Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof von Hildesheim erwartet für 2021 noch mehr Kirchenaustritte
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  5. Lobpreis, die Beziehung zum Vater, Ruhe in Jesus
  6. Schwedischer Kardinal zieht gemischtes Fazit zu Corona-Sonderweg
  7. Anglikanischer Erzbischof: ‚Statuen werden entfernt, Namen geändert’
  8. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  9. Dümmer geht nimmer!
  10. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  11. Lackner: Werte kommen ohne Tradition und Vorgegebenes nicht aus
  12. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  13. R.I.P. Ennio Morricone
  14. Der synodale Weg funktioniert nicht
  15. „Black Lives Matter“ fordert Auflösung der Kernfamilie

Gott hat keine Angst vor deiner Geschichte!

5. Jänner 2020 in Chronik, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mut, sich seinen Problemen zu stellen: Die Therapeutin Friedegard Warkentin sprach auf der MEHR-Konferenz in Augsburg. Von Petra Knapp-Biermeier.


Augsburg (kath.net/pkb) Zum Thema „Ganz ganz sein“ sprach die deutsche Therapeutin Friedegard Warkentin in ihrem Vortrag am Sonntag auf der MEHR-Konferenz in Augsburg. Warkentin ist Supervisorin, System- und Traumatherapeutin sowie Gründerin und Leiterin der Therapeutischen Gemeinschaft ESER 21 in Augsburg.

Das Wort „Therapie“ sei bei Christen oft negativ besetzt, bemerkte die Therapeutin und verheiratete Mutter zweier Töchter. Jesus sei jedoch „der größte Therapeut“; seine Jünger seien gleichsam eine „therapeutische Gruppe“ gewesen, eine Gruppe, in der Heilung passierte. Unter Christen ortet Warkentin ein hohes „Leugnungspotential“, was Probleme betrifft.

Christen wünschten zwar „gut, nett und freundlich“ zu sein und sich richtig zu verhalten; viele wollten nicht richtig hinschauen, „was in der Tiefe bei ihnen los ist“, Probleme würden weggedrückt, berichtet Warkentin aus ihrer Erfahrung. Der Auftrag, anderen zu helfen und ihnen nahe zu sein, scheitere dann genau an den eigenen verdrängten Verletzungen.


Die Therapeutin appellierte an die Teilnehmer der MEHR2020, genau ins eigene Herz zu schauen, dorthin wo du dich gefangen oder gebunden fühlst, wo Süchte sind etcetera. „Du trägst vieles heimlich mit dir herum.“ Viele Menschen seien fixiert auf den „Kopf“, also darauf, ihr Leben mit Hilfe der Vernunft auf die Reihe zu kriegen.

Gott entgegne dieser Haltung jedoch: „Verlass dich nicht auf deinen Verstand.“ Der Verstand müsse gebraucht und von Gott erhellt werden, damit „echte Weisheit wächst“. Es gebe einen großen Unterschied zwischen Wissen und Weisheit: „Wissen ist Macht, Weisheit ist eine Brücke zum anderen.“ Sich allein über den Verstand zu retten, sei gefährlich und führe zu tiefen Schäden, denn der Mensch sei viel mehr.

„Die ungeheilten Wunden sind Zielscheiben des Feindes, sind Trigger, wo er seine Pfeile hinein setzt“, mahnte Warkentin. Sie kenne viele kompetente Personen, die Kleinigkeiten – etwa ein irritierender Anruf – komplett aus der Fassung bringen, sodass sie irrationale Entscheidungen treffen, die mit ihren ungeheilten Wunden zu tun haben.

Über diese Verletzungen seien wir jedoch permanent „angreifbar“ und deswegen führe kein Weg daran vorbei, sie zu bearbeiten und ins Licht der Wahrheit zu halten. „Wenn du unter Druck kommst, was kommt da raus aus dir?“, führte sie die Teilnehmer durch ein „Mini-Therapie“. „Ich wusste gar nicht, dass ich soviel Misstrauen in mir habe, so viele Schmerzen und Rebellion“, bekannte die Therapeutin aus ihrem eigenen Leben.

„Wir gehen in eine Zeit hinein, wo wir Christen ein neues Standing brauchen“, ermutigte sie die Zuhörer. Jesus warte darauf, „dass wir den Mut haben, da hin zu schauen“. Warkentin: „Gott hat keine Angst vor deiner Geschichte, vor den Leichen in deinem Keller. Er weiß, dass wir nicht gut sind, aber unendlich kostbar und liebenswert.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 6. Jänner 2020 

In meiner Jugendzeit

gab es die Psychotherapie - zumindest im heutigen Umfang - noch nicht. Dafür gab es noch viel mehr Seelsorge als heute. Der Unterschied ist: Psychotherapie kümmert sich um die Wunden der Psyche, welche die verschiedensten, meist von aussen kommenden Ursachen haben. Die Seelsorge kümmert sich um jene Wunden, welche die eigene Sünde der unsterblichen Seele des Menschen zufügen kann und/oder zugefügt hat. Letztere kann Psychotherapie nicht heilen. Für diese gibt es keine menschlichen Medikamente und Therapien. Für sie gibt es nur das Kreuz, die Erlösung aus Sünde und Schuld durch Christus, unseren Herrn. Leider wird dieser Unterschied heute nur allzu gerne verwischt. Grund dafür der der sich immer mehr ausbreitende Selbsterlösungswahn des Menschen. Die Psychotherapie könnte hier einen sehr wichtigen Beitrag leisten, indem sie diese Wahnvorstellungen ausräumt. Dazu aber müsste wieder Gott ins Zentrum von allem gestellt, und die Sünde wieder eine Sünde genannt werden.


6

0
 
 Andrzej123 5. Jänner 2020 
 

@Rolando

Danke für die Ergänzung, der ich nur vollständig zustimmen kann.
Wir sollen bekanntlich "70 mal 7 mal" verzeihen, doch können wir das meist nicht so ohne weiteres.
Zeit spielt eine Rolle, die Gnade Gottes und die Erkenntnis, selbst auch zu gesündigt zu haben.
Daher gingen die Älteren zuerst raus, als Jesus bzgl der Ehebrecherin die Frage nach "dem ersten Stein" aufwarf.

Freud dachte ursprünglich, dass die Erinnerung an das "Verdrängte" in einer Art Katharsis zu "Heilung" führen würde, jedoch behielten seine Kritiker recht, die statt Heilung finanziellen Umsatz via Chronifizierung und Laboriererei voraussahen.
Hinzu kommt oft weitere Chaotisierung bis hin zum Verbrechen durch Rache, zu der die "wieder bewusst gemachte Wunde" verführen kann.
Die Vorstellung, seine Seele irgendwie reparieren zu können, ist per se krankheitserregend (Adorno)... und Gott hat uns allen eben auch Verstand gegeben.


3

0
 
 Rolando 5. Jänner 2020 
 

Andrzej123

Wunden haben Verursacher. Wichtig ist es die Wunden aufzudecken lassen, vom Hl.Geist, dann ist Vergeben sehr wichtig, ja notwendig. Den Herrn bitten, in diese Wunde zu kommen, bei ihm ist alles Gegenwart, auch Vergangenes. Therapeuten können hilfreich sein, beim Finden der Wunden, doch heilen können sie nicht, das kann nur der Herr, er allein hat Zugang zur Seele, entgegen der Meinung der Esoteriker, die sich oft als Seelenklempner verkaufen.


7

0
 
 Andrzej123 5. Jänner 2020 
 

Friedegard Warkentin irrt

Wunden heilen nicht dadurch, dass man an ihnen herumpuhlt, sondern indem man sie in Ruhe lässt.
Das ist bei der Seele nicht anders als beim Körper.
(Die Geschichte von Lots Frau weist bereits darauf hin.)
Es ist vielleicht zu wenig bekannt, dass diese letztlich auf Freud zurückgehende Art von Psychotherapie, wie von Frau Warkentin (sicher in guter Absicht) in modifizierter Form vertreten, von einem erheblichen Teil der Zunft schon lange als kontraproduktiv verworfen wird.
Um aktuelle Lebenskrisen zu bewältigen, gibt es bessere Wege als diese als angebliche Folge früherer "Traumata" /"Wunden" zu deuten und idR ewig (!!) zu "bearbeiten".
Der Mensch benötigt Gottes Wort und Hilfe, doch eine scheinbiblische letztlich atheistische und esoterische Schriftdeutung kann ihn davon auch abschneiden.


5

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ökumene

  1. Bloße Aussage, Corona ist keine Strafe Gottes, völlig unzureichend
  2. Einheit ist nicht hauptsächlich das Ergebnis unseres Handelns, sondern Gabe des Heiligen Geistes
  3. 'Das Virus zeigt, dass wir so vieles nicht in der Hand haben'
  4. „Beistand, Trost und Hoffnung“
  5. „… in der Gemeinschaft mit unseren christlichen Brüdern…“
  6. „Werdet nicht so, Ihr Katholiken, wie wir Evangelischen sind“
  7. Katholische Messe in Genfer Kathedrale – Einladung zur Interkommunion
  8. Keine Ordination einer Episkopal-Bischöfin in katholischer Kirche
  9. Rein ökumenische Gemeinden in Deutschland?
  10. Das Einzige, was das menschliche Herz verändert, ist Liebe und Annahme








Top-15

meist-gelesen

  1. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  2. Dümmer geht nimmer!
  3. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  4. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  5. Benedikt XVI. wird nicht am Begräbnis von Georg Ratzinger teilnehmen!
  6. Anglikanischer Erzbischof: ‚Statuen werden entfernt, Namen geändert’
  7. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  8. Der synodale Weg funktioniert nicht
  9. Bischof von Hildesheim erwartet für 2021 noch mehr Kirchenaustritte
  10. „Herr, ich bin da!“ – Georg Ratzinger über seine Primiz
  11. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  12. Schwedischer Kardinal zieht gemischtes Fazit zu Corona-Sonderweg
  13. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  14. Wir knien nur vor dem allmächtigen Gott nieder!
  15. #alllivesmatter - Unser kath.net-Sommer-T-Shirt 2020

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz