Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  2. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  6. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  7. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  8. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  9. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  10. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  11. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. Der Realismus der Barmherzigkeit
  14. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  15. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan

Reaktion auf Neuevangelisierung: Gleichgültigkeit, sich Verlieren in Alltagsgeschäften, Ablehnung

19. November 2020 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Manchmal kann man besonders in Deutschland den Eindruck gewinnen, dass Verweigerungshaltung und aggressive Ablehnung der Lehre der Kirche auf synodalen Wegen institutionalisiert werden. - Kommentar von Prälat Wilhelm Imkamp


München (kath.net) „Kleider machen Leute“ weiß der Volksmund, aber auch „die Kutte macht noch keinen Mönch“. Und auch der Hauptmann von Köpenik kennt die Bedeutung von Uniformen. Auch wenn in diesem Jahr das Oktoberfest nicht stattfinden kann, fiel am Samstag, an dem sonst die Wies`n eröffnet wird, in München eine erhöhte Dirndl-und Lederhosendichte auf. Da erinnerte man sich leicht amüsiert an die Ehegattin eines bayerischen Kurzzeitministerpräsidenten, die sich weigerte, ein Dirndl anzuziehen.
 

Da sprach sogar eine nicht-bayerische Zeitung, hinter der sich laut Eigenwerbung besonders kluge Köpfe befinden sollen, von der „Instinktlosigkeit dieser Verweigerungsgeste“. Ob dieses „Dirndlgate“ zum Verlust der folgenden Wahl beigetragen hat sei mal dahingestellt. Äußerlichkeiten sind da nicht überflüssig, sondern wichtig. Durch Äußerlichkeiten kommunizieren wir mit unserer Umgebung. Vom „Totenkopfdirndl“ bis zur klassischen Tracht; und auch wenn die Lederhosen noch keinen Bayern macht, ist die demonstrative Verweigerung einer solchen auch ein Signal! Eine bayerische Tageszeitung titelte einmal „Auf der Wiese tobt ein Kulturkampf ums Dirndl“. Vor diesem Hintergrund erhält das Evangelium zum hochzeitlichen Gewand am 28. Sonntag im Jahreskreis eine ganz intensive Aktualität: Da ist jemand ohne Festkleidung auf einem Fest umso schlimmer, wenn man bedenkt, dass das Alte Testament das Geschenk von Festtagskleidern kennt (z.B. Gen. 45, 22; Richt 14,12-13; 2 Kö. 10, 22; 4 Kön 5,22). Das fehlende Gewand wäre dann eine noch größere Provokation.


Martin Luther hat das Evangelium ein „schrecklich Evangelium“ genannt und damit den ganzen Ernst dieses Textes eindringlich vorgestellt. Da sind die zuerst und exklusiv Eingeladenen, ihre Reaktion auf die Einladung reicht von Gleichgültigkeit, sich Verlieren in Alltagsgeschäften bis zur aggressiven Ablehnung, all das erleben wir auch heute als Reaktion auf die Neuevangelisierung. Manchmal kann man besonders in Deutschland den Eindruck gewinnen, dass Verweigerungshaltung und aggressive Ablehnung der Lehre der Kirche auf synodalen Wegen institutionalisiert werden. Und auch die allgemeine Einladung an „Böse und Gute“ (Matt. 22, 10b) zeigt, dass die Botschaft nicht automatisch aus Bösen Gute macht, denn die demonstrative Verweigerung des wohl geschenkten Festtagskleides zeugt von einer sehr ernsten Verweigerungshaltung. Das heutige Evangelium betont eindringlich die Willensfreiheit: „Sie aber wollten nicht kommen“ (Matt. 22,3). „Das weist uns erneut darauf hin, dass hier keine Vorherbestimmung (...) waltet, sondern die Betreffenden frei entscheiden“. Der Mensch hat einen freien Willen – mit allen Risiken und Nebenwirkungen! Weder die Einladung, noch die Annahme der Einladung reichen aus, vielmehr muss die Annahme der Einladung im Leben und damit auch nach außen sichtbar werden. Die freie Entscheidung zur Heilsverweigerung ruft erst die endgültige Reaktion des Einladenden hervor.

„Namenschristen“, deren Glaube nur auf dem Papier steht, müssen sich sagen lassen, dass sie am falschen Ort sind und werden entfernt. Die ernsten, nachhaltigen Reaktionen des Einladenden auf die verschiedenen Verweigerungsgesten lassen diesen Text tatsächlich zum „schrecklichen Evangelium“ werden. Der Mensch ist frei und deswegen sind Verweigerungsgesten möglich, die direkt in den Abgrund führen.

Aber ebenso gilt, wir sind frei, um in Freiheit der Einladung des Herrn folgen zu können. Unser freies „Ja“ muss im Alltag sichtbar werden. Den Glauben nicht in instinktloser Verweigerungsgestik verstecken, sondern das Gewand, das der Herr uns geschenkt hat, sichtbar tragen. Überprüfen wir unseren Alltag: Sind wir uns unserer Freiheit bewusst, leben wir unseren Glauben sichtbar? Wo leisten wir uns instinktlose Verweigerungsgesten?

Das „schreckliche Evangelium“ des heutigen Sonntags kann für uns zum Heil werden: Denn die Einladung steht ja, wir müssen ihr nur folgen, allerdings ernsthaft, mit allen Konsequenzen, das heißt den Glauben  sichtbar werden lassen!

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Stift Heiligenkreuz: Abt Maximilian Heim tritt zurück
  3. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  4. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  5. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  6. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  7. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  8. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  9. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  10. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  11. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  12. Warnung vor Unterwanderung des Westens: ‚Hört auf, Feigheit mit Toleranz zu verwechseln‘
  13. Polen: Bei Ford-Werbung fehlt ein markantes Gipfelkreuz – Absicht oder Versehen?
  14. Warum die Erzdiözese Seoul so viele Priesterberufungen hat
  15. Erzbischof von Sydney kritisiert TV-Sender wegen einseitiger Berichterstattung zu Sterbehilfe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz