Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  2. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  3. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  4. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  5. Spanien am moralischen Abgrund
  6. Besser keine Laienpredigt
  7. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  8. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  9. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  10. Die ÖVP - eine "Wählertäuschung"
  11. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  12. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“
  13. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  14. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  15. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"

Reaktion auf Neuevangelisierung: Gleichgültigkeit, sich Verlieren in Alltagsgeschäften, Ablehnung

19. November 2020 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Manchmal kann man besonders in Deutschland den Eindruck gewinnen, dass Verweigerungshaltung und aggressive Ablehnung der Lehre der Kirche auf synodalen Wegen institutionalisiert werden. - Kommentar von Prälat Wilhelm Imkamp


München (kath.net) „Kleider machen Leute“ weiß der Volksmund, aber auch „die Kutte macht noch keinen Mönch“. Und auch der Hauptmann von Köpenik kennt die Bedeutung von Uniformen. Auch wenn in diesem Jahr das Oktoberfest nicht stattfinden kann, fiel am Samstag, an dem sonst die Wies`n eröffnet wird, in München eine erhöhte Dirndl-und Lederhosendichte auf. Da erinnerte man sich leicht amüsiert an die Ehegattin eines bayerischen Kurzzeitministerpräsidenten, die sich weigerte, ein Dirndl anzuziehen.
 

Da sprach sogar eine nicht-bayerische Zeitung, hinter der sich laut Eigenwerbung besonders kluge Köpfe befinden sollen, von der „Instinktlosigkeit dieser Verweigerungsgeste“. Ob dieses „Dirndlgate“ zum Verlust der folgenden Wahl beigetragen hat sei mal dahingestellt. Äußerlichkeiten sind da nicht überflüssig, sondern wichtig. Durch Äußerlichkeiten kommunizieren wir mit unserer Umgebung. Vom „Totenkopfdirndl“ bis zur klassischen Tracht; und auch wenn die Lederhosen noch keinen Bayern macht, ist die demonstrative Verweigerung einer solchen auch ein Signal! Eine bayerische Tageszeitung titelte einmal „Auf der Wiese tobt ein Kulturkampf ums Dirndl“. Vor diesem Hintergrund erhält das Evangelium zum hochzeitlichen Gewand am 28. Sonntag im Jahreskreis eine ganz intensive Aktualität: Da ist jemand ohne Festkleidung auf einem Fest umso schlimmer, wenn man bedenkt, dass das Alte Testament das Geschenk von Festtagskleidern kennt (z.B. Gen. 45, 22; Richt 14,12-13; 2 Kö. 10, 22; 4 Kön 5,22). Das fehlende Gewand wäre dann eine noch größere Provokation.


Martin Luther hat das Evangelium ein „schrecklich Evangelium“ genannt und damit den ganzen Ernst dieses Textes eindringlich vorgestellt. Da sind die zuerst und exklusiv Eingeladenen, ihre Reaktion auf die Einladung reicht von Gleichgültigkeit, sich Verlieren in Alltagsgeschäften bis zur aggressiven Ablehnung, all das erleben wir auch heute als Reaktion auf die Neuevangelisierung. Manchmal kann man besonders in Deutschland den Eindruck gewinnen, dass Verweigerungshaltung und aggressive Ablehnung der Lehre der Kirche auf synodalen Wegen institutionalisiert werden. Und auch die allgemeine Einladung an „Böse und Gute“ (Matt. 22, 10b) zeigt, dass die Botschaft nicht automatisch aus Bösen Gute macht, denn die demonstrative Verweigerung des wohl geschenkten Festtagskleides zeugt von einer sehr ernsten Verweigerungshaltung. Das heutige Evangelium betont eindringlich die Willensfreiheit: „Sie aber wollten nicht kommen“ (Matt. 22,3). „Das weist uns erneut darauf hin, dass hier keine Vorherbestimmung (...) waltet, sondern die Betreffenden frei entscheiden“. Der Mensch hat einen freien Willen – mit allen Risiken und Nebenwirkungen! Weder die Einladung, noch die Annahme der Einladung reichen aus, vielmehr muss die Annahme der Einladung im Leben und damit auch nach außen sichtbar werden. Die freie Entscheidung zur Heilsverweigerung ruft erst die endgültige Reaktion des Einladenden hervor.

„Namenschristen“, deren Glaube nur auf dem Papier steht, müssen sich sagen lassen, dass sie am falschen Ort sind und werden entfernt. Die ernsten, nachhaltigen Reaktionen des Einladenden auf die verschiedenen Verweigerungsgesten lassen diesen Text tatsächlich zum „schrecklichen Evangelium“ werden. Der Mensch ist frei und deswegen sind Verweigerungsgesten möglich, die direkt in den Abgrund führen.

Aber ebenso gilt, wir sind frei, um in Freiheit der Einladung des Herrn folgen zu können. Unser freies „Ja“ muss im Alltag sichtbar werden. Den Glauben nicht in instinktloser Verweigerungsgestik verstecken, sondern das Gewand, das der Herr uns geschenkt hat, sichtbar tragen. Überprüfen wir unseren Alltag: Sind wir uns unserer Freiheit bewusst, leben wir unseren Glauben sichtbar? Wo leisten wir uns instinktlose Verweigerungsgesten?

Das „schreckliche Evangelium“ des heutigen Sonntags kann für uns zum Heil werden: Denn die Einladung steht ja, wir müssen ihr nur folgen, allerdings ernsthaft, mit allen Konsequenzen, das heißt den Glauben  sichtbar werden lassen!

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  2. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Spanien am moralischen Abgrund
  4. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  5. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  6. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  7. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  8. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  9. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  10. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  11. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“
  12. Besser keine Laienpredigt
  13. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  14. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  15. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz