04 April 2019, 10:00
Fragen und die Kraft des Gebets
 
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„In Neuseeland wurde ein grässlicher Anschlag auf Muslime verübt, grauenhaft!“ – In Nigeria wurden Christen getötet, „Weltpresse interessiert dies nur am Rand“. Gastbeitrag von Gloria von Thurn und Taxis/Neue Bildpost/Katholische SonntagsZeitung

Augsburg (kath.net/ Neue Bildpost/Katholische SonntagsZeitung) Terror jeder Art ruft unser Entsetzen hervor. Jeder ist ein Anschlag auf unser aller Leben und unsere über Jahrhunderte so hart erkämpfte Freiheit. Deshalb erstaunt es mich sehr, dass Anschläge unterschiedlich aufgenommen werden.

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Nach den Anschlägen im Januar 2015 auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris hieß es wochenlang von allen Seiten „Je suis Charlie“. Auch von gänzlich unerwarteter Seite kamen Sympathie- und Solidaritätsbekundungen. Schön! Etwas später wurde dann einem Priester während der Heiligen Messe von Islamisten die Kehle durchgeschnitten. Das war grässlich. Wer hat darüber berichtet, wie ausführlich war die Berichterstattung?

Vor kurzem wurde in Neuseeland ein grässlicher Anschlag auf Muslime verübt, grauenhaft! Fast zu gleichen Zeit wurden in Nigeria zum wiederholten Male Christen getötet – seit Februar 120 Menschen. Weitere wurden schwer verletzt, Häuser und Dörfer zerstört. Zwar kann man in einschlägigen Medien gelegentlich davon lesen. Die Weltpresse interessiert dies nur am Rande. Was bedeutet das? Und was bedeutet es, dass kriminelle Verfehlungen in der Kirche, die anderswo genauso häufig vorkommen, wochenlang thematisiert werden und zum Argument für tiefgreifende Veränderungen herhalten sollen?

Das sind die Fragen, denen wir uns stellen müssen. Aber noch wichtiger als alle Fragen ist das Beten. Ich erinnere mich an den verstorbenen Kardinal Joachim Meisner (1933 bis 2017), der mir einmal sagte: „Jedes Mal, wenn ein Priester abtrünnig wird, klopfe ich mir an die Brust und mache mir selbst den Vorwurf: Habe ich mich genügend für meine Priester geheiligt?“

Ich wage den Vorwurf an uns alle. Wir haben in den letzten Jahrzehnten zu viel für normal und selbstverständlich gehalten und nicht intensiv genug für die Kirche und die Priester gebetet. Vielleicht wäre damit schon viel gewonnen: jedes Mal, wenn wir uns über die Zustände beschweren, auch gleich ein Stoßgebet für Kirche und Priester zum Himmel zu schicken.

Foto Gloria von Thurn und Taxis: Archivbild

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