Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  4. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  5. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  6. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  7. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  8. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  9. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  10. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  11. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  12. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  13. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  14. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  15. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden

Hat Kardinal Dolan auf das nächste Konklave Einfluss genommen?

17. Juli 2020 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kritiker sagen, durch den Versand von George Weigels Buch „Der nächste Papst“ habe der Kardinal mit einer lange üblichen Praxis gebrochen. Kommentar von Martin Bürger


New York (kath.net/mb) Kardinal Timothy Dolan, der Erzbischof von New York, steht derzeit in der Kritik, weil er ein Grußwort an die Kardinäle richtete, die vom amerikanischen Verlag Ignatius Press das neue Buch von George Weigel mit dem Titel „Der nächste Papst“ zugeschickt bekommen haben. Gerade einen Satz umfasste die Botschaft, in der sich Dolan bei Ignatius Press dafür bedankte, „diese wichtige Reflexion über die Zukunft der Kirche dem Kardinalskollegium“ zur Verfügung gestellt zu haben. Unter Berufung auf die in den USA erscheinende Zeitung „National Catholic Reporter“ schrieb etwa die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA), dies sei ein „Bruch der lange üblichen Praxis, dass sich die höchsten Kirchenvertreter mit öffentlicher Einflussnahme für mögliche Papst-Kandidaten zurückhalten“. Der „National Catholic Reporter“ legte später nach und behauptete, Dolan habe das nächste Konklave „mit der im November dieses Jahres anstehenden Präsidentschaftswahl“ in den USA verwechselt.


 

Wie absurd die Vorwürfe gegenüber Kardinal Dolan sind, zeigt sich allein an der Tatsache, dass die Bücher nicht von ihm verschickt wurden, sondern von Ignatius Press (die deutschsprachigen Kardinäle erhielten übrigens die deutsche Übersetzung von Media Maria). Doch verschiebt diese Feststellung die Kritik nur vom New Yorker Erzbischof auf den Verlag. Hat also letztlich Ignatius Press Einfluss genommen auf die nächste Papstwahl?

 

Tatsächlich zeigt sich, wenn man die Vorwürfe konsequent zu Ende denkt, dass Kardinäle nichts mehr lesen dürften, wenn die Schwelle zur Einflussnahme auf ein Konklave so niedrig angesetzt wird. Denn was hat George Weigel in seinem Buch überhaupt getan? Er fasste Eigenschaften zusammen, die der nächste Papst haben sollte, und erwähnte auch einige Dinge, die besser zu vermeiden sind. Zu erwähnen sind persönliche Heiligkeit sowie die Fähigkeit, vernünftig zu verwalten, Prioritäten richtig zu setzen und gute Leute auf wichtige Positionen zu befördern. Mit anderen Worten, Weigel trägt kompakt zusammen, was sich jeder Kardinal, jeder Bischof, und jeder einfache Priester oder Laie mühevoll aus zahlreichen anderen Büchern erarbeiten könnte.

 

Sollte ein Kardinal nicht mehr in der Lage sein, die Heiligenleben eines Pius X. oder eines Johannes Paul II. zu lesen, weil so mindestens der jeweilige Autor auf die Papstwahl Einfluss nehmen würde? Man stelle sich vor, ein Kardinal schickt ein solches Heiligenleben an einen anderen. Ist das etwa schon Beeinflussung? Analog gilt dies natürlich für andere Bücher, auch wenn es sich um ganz profane Werke etwa zur Entwicklung von Führungsqualitäten handeln sollte.

 

Weigel beschreibt keines der 222 Mitglieder des Kardinalskollegiums, von denen derzeit exakt 122 wahlberechtigt sind, als einen guten Papst-Kandidaten. Er gibt keine Wahlempfehlungen ab. Und selbst wenn Weigel eine Reihe von Kardinälen vorstellen oder gar bewerten würde, wie dies etwa der Romkorrespondent der zum EWTN-Konzern gehörenden Zeitung „National Catholic Register“, Edward Pentin, getan hat („The Next Pope. The Leading Cardinal Candidates“): Ist es nicht eine gute Sache, dass Kardinäle die Möglichkeit haben, ihre Mitbrüder auf der anderen Seite des Planeten näher kennenzulernen, ohne selbst tage- oder gar wochenlang zu recherchieren? Wieso sollte man von ihnen verlangen, beim nächsten Konklave einem Kandidaten ihre Stimme zu geben, von dem sie so gut wie nichts wissen? Das kann sicher gut gehen – oder eben auch nicht. Es spricht nichts dagegen, allen Kardinälen ein möglichst solides Fundament zu verschaffen, auf dem sie sich beim nächsten Konklave dem Heiligen Geist öffnen können und entsprechend ihre Stimme abgeben.

 

kath.net-Buchtipp:

Der nächste Papst

Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche

Von George Weigel

Hardcover, 160 Seiten

2020 Media Maria

ISBN 978-3-947931-24-8

Preis Österreich: 17.50 EUR


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Irakischer Patriarch Sako tritt zurück
  2. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  3. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  4. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  5. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  6. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  7. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus

Konklave

  1. Rauchfang auf der Sixtina für die Papstwahl montiert
  2. Schönborn: Neuer Papst wird "heiliger und weiser Mann
  3. George Weigel: Konklave ist Richtungsentscheidung
  4. Kardinal Sandri wird Leiter eines möglichen Konklave
  5. US-Jesuitenmagazin bringt Insider-Informationen aus dem Konklave
  6. Kandidat der Verzweiflung: Ein Barbar aus dem Norden
  7. Strengste Geheimhaltung und verschlossene Türen







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  6. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  7. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  8. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  9. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  10. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  11. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  12. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  13. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  14. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  15. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz