Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  2. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  5. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  6. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  7. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  8. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  12. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  15. Bayerischer Rundfunk bezeichnet muslimische Kleidung für Frauen als ‚Modest Fashion‘

Frei wie ein Taxi?

13. Juli 2020 in Schweiz, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es gibt christliche Köche, aber keine christliche Kochkunst. Was ist das Besondere christlicher Moral? - Von Dominik Lusser, Stiftung Zukunft CH


Schweiz (kath.net)

In einem neuen Videointerview der Medienakademie für katholische Apologetik MAKA vom 6. Juni 2020 äussert sich der französische Philosoph Prof. Dr. Dr. Rémi Brague – wie gewohnt mit begrifflicher Schärfe und viel Humor – über die besonderen Aspekte christlicher Moral.

Brague vertritt die These, dass es – wenn man die Kulturen durch alle Epochen der Geschichte betrachtet – inhaltlich nur eine Moral gibt. Nietzsche hat dies bestritten. Brague aber weist darauf hin, dass etwa Ehebruch, Diebstahl und Mord in allen Kulturen ein Verstoss gegen die Moral darstellen. Worin sich die verschiedenen Moralvorstellungen allerdings unterschieden, sei die Interpretation des Verstosses: „Für den Christen ist ein Verstoss gegen die Moral ein Mangel an Liebe. Für den Buddhisten oder Hindu ist er etwas, was mein Karma, also das Gewicht meiner Handlungen, schwerer werden lässt. Für den Juden oder den Moslem ist der Verstoss die Verletzung eines Gesetzes. Für eine aristokratische Moral handelt es sich um etwas, was nicht gentleman-like ist, um einen Verstoss gegen den Verhaltenscodex der Oberschicht.“


Trotz dieser inhaltlichen Übereinkunft bringt Brague zufolge das Christentum eine „Vertiefung“ und eine „Erweiterung“ der Moral: Die Vertiefung hin zum moralischen Denken und Empfinden, die über das reine Handeln hinausgeht. Die Erweiterung der Solidarität und Barmherzigkeit über die eigene soziale Gruppe hinaus. Schliesslich unterscheidet sich das christliche Moralverständnis durch ein höheres Mass an Freiheit. Im Christentum gibt es weder Speise- noch Kleidergesetze, sondern eine grosse Rolle für die Vernunft des Menschen. Die anderen Religionen hingegen hätten dem, was C. S. Lewis das Tao der Moral oder das Naturrecht genannt habe, weitere Gebote hinzugefügt. Während es eine jüdische Küche gebe und der Jude nicht einfach alles essen dürfte, überlasse es Gott im Christentum dem Verstand und der Freiheit des Menschen, zu essen, was am bekömmlichsten sei. So gebe es zwar christliche Köche, aber keine christliche Kochkunst, sowie es auch keine Art und Weise gebe, sich christlich zu kleiden.

Diese Freiheit zum Vernunftgebrauch ist laut Brague der Sinn dessen, was Paulus im Galaterbrief meint, wenn er schreibt: „Christus hat uns zur Freiheit befreit.“ Dies steht im Gegensatz zu einem gewissen Freiheitsverständnis der Gegenwart, das sich darauf beschränkt, sich von den Leidenschaften bestimmen zu lassen. Die Freiheit des Menschen wäre demnach die „Freiheit des Taxis“, wie Brague in einem „ironischen, aber treffenden Gleichnis“ dafür erläutert, was Freiheit für manche unserer Zeitgenossen bedeutet: Das Taxi ist dann frei, wenn das Auto leer ist und der Fahrer nicht weiss, wohin er fahren soll, bis es sich nach der Willkür eines neuen Kunden richtet, sofern dieser im Stande ist, ihn zu bezahlen.

Sehen Sie das ganze Interview im Video hier.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 girsberg74 14. Juli 2020 
 

Mit hohem Interesse gelesen - und etwas hinzu gewonnen:

„die Interpretation des Verstosses“


0
 
 Winrod 13. Juli 2020 
 

Wenn "Ehebruch, Mord und Diebstahl"

nach Auskunft von Remi Brague einen "Verstoß gegen die Moral" darstellen, sind wir dann noch eine Kultur? Ehebruch ist fast zur Normalität geworden, Abtreibung und aktive Sterbehilfe scheinen auch normaler zu werden. Sind wir also nicht gerade eifrig dabei, den Kulturstatus zu verlieren?


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christentum

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Christliche Literatur als Schlüssel zu einer verborgenen Welt
  3. Burkina Faso: Christen und Muslime stehen nach Massaker zusammen
  4. Pakistan: Imam ergreift Partei für Christen unter Blasphemie-Verdacht
  5. Viel Schatten und einige Lichtblicke: „Kirche in Not“ Bilanz für 2020

Humor

  1. "Überall klebte jemand fest. Ich hab‘ nie verstanden, warum man sie immer wieder losmacht"
  2. Edle Getränke mit guten Witzen in reizvoller Landschaft
  3. Mephisto und der Exeget
  4. Weihrauchbier und eine fehlende Kirchturmhaube
  5. Hirschhausen: Glaube und Humor gehören zusammen

Ethik

  1. ‘Sarebbe la jungla…’
  2. Das wäre der Dschungel...
  3. Digitalisierung und autonomes Fahren - Kein Raum ohne Ethik
  4. Kardinal Turkson: Abtreibung wichtiger als Klimaschutz
  5. Fortpflanzungsmedizingesetz: Huainigg bekräftigt Einwände






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  5. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  6. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  7. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  8. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  9. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  10. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  11. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  12. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  13. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  14. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  15. Fünf Mythen über den Heiligen Geist

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz