20 Februar 2020, 13:00
Den Weg Jesu kennen, bekennen und annehmen
 
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Franziskus in Santa Marta: wer den Weg Jesu, den Weg des Kreuzes und der Demütigung nicht einschlägt, ist kein Christ. Tritt hinter mich, du Satan! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen! Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Für wen halten mich die Menschen? – Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“: Papst Franziskus kommentierte in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der sechsten Woche im Jahreskreis das Evangelium vom Tag des Christusbekenntnisses des Petrus und der ersten Ankündigung des Leidens und des Auferstehung Jesu (Mk 8,27-33).

Das Evangelium lehre uns die Schritte, die bereits von den Aposteln unternommen worden seien, um zu wissen, wer Jesus sei. Es seien drei Schritte: den Weg, den Gott für Jesus gewählt habe, zu kennen, zu bekennen und anzunehmen.

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Jesus zu kennen sei das, was „wir alle tun, wenn wir das Evangelium nehmen, wenn wir versuchen, Jesus zu kennen, wenn wir die Kinder zum Katechismus bringen (...), wenn wir sie zur Messe bringen“, aber es sei dies nur der erste Schritt, der zweite bestehe darin, Jesus zu bekennen:

„Und das können wir allein nicht tun. In der Version nach Matthäus sagt Jesus zu Petrus: ‚nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel’. Wir können Jesus nur mit der Kraft Gottes, mit der Kraft des Heiligen Geistes bekennen. Niemand kann sagen, dass Jesus der Herr ist, und ihn ohne den Heiligen Geist bekennen, sagt Paulus. Wir können Jesus nicht ohne den Geist bekennen. Deshalb muss die christliche Gemeinschaft immer die Kraft des Heiligen Geistes suchen, um Jesus zu bekennen, um zu sagen, dass er Gott ist, dass er der Sohn Gottes ist“.

Der Papst fragte sich: „Doch was ist der Sinn des Lebens Jesu, warum ist er gekommen?“. Die Beantwortung dieser Frage bedeute, den dritten Schritt auf dem Weg zur Erkenntnis von Jesus zu tun. Und Franziskus rief in Erinnerung, dass Jesus begonnen habe, seine Apostel zu lehren, dass er leiden, getötet werden und dann wieder auferstehen müsse:

„Jesus zu bekennen bedeutet, seinen Tod, seine Auferstehung zu bekennen. Es bedeutet nicht, zu bekennen: ‚Du bist Gott’ und dort stehen zu bleiben, nein: ‚Du bist für uns gekommen und für mich gestorben. Du bist auferstanden. Du gibst uns das Leben, Du hast uns den Heiligen Geist verheißen, der uns führen wird’. Jesus zu bekennen, bedeutet, den Weg anzunehmen, den der Vater für ihn gewählt hat: die Demütigung. Paulus schreibt an die Philipper: ‚Gott hat seinen Sohn gesandt, der sich entäußert hat, der sich selbst zum Diener gemacht, sich selbst gedemütigt hat, sogar bis zum Tod, zum Tod am Kreuz’. Wenn wir den Weg Jesu, den Weg der Erniedrigung, den er zur Erlösung gewählt hat, nicht annehmen, sind wir nicht nur keine Christen: wir würden das verdienen, was Jesus zu Petrus sagte: ‚Tritt hinter mich, du Satan!’“.

Papst Franziskus wies darauf hin, dass der Satan sehr wohl wisse, dass Jesus der Sohn Gottes sei, aber dass Jesus sein „Bekenntnis“ ablehne, wie er Petrus von sich selbst entferne, wenn dieser den von Jesus gewählten Weg ablehne. „Jesus zu bekennen, so der Papst, „bedeutet, den Weg der Demut und Demütigung anzunehmen. Und wenn die Kirche diesen Weg nicht beschreitet, macht sie Fehler, sie wird weltlich“:

„Und wenn wir so viele gute Christen sehen, die guten Willen haben, aber die Religion mit einem gesellschaftlichen Konzept der Güte, der Freundschaft verwechseln, wenn wir so viele Kleriker sehen, die sagen, sie folgen Jesus nach, dann aber nach Ehre, nach den prächtigen Wegen, nach den Wegen der Weltlichkeit suchen, dann suchen sie nicht Jesus, sondern sich selbst. Sie sind keine Christen. Sie sagen, sie seien Christen, aber nur dem Namen nach, weil sie den Weg Jesu, die Demütigung, nicht annehmen. Und wenn wir in der Geschichte der Kirche von vielen Bischöfen lesen, die so gelebt haben, und auch von vielen weltlichen Päpsten, die den Weg der Erniedrigung nicht gekannt, nicht akzeptiert haben, müssen wir lernen, dass dies nicht der Weg ist“.

Der Papst beschloss seine Betrachtungen mit der Aufforderung, „um die Gnade der christlichen Kohärenz“ zu bitten, „das Christentum nicht zum Aufstieg auf einer Karriereleiter zu benutzen“, die Gnade, Jesus auf seine eigene Art und Weise zu folgen, bis hin zur Demütigung.

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