Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  8. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

Kardinal Zen: Manipuliert Kardinal Parolin den Papst?

6. Dezember 2019 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In der Chinapolitik des Vatikan habe es in den letzten Jahren einen Kurswechsel gegeben. Dafür sei der jetzige Staatssekretär Pietro Parolin mitverantwortlich, sagt der ehemalige Erzbischof von Hongkong.


Vatikan (kath.net/jg)
Joseph Kardinal Zen (Foto), der ehemalige Erzbischof von Hongkong, hat erneut Kritik an der Vereinbarung zwischen der Volksrepublik China und dem Vatikan geübt. Er warf dem Vatikanischen Staatssekretär Parolin vor, den Papst in dieser Sache schlecht zu beraten, berichtet der Catholic Herald.

„Ich habe den Eindruck, dass Parolin den heiligen Vater manipuliert“, sagte Zen in einem Interview mit dem taiwanesischen New Bloom Magazine.

„Es ist ein echtes Geheimnis wie ein Mann der Kirche mit all seinem Wissen über China und die Kommunisten das tun kann, was er jetzt tut“, fügte Zen hinzu. Er kenne die Motive Parolins nicht. Möglicherweise stecke hinter dem Verhalten des Staatssekretärs ein starker Wunsch nach einem großen diplomatischen Erfolg, mutmaßte der ehemalige Erzbischof von Hongkong.

Die in Einheit mit Rom stehende katholische Kirche in China existiert seit Jahren im Untergrund. Das kommunistische Regime hat die „Chinesische Patriotische Katholische Vereinigung“ gegründet, deren Bischöfe nicht vom Vatikan anerkannt worden sind. Im September 2018 unterzeichneten der Vatikan und die Volksrepublik China ein Abkommen, das die Ernennung der Bischöfe regelt. Details der Vereinbarung sind nicht bekannt. Laut Bericht des Catholic Herald gibt es Meldungen, dass die „Patriotische Katholische Vereinigung“ eine Kandidatenliste erstellt, aus welcher der Papst einen Bischof auswählt.


Kardinal Zen hat das Abkommen wiederholt scharf kritisiert und als Kapitulation gegenüber der kommunistischen Regierung Chinas bezeichnet. Er hat die Geheimhaltung des Abkommens bemängelt, die so weit geht, dass nicht einmal er als einer von zwei chinesischen Kardinälen Einsicht nehmen konnte.

Im Interview mit dem New Bloom Magazine skizzierte er die Entwicklungen der Vatikanischen Chinapolitik der letzten Jahrzehnte, in der es eine wesentliche Verschiebung gegeben habe.

In den 1980er-Jahren habe der Slowake Jozef Kardinal Tomko die Kongregation für die Evangelisierung der Völker geleitet. Unter seiner Leitung habe es wiederholt Treffen mit Bischöfen und Experten aus verschiedenen Teilen Chinas gegeben, die dem Vatikanischen Staatssekretariat und der Kongregation für die Evangelisierung der Völker einen Bericht über die Lage in dem kommunistisch regierten Land gegeben hätten.

Nach der Emeritierung Tomkos 2001 hätte sich der Kurs des Vatikan gegenüber China geändert. Zen warf Mitarbeitern des Vatikan vor, sie hätten einen Text, den Papst Benedikt XVI. an die Kirche in China geschrieben hatte, in der chinesischen Übersetzung manipuliert und eine vom Papst eingesetzte Chinakommission auf das Abstellgleis manövriert.

Hinter dem neuen Kurs seien Ivan Kardinal Dias, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker von 2006 bis 2011, und Pietro Parolin, damals Untersekretär des Vatikanischen Staatssekretariats, gestanden. Er selbst sei trotz seiner Position als Erzbischof von Hongkong in Rom nicht mehr gehört worden. Zen ist 2009 als Erzbischof emeritiert.

2010 habe es bereits Gerüchte über ein Abkommen zwischen dem Vatikan und China gegeben, das aber nie zustande gekommen sei. „Ich habe keinen Beweis, aber ich gehe davon aus, dass es Papst Benedikt war, der Nein gesagt hat“, sagt Kardinal Zen.

Sein persönliches Verhältnis zu Papst Franziskus sei großartig, betonte er. Trotzdem habe der Papst seine Bedenken, die er gegenüber dem China-Abkommen von 2018 geäußert habe, nicht beantwortet. Im Interview erzählt er von seinem Versuch, einen Gesprächstermin mit Papst Franziskus zu bekommen. Die erste Anfrage sei unbeantwortet geblieben, auf die zweite habe er die Antwort bekommen, er solle sich mit Kardinal Parolin treffen. Zen lehnte ab und wurde daraufhin zum Abendessen mit Kardinal Parolin und Papst Franziskus eingeladen.

Ein Abendessen sei keine Zeit für einen Streit, sagt Zen, deshalb habe er nur von Hongkong erzählt. Nach dem Essen habe er Papst Franziskus gefragt, was er von seinen Einwänden zum Abkommen mit China halte. Papst Franziskus habe geantwortet: „Oh, oh, ich werde mir das anschauen“ und habe ihn zur Tür begleitet.

Er habe den Eindruck gehabt, der Papst werde von Kardinal Parolin manipuliert. Er befürchte, dass der Papst die schismatische Patriotische Vereinigung legitimiere. Die Mitglieder der Untergrundkirche, die Jahrzehnte der Verfolgung erduldet hat, seien verwirrt und verunsichert. Priester müssten ihre Zugehörigkeit zur Patriotischen Vereinigung schriftlich bestätigen, bevor sie ihren Dienst öffentlich ausüben können, erinnert der Kardinal.

Die kommunistische Partei werde die Katholische Kirche nie tolerieren, außer sie könne diese kontrollieren, warnt Kardinal Zen.


- Weitere kath.net-Beiträge über Kardinal Zen


© Foto: Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“
  2. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  3. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  4. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  5. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  6. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  7. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  8. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  9. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  10. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  3. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  4. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  5. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  6. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  9. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  10. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  11. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  14. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  15. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz