen statt Muslimen. Es wird schwierig sein, aber nicht unmöglich. Eine gemeinsame christliche Wurzel und Sozialisierung würde das Zusammenleben und Zusammenwachsen mit solchen Neu-Europäern viel leichter machen als es mit den Muslimen möglich sein wird.

4. Lebensverneinende Gesetze abschaffen

Bestimmte Gruppen sind immer noch dabei, Verhütung und Abtreibung und sexuelle Unmoral zu propagieren - als ob es nicht längst klar wäre, wie eben diese Politik Europa in seine demographische Katastrophe geführt hat. Daher: Alle Gesetze, die Abtreibung begünstigen, sind für Europa gefährlicher als das Entzünden von Lagerfeuer in einem dürren Wald bei starkem Wind!

5. Der Umgang mit den Muslimen

Wir dürfen nicht müde werden, mit den Muslimen aufrichtig zu reden. Mit "aufrichtig reden" meine ich ein stets wiederkehrendes "Ceterum censeo..." bezüglich der Glaubens- und Gewissensfreiheit auf der Grundlage der gemeinsamen Überzeugung, dass es auch in Fragen der Religion Wahrheit gibt. Wenn Muslime nicht bereit sind, dieses Fundament jüdisch-christlichen Denkens anzuerkennen, müssen wir sie höflich und bestimmt bitten, uns zu verlassen. Menschen einbürgern, die schon ankündigen, gegen unsere Kultur zu sein? "Biedermann und die Brandstifter" lassen grüßen!

Ist das alles Illusion, politisch nicht machbar, nicht zu finanzieren? Wir können uns alles leisten, nur Kinder nicht? Schade, wenn es so ist, denn dann werden wir zugrunde gehen. Aber die Kirche wird weiter leben und bei Gott ist nichts unmöglich. In Lemberg stand ich kürzlich vor einem Kreuz, und mein Begleiter erklärte mir: Auf dem Sockel stand bis vor einigen Jahren noch Lenin.

Das Kinderbarometer

Wer bei seinem Bier sitzen bleibt, obwohl das Haus brennt, hat das Feuer noch nicht bemerkt. Die Europäer wissen: Wir haben zu wenig Kinder. Aber noch "sitzen sie bei ihrem Bier". Vielleicht brauchen wir ein alarmierendes "Kinderbarometer", damit wir aufwachen. Man könnte es auf öffentlichen Plätzen aufstellen oder besser vor jedem Nachrichtenblock kommentarlos laufen lassen - in Form von Ziffern mit Erklärung:

1. Ziffer: Die Geburtenrate, die Europa im Jahr 2004 haben müsste, um nicht auszusterben.
2. Ziffer: Die Zahl der Geburten, die bis zum laufenden Monat stattgefunden haben.
3. Ziffer: Das Jahr, in dem der letzte Bewohner Europas gestorben sein wird, wenn alles weitergeht wie bisher.
4. Ziffer: Die Zahl der seit Jahresbeginn abgetriebenen Kinder.

Eine solche Anzeigetafel müsste europaweit allgegenwärtig sein wie das Firmenlogo von VW. Aus triftigen Gründen ist anzunehmen: Ohne Mobilisierung der öffentlichen Meinung sind wir verloren. Mit einer solchen Anzeige könnte etwas in Bewegung kommen. Wenn jemand eine bessere Idee hat, gut, nur: wie auch immer - es muss etwas getan werden. Vielleicht lassen die Europäer dann doch "ihr Bier stehen" und laufen heim zum löschen. Es ist höchste Zeit.

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