17 März 2004, 12:13
Menschenrechtsgruppe ruft zur Rettung der aramäischen Sprache auf
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Türkei'
Zum Filmstart von "Die Passion Christi" beginnt auch eine Unterschriftenaktion gegen die Diskriminierung der aramäischen Sprache in der Türkei.

Frankfurt am Main (www.kath.net / igfm) "Rettet die aramäische Sprache!" Dazu ruft die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) anlässlich des Starts von Mel Gibsons "Die Passion Christi" auf. Der Film läuft am Donnerstag, 18. März, in Österreich, Deutschland und der Schweiz an. Das im Film verwendete Aramäisch, die Sprache Jesu, wird insbesondere in den auf die Antike zurückgehenden syrisch-orthodoxen Klostern des Tur Abdin in der Südost-Türkei gepflegt.

Werbung
KiB Kirche in Not

Die Lehre der aramäischen Sprache ist behördlich verboten, die Sprache sei vom Untergang bedroht, warnt die IGFM in einer Presseaussendung am Mittwoch. "Durch eine Anerkennung als immaterielles Weltkulturerbe kann sie jedoch gerettet werden." Die IGFM hat nun eine Unterschriftenkampagne für die Anerkennung des Armäischunterrichtes und des Minderheitenstatus der aramäischen Christen in der Türkischen Republik gestartet. "Das am 6.Oktober 1997 ergangene Lehrverbot durch den zuständigen Provinzgouverneur Fikret Güven von Mardin besteht bis heute fort", erklärt dazu Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM.

Zwar wird der Unterricht für die zur Zeit rund 70 Schüler in bedeutenden Klöstern und Bischofssitzen wie Mar Gabriel und Deyr-ul-Zafaran geduldet, das bleibende Unterrichtsverbot dränge jedoch Schüler und Klosterschulen in eine gefährliche Illegalität. Die IGFM fordert die sofortige Aufhebung des Aramäisch-Lehrverbotes und eine offizielle Anerkennung der entsprechenden Ausbildungsstätten.

Durch das Verbot der aramäischen Sprache werde die Religionsfreiheit hinsichtlich des "Rechtes auf Lehre, Ausübung des Gottesdienstes und Vollziehung von Riten" (Art. 18 AEMR) massiv verhindert, kritisiert die IGFM. Dies gilt insgesamt für die Minderheitenrechte der noch rund 15.000 assyro-aramäischen Christen in der Türkei, denen unter anderem der Bau eigener Kirchen verwehrt wird. Karl Hafen: " Ein Antrag der Türkei, das Aramäische, die Sprache Jesu, als 'immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe' anerkennen zu lassen, wäre eine Geste für die weltweite Christenheit und die gesamte Menschheit."

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Bischof Genn: „Sie sehen mich hier heute wirklich fassungslos“ (238)

Kardinal Müller: Echte Reform der Kirche heißt Erneuerung in Christus (61)

Die vier „Kirchenväter“ der „Kirche des epochalen Wandels“ (33)

„Wer meint, dass die DBK einen Sonderweg gehen müsse, der irrt“ (31)

Der Schatz des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter (31)

Rackete: "Asyl kennt keine Grenze!" (28)

"Jung plündert Altes Testament, um dem Zeitgeist zu dienen" (24)

Klimahysterie pur - Keine Kinder mehr! (24)

Deutschland: Neuer Tiefststand bei den EKD-Gottesdienstbesuchen (22)

Zwei Kartausen schließen für immer (18)

„Warum man den Islam nicht kritisieren darf, es aber durchaus sollte…“ (18)

DBK-Internetportal verweigert den Dialog (17)

R. I. P. Vincent Lambert (16)

„Wie hältst Du’s mit dem Islam?“ (15)

Ökumenische Eucharistiefeier – ein Gedanke von epochaler Dummheit (14)