Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  13. Beschließen ohne zu entscheiden?
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Die Nazi-Projektion

Kardinal Schönborn: Missbrauchsvertuschung ist "Gegenevangelium"

13. März 2019 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Erzbischof in "Vatican News"-Interview zum 6. Jahrestag der Wahl Jorge Bergoglios zum Papst: Konkretes Handeln von Franziskus bei Kinderschutz "äußerst kohärent" - Kinderschutzkonferenz habe "natürlich im Nachhinein auch Kritik erfahren"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborn sieht Missbrauch, Täterschutz und Vertuschung als Praktizierung eines "Gegenevangeliums", und er verteidigt die bisher erfolgten Schritte von Papst Franziskus zu besserem Kinderschutz in der Kirche. Er sei dem Papst sehr dankbar, dass er die Ende Februar veranstaltete große Kinderschutzkonferenz in Rom einberufen habe, sagte der Wiener Erzbischof am Dienstag in einem "Vatican News"-Interview zum sechsten Jahrestag der Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum Nachfolger des Apostels Petrus.

Die Kinderschutzkonferenz habe "natürlich im Nachhinein auch Kritik erfahren", jedoch "zum Teil, wie ich glaube, zu Unrecht", so Schönborn: "Ich habe sie als äußerst positiv und zukunftsorientiert erlebt. Der Papst wollte deutlich machen, dass es in allen Teilen der Welt, in allen Teilen der katholischen Kirche durch die Einberufung aller Bischofskonferenz-Vorsitzenden ein klares gemeinsames Bemühen und Kämpfen darum geben muss, dass die Diener des Evangeliums nicht zu Boten des Gegenevangeliums werden, des totalen Gegenzeugnisses zur Barmherzigkeit."


Tatsächlich sei es "wirklich unvorstellbar, dass die, die von Jesus besonders privilegiert waren - die Kleinen, die Schwachen, die Kinder - Opfer von Missbrauch werden". Dies dürfe es in der Kirche einfach nicht geben, hob der Wiener Erzbischof hervor: "Darum sehe ich das so schmerzlich."

Das konkrete diesbezügliche Handeln des Papstes sei "äußerst kohärent" mit seinem Programm, wie er es am Anfang seines Pontifikats gewollt und gesagt habe, nämlich: "Die Freude des Evangeliums dürfen wir uns nicht nehmen lassen; sie muss wieder aufleben", sagte Schönborn. Demgegenüber bedeute Missbrauch, dass Menschen die Freude des Evangeliums geraubt und zerstört werde, und zwar durch Verkünder der Frohbotschaft - "Menschen, die eigentlich die Frohe Botschaft verkündigen sollten".

Papst Franziskus stelle sich hier klar auf die Seite der Betroffenen und sage, "dass unser erster Blick den Opfern von Missbrauch gelten muss". Er betone, dass es Missbrauch von Macht, von spiritueller Autorität, von sexuellem Verlangen und anderen menschlichen Triebkräften gebe. "Besonders Missbrauch Schwachen und Kleinen gegenüber ist so konträr gegenüber dem Evangelium, dass, wer die Freude des Evangeliums verkünden will, das Übel der Zerstörung dieser Freude natürlich bekämpfen muss", sagte der Kardinal in dem Interview.

Freude als Reformanliegen

Schönborn erinnerte zudem an das Papstschreiben "Evangelii gaudium". Dieses stelle das große Thema dieses Pontifikats dar, die Freude des Evangeliums: "Papst Franziskus hat uns allen von Anfang an zugerufen: 'Lasst euch die Freude am Evangelium nicht nehmen!'" Dies sei insofern ein Reformanliegen, weil ja die Barmherzigkeit stärker betont werden solle, wobei aus kirchengeschichtlicher Sicht "dieses Reformanliegen das ewige Anliegen" sei.

Es gelte, dass "wir alle, die wir Kirche sind", uns am Evangelium orientieren. Das bedeute auch Reform in den Institutionen, was ebenfalls "von Anfang an ein Anliegen des Papstes" gewesen sei, so der Wiener Erzbischof. Als von Franziskus ernanntes Mitglied der Kardinalskommission zur Aufsicht über die Vatikanbank könne er etwa das von Benedikt XVI. begonnene und Franziskus fortgesetzte Bemühen bezeugen, in den Finanzen der Vatikanbank "wirklich Ordnung zu schaffen".

Es sei aber noch viel zu tun, "auch an Modernisierung und Organisation", räumte der Wiener Erzbischof ein. Ziel sei immer, dass die Strukturen dem Evangelium dienten. Das sei bereits das Anliegen aller vorgehenden Päpste gewesen, und "in dieser Perspektive steht natürlich auch die Kurienreform", an der Franziskus von Anfang an zu arbeiten begonnen habe.

Den Stil von Franziskus bezeichnete Schönborn als "sehr erfrischend", wenn auch "manchmal ein bisschen verwirrend, weil der Stil eines Lateinamerikaners einfach anders ist als der Stil eines Bayern, eines Polen oder eines Norditalieners". Franziskus habe jedenfalls "die große Erfahrung der Kirche von Lateinamerika eingebracht", was "uns unglaublich gut" tue. Für die Kirche sei es nämlich "eine ganz wichtige neue Erfahrung, Europa, das alte Zentrum der Kirche, ein wenig zu verlassen".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Schönborn

  1. Kardinal Schönborn: "Wenn sich bei uns so viele Menschen vom Christentum verabschieden..."
  2. Wird Kardinal Schönborn jetzt die linksextreme Plattform Bluesky verlassen?
  3. "Mein größter Wunsch: Das gegenseitige Wohlwollen soll nie verloren gehen"
  4. Der Populismus des Wiener Kardinals
  5. Schönborn: Geist Ratzingers entscheidend für "Weltkatechismus"
  6. Schönborn bei Maria-Namen-Feier: Kraft des Gebets schrumpft nicht
  7. Schönborn übt heftige Kritik am deutschem Synodalen Weg - "Instrumentalisierung des Missbrauchs"
  8. Schönborn: Schon acht Jahre Krieg in der Ukraine
  9. "Wieder eine Kirche Gottes und der Menschen zu werden, und nicht guter Partner des Staates!"
  10. Kirche der Barmherzigkeit? - Kardinal von Wien feuert Polizeiseelsorger nach Demo-Auftritt







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  13. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz