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Das Geheimnis der Eucharistie

20. Juni 2019 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Gedanken des Hl. Thomas von Aquin über das Fronleichnamsfest


Vatikan (kath.net)
Der einziggezeugte Sohn Gottes, der uns teilhaben lassen wollte an seiner Göttlichkeit, nahm unsere Natur an, um den Menschen zu vergöttlichen – er, der Mensch geworden ist. Doch was er von uns nahm, hat er zur Gänze hingegeben um unseres Heiles willen. Denn auf dem Altar des Kreuzes hat er seinen Leib als Opfer Gott dem Vater hingegeben, um uns mit ihm zu versöhnen. Und er vergoss sein Blut, damit es gleichzeitig unser Lösegeld und unsere Taufe sei: Losgekauft aus einer bedauernswerten Sklaverei, sollen wir von all unseren Sünden gereinigt werden. Und damit wir auf immer das Gedenken an eine so große Wohltat bewahren, ließ er den Gläubigen seinen Leib als Speise und sein Blut als Trank unter den Gestalten von Brot und Wein zurück.


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Was für ein kostbares und unfassliches Festmahl, das das Heil bringt und voller Süße ist! Gibt es etwas Kostbareres als ein solches Festmahl, bei dem uns nicht mehr wie im Alten Bund das Fleisch von Kälbern und Widdern als Speise angeboten wird, sondern Christus, der wahrhaft Gott ist? Gibt es etwas Wunderbareres als dieses sakramentale Geheimnis? […] Kein Sakrament erzeugt heilsamere Wirkungen als dieses: Es tilgt die Sünden, stärkt die Tugenden und erfüllt die Seele in überreichem Maß mit allen geistlichen Gaben. Es wird dargebracht in der Kirche für die Lebenden und die Toten, um allen dienlich zu sein, da es für das Heil aller eingesetzt ist.

Niemand kann die Köstlichkeit dieses Sakraments in Worte fassen, denn man kostet darin die geistliche Süßigkeit an ihrer Quelle. Man feiert in ihm das Gedächtnis dieser unübertroffenen Liebe, die Christus in seinem Leiden gezeigt hat. Er hat gewollt, dass die Unermesslichkeit dieser Liebe tiefer in das Herz der Gläubigen eingeschrieben sei. Daher hat er beim letzten Abendmahl nach der Feier des Pascha mit seinen Jüngern, da er aus dieser Welt zum Vater gehen sollte (vgl. Joh 13,1), dieses sakramentale Geheimnis als ewiges Gedächtnis seines Leidens eingesetzt, als Erfüllung der einstigen Vorausbilder und als größtes seiner Wunder. Und für alle, die seine Abwesenheit mit Trauer erfüllen würde, hat er diese unvergleichliche Tröstung hinterlassen.

Tantum Ergo Sacramentum - Eucharistische Anbetung



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