21 März 2020, 11:15
Für die mit ihren Kindern zuhause eingeschlossenen Familien
 
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Franziskus in Santa Marta: die Demut des rechten Gebets. Geistige Kommunion, Anbetung und eucharistischer Segen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Papst Franziskus – Samstag der dritten Woche der Fastenzeit, dreizehnte Messe in Live-Streaming über Fernsehen und Internet aus der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“„gegen“ die Coronavirus-Pandemie.

Bei der Einführung in die Eucharistiefeier wandte sich der Papst sich mit seinen Gedanken an die Familien.

„Heute möchte ich an die Familien denken, die ihr Zuhause nicht verlassen können. Vielleicht ist der einzige Horizont, den sie haben, der Balkon. Und da drin, die Familie, mit den Kindern, den Jugendlichen, den Eltern: dass sie einen Weg finden, sich gut zu verständigen, um in der Familie Beziehungen der Liebe aufzubauen und die Ängste dieser gemeinsamen Zeit in der Familie zu überwinden. Wir beten für den Frieden der Familien heute, in dieser Krise, und um die Kreativität.

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt“: in einem Kommentar zu den Lesungen des Tages, die dem Buch des Propheten Hosea (Hos 6,1-6) und dem Lukasevangelium entnommen sind, in dem Jesus das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner erzählt (Lk 18,9-14), mahnte Franziskus, zum Gebet zurückzukehren, zu einem demütigen Gebet ohne die Anmaßung derer, die sich für gerechter als andere halten:

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„Das Wort des Herrn, das wir gestern gehört haben: ‚Komm zurück. Komm nach Hause’. Im gleichen Buch des Propheten Hosea finden wir die Antwort: ‚Auf, lasst uns zum Herrn zurückkehren’. Das ist... die Antwort, wenn es ans Herz rührt, jenes ‚kehr nach Hause zurück’, kehren wir zum Herrn zurück’. ‚Denn er hat gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird uns auch verbinden. Lasst uns ihn erkennen, ja lasst uns nach der Erkenntnis des Herrn jagen! Er kommt so sicher wie das Morgenrot’. Das Vertrauen in den Herrn ist sicher: ‚er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt’. Und mit dieser Hoffnung beginnt das Volk die Reise zurück zum Herrn. Und einer der Wege, einer der Wege, den Herrn zu finden, ist das Gebet. Lasst uns zum Herrn beten, lasst uns zu ihm zurückkehren.

Im Evangelium lehrt uns Jesus, wie wir beten sollen. Da sind zwei Männer, der eine ein anmaßender Mann, der zum Gebet geht, aber sagt, dass er ein guter Mensch ist, als ob er zu Gott sagen würde: ‚Aber sieh mal, ich bin so gut: wenn du etwas brauchst, sag es mir, ich werde dein Problem lösen’. So wendet er sich an Gott. Anmaßung. Vielleicht hat er all die Dinge getan, die das Gesetz vorschreibt: ‚Ich faste zweimal pro Woche, ich zahle den Zehnt von allem, was ich besitze... Ich bin gut’.

Das erinnert uns an zwei andere Männer. Es erinnert uns an den ältesten Sohn aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn, als er zu seinem Vater geht und sagt: ‚Aber ich, der ich so gut bin, habe kein Fest, und dieser, der ein Schuft ist, dem feierst du ein Fest...’: anmaßend. Die andere, die wir in diesen Tagen gehört haben, ist die Geschichte dieses reichen Mannes, eines namenlosen Mannes, aber er war reich, unfähig, sich einen Namen zu machen, aber er war reich... das Elend anderer war ihm egal. Diese sind es, die Vertrauen in sich selbst oder in Geld oder Macht haben...

Dann ist da noch der andere, der Zöllner. Der nicht vor den Altar geht, nein: auf Abstand bleibt er. ‚Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!’. Das bringt uns auch zur Erinnerung an den verlorenen Sohn zurück: er wurde sich der Sünden bewusst, die er begangen hatte, der hässlichen Dinge, die er getan hatte. Auch er schlug sich auf die Brust: ‚Ich werde zu meinem Vater zurückkehren und ich werde zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt’. Die Erniedrigung. Es erinnert uns an den anderen, den Bettler Lazarus, der vor der Tür des reichen Mannes lag und sein Elend vor der Anmaßung dieses Herrn lebte. Immer diese Kombination von Menschen im Evangelium.

In diesem Fall lehrt uns der Herr, wie wir beten sollen, wie wir uns dem Herrn nähern sollen: mit Demut. Der liturgische Hymnus des Festes des heiligen Johannes des Täufers enthält ein schönes Bild. Darin heißt es, dass sich das Volk dem Jordan näherte, um die Taufe ‚mit nackter Seele und nackten Füßen’ zu empfangen: um mit der nackten Seele zu beten, ohne Schminke, ohne sie mit ihren Tugenden zu verkleiden. Er, so lesen wir es zu Beginn der Messe, vergibt alle Sünden, aber er braucht mich, dass ich ihm die Sünden zeige, mit meiner Nacktheit. So beten, nackt, mit dem nackten Herzen, ohne sich zu bedecken, ohne auch nur Vertrauen in das zu haben, was ich über das Beten gelernt habe... Beten, du und ich, von Angesicht zu Angesicht, die nackte Seele. Das ist es, was der Herr uns lehrt.

Wenn wir stattdessen ein wenig zu selbstsicher zum Herrn gehen, fallen wir in die Anmaßung dieses oder des älteren Sohnes oder des Reichen, dem nichts fehlte. Wir werden unser Vertrauen anderswo haben. ‚Ich gehe zum Herrn, um... aber ich will dorthin gehen, um höflich zu sein... und ich spreche mit ihm von Angesicht zu Angesicht, praktisch...’: das ist nicht der Weg. Der Weg ist der der Erniedrigung. Die Erniedrigung. Der Weg ist die Realität. Und der einzige Mann hier, in diesem Gleichnis, der die Realität verstand, war der Zöllner: ‚Du bist Gott und ich bin ein Sünder’. Das ist die Realität. Doch ich sage, dass ich ein Sünder bin, nicht mit dem Mund, sondern mit dem Herzen. Sich Sünder fühlen.

Vergessen wir nicht, was der Herr uns lehrt: sich zu rechtfertigen ist Stolz, ist Stolz, ist sich selbst zu erhöhen. Es ist die Verkleidung als das, was ich nicht bin. Und das Elend bleibt im Inneren. Der Pharisäer rechtfertigte sich selbst. Seine Sünden direkt bekennen, ohne sie zu rechtfertigen, ohne zu sagen: ‚Aber nein, ich habe das getan, aber es war nicht meine Schuld...’. Die nackte Seele. Die nackte Seele.

Möge der Herr uns lehren, dies zu verstehen, diese Haltung, um mit dem Gebet zu beginnen. Wenn wir das Gebet mit unseren Rechtfertigungen, mit unseren Gewissheiten beginnen, wird es kein Gebet sein: es wird ein Gespräch mit dem Spiegel sein. Wenn wir stattdessen das Gebet mit der wahren Realität beginnen – ‚Ich bin ein Sünder, ich bin eine Sünderin’ –, ist das ein guter Schritt nach vorn, um den Herrn auf uns blicken zu lassen. Möge Jesus uns dies lehren“.

Auch heute beendete Franziskus die Messe mit der Anbetung und dem eucharistischem Segen und lud mit einem Gebet des heiligen Alfons Maria de’ Liguori zur geistlichen Kommunion ein:

„Anbetungswürdiger Jesus! Ich glaube fest, dass Du in dem heiligsten Sakramente des Altars wesentlich zugegen bist. Ich liebe Dich über alles. Meine Seele verlanget, Dich zu empfangen. Weil ich dich aber gegenwärtig wesentlich im Sakramente nicht kann empfangen, so komme geistlicher Weise und kehre mit deiner Gnade in mein Herz ein. Ich umarme Dich, oh Jesus, als schon wirklich gegenwärtig. Ich vereinige mich ganz mit Dir, lasse nicht zu, dass ich mich jemals von Dir trenne“.

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