Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. Écône, zum Zweiten
  7. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  8. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  9. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  10. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  11. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  12. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  13. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit

Lieber Aaron als Mose folgen?

20. März 2019 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Exit der Bischöfe aus der radikalen Nachfolge Jesu? Gastkommentar von Helmut Müller


Vallendar (kath.net) Lieber Aaron als Mose folgen? Lieber Mose und den Jüngern folgen als Jesus? Diese Rückschlüsse muss man ziehen, wenn man das Verhalten Israels am Berge Sinai und dasjenige der Jünger Jesu betrachtet, wenn sie sich in Scheidungsfragen auf den nicht so strengen Mose berufen. Genauso bleibt der reiche Jüngling lieber traurig in der für ihn lebbareren Nachfolge Mose, als dem herausfordernden Ruf Jesu zu folgen. Denken etwa einige Bischöfe ähnlich, wenn sie alle einen „synodalen Weg zu Sexualmoral und Zölibat“ unter Einbezug des ZdK gehen wollen.

Als Mose mit den Gesetzestafeln vom Berg Sinai kam, sah er wie das Volk mit der Erlaubnis Aarons um das goldene Kalb tanzte. Aus Zorn zerschmetterte er daraufhin die Gesetzestafeln am Fuße des Berges. Hätte Mose vielleicht am Fuße des Sinai Aaron und das Volk mit einbeziehen sollen? Das tat er nicht. Begegnen wir andererseits heute nicht einem vergleichbaren Verhalten und geben einige Bischöfe den Forderungen nach Strukturreformen und einer Veränderung der Sexualmoral, der Aufhebung des Zölibats, der Missachtung der Theologie des Leibes von Johannes Paul II., der Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zur Eucharistie nicht scheibchenweise nach? Momentan haben diese Forderungen aus der Herde und manchen Hirten Hochkonjunktur und noch nie so große Aussichten auf Erfolg. Warum? Weil einige Hirten und Oberhirten, ja auch die Herde selber in der Vergangenheit wahre Verbrechen begangen und eine himmelschreiende Unmoral gelebt, vertuscht, geduldet oder nicht geahndet haben.


Werden nicht wieder Gesetzestafeln an Bischofssitzen oder sogar im Vatikan zerschmettert? Dieses Mal nicht aus Zorn von Hirten und Oberhirten über das Verhalten der Herde, sondern vor Zerknirschung und Scham, sie nicht beachtet zu haben. Der Vergleich zeigt, dass das nicht die Lösung sein kann. Die Lösung wäre doch, Mose am Sinai zu folgen gegen Aaron und Jesu Zurechtweisung seiner Jünger in der Frage nach dem Scheidebrief.

Wir sind in der Fastenzeit. Was anderes ist Sinn der Fastenzeit? Nicht in irgendeiner Hinsicht auf etwas zu verzichten, sondern neu ausgerichtet, das auf den Tafeln des Sinai Weg weisende, als gelingendes Leben tatsächlich zu leben. Oder auf Jesus gewendet, den ebenfalls auf einem Berg verkündeten Seligpreisungen, spirituell zu folgen. Die Strukturen oder die Moral sind weniger das Problem, als das bequeme Leben in „denselben“ oder das nicht zu sehr „anstrengende Leben“ eben „derselben“. Der Zölibat als angeratene Lebensweise um des Himmelreiches willen ist keine Pflicht, sondern Jesus und die ihm so ernsthaft folgende Kirche verbinden diese Lebensweise damit, das kommende Gottesreich schon jetzt zu leben. Nicht anders die Theologie des Leibes. In den Phasen wechselnder Fruchtbarkeit rät sie Askese und Ekstase, nicht wie das indische Kamasutra zu leben, um die Lust zu steigern, sondern um die Liebe zueinander, in Entsagung und Erfüllung zu vertiefen. Wenn dann nach der Askese Lust ekstatisch erlebt wird, darf sie dankbar als Erfüllung genossen werden. Das ist etwas ganz anderes, als die Theologie des Leibes als nicht zu erfüllende Norm darzustellen, um dieselbe dann als lustfeindliche zerschmettern zu können wie die Tafeln am Sinai.

Natürlich kann man mit der Bergpredigt und den Seligpreisungen kein Volk regieren wie Helmut Schmidt einmal sagte, aber jedem Volk täte es gut, wenn einige danach leben würden. Nichts anderes verlangt Jesus und auch bisher noch Papst und Bischöfe, wenn Kirche Sauerteig, Salz und Licht in der Welt sein soll. Auf gar keinen Fall sollte sie Forderungen, die nicht aus den Evangelien stammen, sondern die von überall her, wie jüngst aus der Bildzeitung auf sie einprasseln, nachgeben. Denn schon Israel sollte unter Mose Licht unter den Völkern sein. Das signum levatum, das hocherhobene Zeichen unter den Völkern sollte auch Auftrag der Kirche sein. Sie liegt nur deshalb heute so skandalös am Boden, weil wir alle, nicht nur unsere Hirten und Oberhirten, diesem Auftrag nicht gerecht geworden sind und eben nicht, weil Missbrauch schon automatisch durch säkulare Strukturen niedergehalten werden würde. Erst wenn die Weisungen von den beiden Bergen, dem Sinai und dem Berg der Seligpreisungen wieder erkennbar werden, wird überhaupt erst klar, wie, ob oder welche Strukturen verändert werden müssten

kath.net-Buchtipp:
Zeitgerecht statt zeitgemäß
Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist
Von Helmut Müller
Hardcover, 244 Seiten
2018 Bonifatius-Verlag
ISBN 978-3-89710-790-8
Preis Österreich: 15.40 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  7. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  8. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  9. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  10. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  11. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  12. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  13. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  14. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  15. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz