28 Mai 2019, 13:00
Ein Christ geht nicht in Rente. Wider die heidnische Traurigkeit
 
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Franziskus in Santa Marta: die Sünde lässt altern, der Geist mach uns immer jung. Auch wenn das Leben kein Karneval ist, ist es möglich, weiterzugehen und alle Schwierigkeiten zu überwinden. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) In seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der sechsten Woche der Osterzeit ging Papst Franziskus vom Tagesevangelium aus (Joh 16, 5-11). Der Protagonist dieses Abschnittes sei der Heilige Geist:

„Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr hat Trauer euer Herz erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt der Sünde überführen und der Gerechtigkeit und des Gerichts; der Sünde, weil sie nicht an mich glauben; der Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; des Gerichts, weil der Herrscher dieser Welt gerichtet ist“.

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In der Abschiedsrede an die Jünger vor der Himmelfahrt gebe Jesus eine wahre Katechese über den Heiligen Geist, er erkläre uns, wer er sei. Die Jünger seien traurig, als sie hörten, dass sie ihr Meister bald verlassen werde, und Jesus werfe ihnen dies vor, denn „die Traurigkeit ist keine christliche Haltung“. Doch wie sei es möglich, nicht traurig zu sein? „Gegen die Trauer“, so der Papst, „haben wir den Herrn gebeten, die erneuerte Jugend des Geistes in uns zu erhalten“. Hier komme der Heilige Geist ins Spiel, weil er es sei, der die Jugend, die uns immer erneuere, in uns sein lasse.

Ein Heiliger habe gesagt: „ein trauriger Heiliger ist ein ganz trauriger Heiliger“. So sei »ein trauriger Christ ein trauriger Christ: das geht nicht!“. Der Heilige Geist ist derjenige, der uns das Tragen der Kreuze ermögliche, und Franziskus erwähnte das Beispiel von Paulus und Silas, das in der heutigen ersten Lesung aus der Apostelgeschichte erzählt werde (Apg 16,22-34): sie hätten in Ketten Loblieder an Gott gesungen.

Der Heilige Geist erneuere alles. Der Heilige Geist „ist es, der uns im Leben begleitet, der uns stützt“, er sei der „‚Paraklet’: was für ein seltsamer Name!“. Franziskus rief die Geschichte in Erinnerung, als er als Priester bei einer Messe für Kinder an einem Pfingstsonntag sie gefragt hatte, ob sie wüssten, wer der Heilige Geist sei. Und ein Kind habe geantwortet: „der Gelähmte“ („paralitico“ statt „Paraclito“). Und auch wir dächten bisweilen, „dass der Heilige Geist ein Gelähmter ist, dass er nichts tut...“:

„Paraklet: das Wort Paraklet bedeutet ‚der, der neben mir ist, um mich zu stützen’, damit ich nicht falle, damit ich weitermache, damit ich diese Jugend des Geistes bewahre. Der Christ ist immer jung: immer. Und wenn das Herz des Christen zu altern anfängt, beginnt seine Berufung als Christ zu schwinden. Entweder bist du jung im Herzen, in der Seele oder du bist nicht ganz christlich“.

Franziskus fuhr fort und erklärte, dass es im Leben Schmerzen geben werde, Paulus und Silas seien geschlagen worden und hätten gelitten, „aber sie waren voller Freude, sie haben gesungen...“:

„Das ist die Jugend. Eine Jugend, die dich immer die Hoffnung sehen lässt: das, komm schon, weiter! Aber um diese Jugend zu haben, brauchen wir einen täglichen Dialog mit dem Heiligen Geist, der immer neben uns ist. Er ist das große Geschenk, das Jesus uns hinterlassen hat: diese Unterstützung, die dich vorangehen lässt“.

Und „selbst wenn wir Sünder sind, hilft uns der Geist bei der Umkehr und lässt uns nach vorne schauen: sprich mit dem Geist“, so der Papst, „er wird dich unterstützen und dir die Jugend zurückgeben“.

Die Sünde hingegen lasse altern: „Die Seele altert, alles altert. Niemals diese heidnische Traurigkeit!“. Im Leben gebe es schwierige Momente, aber in diesen Momenten fühlten wir, dass der Geist uns beistehe, vorwärts zu gehen und die Schwierigkeiten zu überwinden. Sogar das Martyrium“. Und der Papst beschloss seine Betrachtungen:

„Bitten wir den Herrn, diese erneuerte Jugend nicht zu verlieren, keine pensionierte Christen zu sein, die ihre Freude verloren haben und sich nicht voranbringen lassen... Der Christ geht nie in Rente. Der Christ lebt, er lebt, weil er jung ist – wenn er ein wahrer Christ ist“.

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