22 Februar 2019, 12:00
Es gibt eine Alternative!
 
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Es gibt eine Alternative“ – gegen das Töten als Exit-Strategie der Verzweiflung - BeneDicta am Freitag von Gudrun Trausmuth

Wien (kath.net)
„Wir sind da. Wir lieben euch. Und wir heißen euch willkommen. Es gibt eine Alternative.“ Warme Worte des New Yorker Kardinals Dolan, und die einzig richtige Reaktion der Kirche auf die noch weitergehende Liberalisierung der Abtreibungsgesetze im Bundesstaat New York, die eine Abtreibung bis zur Geburt erlauben.

Es muss uns bewusst sein, dass die Welt sich am Abgrund befindet, wenn die Empathie gegenüber den Schwächsten auf allen Ebenen abgeschafft wird, und nicht nur das: Es wird mittlerweile großflächig implizit oder ausdrücklich argumentiert, dass Töten – etwa im Falle schwerer Beeinträchtigung eines ungeborenen Kindes - die humanere Lösung sei.

Töten als Lösung. Die Seiten sind übrigens jederzeit austauschbar, aus der Qual „das entscheiden zu müssen“ kann man schnell – durch Unfall, Krankheit, oder das Alter – auf die andere Seite, dessen, der sterben soll, „gestorben wird“, geraten.

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Wir halten uns selbst nicht mehr aus, der Mensch erträgt die Bedingungen des Menschseins nicht mehr: Die versuchte Abschaffung des Leidens durch Töten ist eine Exit-Strategie der Verzweiflung.
-Und sie ist trügerisch, denn das Leid derer, die durch Auslöschung etwas lösen möchten, verschwindet nicht, nicht sondern wird nur auf eine andere Ebene transferiert und verschärft um die Dimension der Schuld.

Im Falle der Abtreibung kommt dazu, dass über betroffenen Frauen ein Schweigegebot lastet, denn dass viele, die ihr Kind abgetrieben haben, extrem darunter leiden, darf im öffentlichen Diskurs nicht vorkommen - hier wird mit allen Mitteln versucht, eine Systematik der Verdrängung konsequent beizubehalten. Beispiel Deutschland: Im Gegenzug der Lockerung des Werbeverbots für Abtreibungen, hat Gesundheitsminister Jens Spahn, für die Durchführung einer vierjährigen wissenschaftlichen Studie zu den psychischen Folgen von Abtreibung, fünf Millionen Euro bewilligt. Die Lage ist so verfahren, dass man sich über diesen politischen Handel freuen muss: durch die Bewilligung der Studie erhöht sich die Chance, dass via Anerkennung des von Abtreibungsaktivisten immer noch bestrittenen „Post Abortion Syndroms“ endlich Fakten hinsichtlich der psychischen und physischen Folgen thematisiert werden. Dass es massiven Widerstand gegen die Studie gibt, zeigt, dass man derartige Offenlegungen und daraus eventuell erwachsende Vorinformation von Frauen im Schwangerschaftskonflikt auf keinen Fall will. Dabei müsste es doch, dies sei einmal ganz drastisch jenseits aller ethischen Überlegungen gesagt, auch viel eher im Interesse des Staates und der schrumpfenden westlichen Gesellschaften sein, die Geburt neuer Bürger zu unterstützen, als das Gesundheitsbudget durch nicht absehbare- und bis dato noch gar nicht offengelegte - Folgekosten von Abtreibungen zu belasten. Für den Staat und die Zukunft unserer Gesellschaft wäre es in vielerlei Hinsicht logischer und kostensparender, Maßnahmen zu setzten, die Geburten fördern, dh Abtreibungen verhindern, als den Zugang zur Abtreibung immer mehr zu liberalisieren, dadurch weniger Kinder und dafür mehr belastete Frauen (und Männer) zu generieren.

Ein Schritt in die richtige Richtung sind die - von 56.000 Unterzeichnern geforderten - Maßnahmen der Bürgerinitative (https://fairändern.at/), welche in einer sehr realistischen Abschätzung der Lage und der Realisierbarkeit den Hebel für ein lebensfreundlicheres Österreich an folgenden Punkten ansetzen möchte:

1. Anonyme Statistik und Motivforschung von Schwangerschaftsabbrüchen,

2. Hinweispflicht des Arztes auf Unterstützungs- und Beratungsangebote für schwangere Frauen,

3. Breitgefächertes Unterstützungs- und Beratungsangebot für Eltern,

4. Bedenkzeit zwischen Anmeldung und Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs,

5. Informationskampagne über Adoption/Pflege als Alternative zum Schwangerschaftsabbruch,

6. Abschaffung der eugenischen Indikation.

Noch einmal zurück zum Thema Leid, das vor allem in Bezug auf Spätabtreibung (vgl. eugenische Indikation) oft als Schlüsselbegriff der Argumentation pro Abtreibung verwendet wird: Leid lässt sich nicht verhindern, es gehört zum Leben. Wir alle tendieren dazu, Leid zu vermeiden. Es gibt aber existenzielle Situationen, wo Leid sich nicht verhindern lässt, und zwar unter keinen Umständen, egal, wie radikal und verzweifelt man agiert um den Grundes des eigenen und des Leides des nahen Menschen auszuradieren. - Wesentlich für unser Leben mit dem Leid ist unser Umgang damit: Lassen wir es grundsätzlich zu, sehen wir es als eine Variante des Geschmacks, den unser Leben (auch) haben kann? Oder halten wir die Illusion des perfekten, glatten, gesunden und leidfreien Leben aufrecht, solange es geht? Der zweite Weg ist eine Sackgasse, die uns am Ende mit einer Mauer konfrontiert, der erste Weg hingegen, kann uns überraschen: im Bitteren kann auch Süßigkeit liegen, im Nicht-Perfekten eine unerwartete, neue Art der Freude, im Kranken und Bedürftigen die Entdeckung der Wahrheit über uns selbst….

„Wir sind da. Wir lieben euch. Und wir heißen euch willkommen. Es gibt eine Alternative“. Das ist die Botschaft, die die Menschen brauchen, um Entscheidungen für das Leben, für ein wirklichkeitsbezogenes Leben, das auch Leid integrieren kann, treffen zu können. Signalisieren wir das auch mit den notwendigen politischen Maßnahmen: „Es gibt eine Alternative“.


Inka Hammond: Schluss mit geistlicher Low-Carb-Diät! from kath.net on Vimeo.

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