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„Durch unsere Straßen fließt das Blut wie Wasser“

20. März 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Erster „Abend der Zeugen“ von „Kirche in Not“ in München


München (kath.net/KIN) Zum ersten Mal hat der deutsche Zweig der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ am vergangenen Sonntag, 17. März, zu einem „Abend der Zeugen“ eingeladen. Bei der Gebetsveranstaltung in der Münchener Franziskanerkirche St. Anna im Lehel berichteten Christen aus Ägypten, Nigeria und Syrien über Christenverfolgung und Diskriminierung in ihren Heimatländern.

„Wir beten heute einen lebendigen Kreuzweg, weil wir lebendige Zeugen der leidenden Kirche unter uns haben“, erklärte der Geistliche Assistent von „Kirche in Not“ International, Pater Martin Barta. Er wies auf eine im Altarraum stehende Ikone des heiligen Johannes hin. Sie stammt aus der syrischen Stadt Homs. Die Soldaten des sogenannten „Islamischen Staates“ hatten bei der Eroberung das Gesicht der Ikone zerstört – so wie bei zahlreichen anderen Bildern und Kreuzen. „Wir wollen heute den verfolgten Christen wieder ein Gesicht geben“, erklärte Barta.

Kirche erstrahlte im Rot der Märtyrer

Um auf das Schicksal von Millionen verfolgter Christen weltweit aufmerksam zu machen, wurden bei der Veranstaltung der Altarraum und die Fassade der Klosterkirche rot angestrahlt. Die rote Farbe soll das Blut der christlichen Märtyrer symbolisieren.

Die Beleuchtungsaktion war angelehnt an den von „Kirche in Not“ initiierten „Roten Mittwoch“ (Red Wednesday). Im Rahmen dieser Aktion wurden weltweit bereits zahlreiche berühmte Bauwerke rot angestrahlt, um auf religiöse Verfolgung aufmerksam zu machen, unter anderem das Kolosseum in Rom, die Westminster-Kathedrale in London, die Kirche „Sagrada Familia“ in Barcelona und „Sacré-Cœur“ in Paris.

Ägypten: „Kirche der Märtyrer“

Der koptisch-orthodoxe Erzdiakon Mina Ghattas rief den Zuhörern in der vollbesetzten Klosterkirche in Erinnerung, dass die Kopten die letzte große christliche Gemeinschaft im Nahen Osten seien und sich selbst als „Kirche der Märtyrer“ bezeichnen. Dies habe nicht nur historische Gründe, wie das Schicksal der 21 Märtyrer von Libyen im Februar 2015 zeige. Diese waren nahe der Stadt Sirte von IS-Terroristen enthauptet worden. Die Mörder hielten die Tat auf Video fest.

Trotz eines Bevölkerungsanteils von etwa 20 Prozent der Bevölkerung seien Christen in Ägypten nach wie vor in allen Lebensbereichen der Gesellschaft unterrepräsentiert, es gebe keine Kopten in hohen Ämtern und Schlüsselpositionen des Landes. Regelmäßig komme es zu Entführungen von christlichen Mädchen und Frauen. Diese würden gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Oft verschwinden auch christliche Jungen und Männer, die dann später tot aufgefunden würden. „Diese Nachrichten gelangen nur sehr selten in die Leitmedien“, bedauerte Ghattas, der in Wiesbaden lebt und familiäre Verbindungen nach Ägypten hat.

Der Erzdiakon machte auch auf hoffnungsvolle Entwicklungen aufmerksam: So habe der Großscheich der Al-Azhar Universität von Kairo, Ahmad Mohammad al-Tayebb, aus Anlass der Weihe der neuen koptisch-orthodoxen Kathedrale bei Kairo versöhnliche Wort gesprochen und gefordert, Muslime müssten sich bei dem Schutz von Kirchen „vor die Christen stellen“.

Syrien: Sorge für die traumatisierten Menschen

In einem weiteren Vortrag beschrieb die in Damaskus geborene Schwester Annie Demerjian vom Orden der „Schwestern Jesu und Mariens“ die Lage in der syrischen Stadt Aleppo nach acht Jahren Krieg. Die langen Jahre des brutalen Konflikts hätten bei vielen Menschen ein tiefes Trauma verursacht. Das gelte besonders für die Kinder. „Sie haben nur Zerstörung, Gewalt und Tod kennengelernt“, so Schwester Annie.

Viele Familien seien ausgewandert, weil sie keine Hoffnung mehr auf eine bessere Zukunft hatten. Den Daheimgebliebenen gilt ihre ganze Fürsorge. Schwester Annie versorgt mit Hilfe von „Kirche in Not“ und anderen kirchlichen Stellen hunderte Familien in Aleppo und Damaskus mit Lebensmitteln, Medikamenten, Mietbeihilfen und vielen anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Diese Notfallhilfe sei die „einzige Einnahmequelle“, nachdem viele Menschen ihre Arbeitsstellen verloren hätten.

Nigeria: Christen „wahllos abgeschlachtet“

Die aus Nigeria stammende Schwester Madonna (Foto) von den „Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens“ monierte in ihrem Vortrag ein Nord-Süd-Gefälle in ihrer Heimat. Während es im mehrheitlich christlich geprägten Süden des Landes trotz Korruption eine funktionierende Infrastruktur mit Schulen, Universitäten und Krankenhäusern gebe, herrsche im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes vielfach Willkür auf der Grundlage der Scharia. Die für viele Massaker an Christen verantwortlichen muslimischen Fulani-Hirten seien keine Nigerianer, sondern Einwanderer. Es handele sich nicht um einen ethnischen Konflikt, sondern um Terrorismus, durch den Christen „wahllos abgeschlachtet“ würden. „Sie töten Menschen, weil sie Christen sind. Durch unsere Straßen fließt das Blut wie Wasser“, so Schwester Madonna.

Trotz dieser Bedrohungen und vielfältiger anderer Probleme würden die Christen fest im Glauben stehen und auch laut ihre Stimme gegen das Unrecht erheben. „Bitte, denkt an uns und betet für uns“, bat Schwester Madonna. Der Abend endete mit einer heiligen Messe in der benachbarten Pfarrkirche St. Anna. An ihr wirkten die Firmbewerber der Pfarrei und der Chor der syrisch-orthodoxen Gemeinde München mit.

Beitrag zur Bewusstseins- und Gewissensbildung

„Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass sich so viele Menschen unserem Gebetsaufruf angeschlossen haben“, erklärte Florian Ripka, der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland. „In der Öffentlichkeit spielen das Leid und die Not der verfolgten Christen eine untergeordnete Rolle. Sie sind oft vergessen, obwohl Europa als christlich geprägter Kontinent doch eine besondere Verpflichtung gegenüber ihnen hat.“

„Kirche in Not“ setze sich mit der Hilfe für verfolgte und notleidende Christen in 149 Ländern dafür ein, das zu ändern, sagte Ripka. „Diese Solidarität ist keine Einbahnstraße: Das Zeugnis der verfolgten Christen kann auch uns im Glauben bestärken. Das ist einer säkularen Gesellschaft immer wichtiger.“

Foto: Schwester Madonna aus Nigeria berichtete über die Lage der Christen in ihrer Heimat (c) Kirche in Not



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Lesermeinungen

 Adamo 20. März 2019 
 

Satanische Christenverfolgung durch Muslime

Wenn man von den Ergebnissen der DBK Frühjahrskonferenz vom 11.-14.März 2019 in Lingen erfährt, ist man erschüttert mit welchem antichristlichen Quatsch sich unsere deutschen Bischöfe befassen, angesichts dieses aktuellen Tatsachenberichtes von "Kirche in Not" über die satanischen Christenmassaker der fanatischen Muslime.


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 Wunderer 20. März 2019 
 

Gut, daß kath.net berichtet; bitte weiter so

Wie könnten denn die antichristlichen Großmedien über die Verfolgungen und starken Benachteiligungen der Christen nur ein wenig objektiv berichten? Wie können hartgesottene Christenfeinde über Christenverfolgung berichten?! Da sollte man sich von diesen auch nicht abhängig machen, nur weil sie "mainstream" sind. Die "mainstream-Medien" hatten vor 2000 Jahren auch nichts von Jesus Christus, seiner Kreuzigung, Auferstehung und dann den Verfolgungen der Apostel und ersten Christengemeinden berichtet. Darüber erfuhren die Christen allein von ihren "Medien".

Ja, es ist so schlimm, was den Christen von den Moslems angetan wird. Und in unseren Ländern bekommen sie die Teppiche ausgelegt. Aber so ist`s in der "Welt".
"Keine Angst, ich habe die Welt besiegt", sagt der Herr. Und so wird`s auch hier und heute und in Zukunft immer wieder sein.


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 julifix 20. März 2019 

@Sputnik

mit einem Wort, dass was bei nich politisch korrekten Themen immer tun: schweigen.
Gott schaut zu, Christus leidet immer noch am Kreuz, die Frage ist wie lange noch...
Wehe uns, wenn der Zorn Gottes über uns ausgegossen wird, wehe


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 Sputnik 20. März 2019 
 

Was tun unsere Medien?

Wo bleibt die Information über diese Veranstaltung von Kirche in Not in bedeutenden Zeitungen bzw. öffentlich-rechtlichen Medien? Anscheinend waren wohl keine renommierten Journalisten anwesend. Bei einer Bekanntgabe von priesterlichen Übergriffen wäre es bestimmt anders gewesen.


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