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Neue Riesenorgel im Wiener Stephansdom wächst

19. Jänner 2020 in Österreich, 3 Lesermeinungen
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Österreichs größtes Musikinstrument wird beim Ostersonntags-Gottesdienst am 12. April das erste Mal seit Jahrzehnten wieder erklingen - Mit 185 Registern und 15.000 Pfeifen ist die Riesenorgel die größte Orgel des Landes


Wien (kath.net/KAP) Die Einweihung der neuen Riesenorgel im Wiener Stephansdom gilt als einer der Höhepunkte im neuen Jahr. Seit vergangenem Juni wird an der Wiedererrichtung des von Grund auf erneuerten und umgebauten Instruments auf der Westempore des Doms gearbeitet. Mit ihren 185 Registern und 15.000 Pfeifen ist das Instrument die größte Orgel Österreichs. Nach drei Jahrzehnten wird sie beim Ostersonntags-Gottesdienst am 12. April erstmals wieder erklingen, wie die Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Konstantin Reymaier, Priester, Organist und Leiter des Referats für Kirchenmusik in der Erzdiözese Wien, begleitet den Aufbau der neuen Riesenorgel von Anfang an. "Klanglich ist es eine große Herausforderung, weil der Dom eine sehr schwierige Akustik hat", erklärt er. "Sobald 500 bis 600 Leute im Dom sind, ist es akustisch wie in einem Wohnzimmer. Der Sandstein und die Verzierungen stoppen den Klang."


Aufgebaut wird die neue Orgel von der Vorarlberger Orgelbaufirma Rieger. Für das monumentale Klanginstrument wurden große Teile der alten Domorgel in einer neuen Konzeption verwendet, die auf die Raumakustik genau abgestimmt ist. Derzeit werden die letzten Teile der neuen Orgel aufgebaut.

"Es war ganz schwierig den Klang im Dom nach vorne zu bringen. Das haben wir mit überdurchschnittlichen Windrücken und mit der Mensur geschafft, dem genau abgestimmten Verhältnis von Länge und Breite der Pfeifen. Hier fahren wir mit sehr breiten Mensuren, so dass die Pfeifen nicht schrill klingen, aber der Klang nach vorne geht", erklärt Reymaier. Er betont: "Es soll nicht eine Orgel entstehen, die einfach nur groß ist, sondern die eine eigene Handschrift, eigene Klangfarben hat."

Zu Ostern 2020 soll exakt 75 Jahre nach dem zerstörerischen Brand im Stepahnsdom in den letzten Kriegstagen, dem die Alte Riesenorgel zum Opfer fiel, ihre runderneuerte Nachfolgerin in einer bis dahin nie gehörten Dimension erklingen.

Nach dem Krieg hatte ab 1956 der Wiener Orgelbauer Johann M. Kauffmann (1910-1965) in vierjähriger Bauzeit eine neue Riesenorgel errichtet, die aber 1991 stillgelegt wurde. In den vergangenen drei Jahren wurde diese Orgel zunächst bis auf das Gehäuse abgebaut. Ein Großteil der alten Orgelpfeifen wurde zur Firma Rieger nach Vorarlberg gebracht, überprüft, gesäubert und in der Folge beim Wiederaufbau der u.a. durch eine andere Aufstellung der Orgelregister grundlegend überarbeiteten Riesenorgel, in ein neues Klangkonzept integriert.

Zur neuen Riesenorgel wird auch ein umfangreiches von Konstantin Reymaier herausgegebenes Buch erscheinen. Im Juni soll es bereits die erste CD mit Reymaier an der Riesenorgel geben. Bis es soweit ist, braucht es auch noch die dringende Unterstützung durch Spender, um das Jahrhundertprojekt vollenden zu können. Wie man schon ab fünf Euro ganz einfach zu einem Schutzpatron der Riesenorgel werden kann, darüber gibt die Website www.riesenorgel.at Auskunft.

Fotostrecke aus dem Jahr 2010: Die Riesenorgel im Wiener Stephansdom


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



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