Login




oder neu registrieren?

Ein Hinweis: Die mobile Version von kath.net startet in einigen Tagen. Bitte noch um etwas Geduld!

Aktuelles Chronik Deutschland Österreich Schweiz Kommentar Interview Weltkirche
Prolife Familie Jugend Spirituelles Kultur Buchtipp Reise English

Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kommt Corona-Impfpflicht?
  2. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  3. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  4. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  5. Weihwasser aus der Spritzpistole
  6. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  7. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  8. Die Schuhe sind längst zu klein
  9. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  10. Forscher warnen: 1,2 Millionen Kinder weltweit werden indirekt durch Corona sterben

Das Martyrium des Johannes und die vier Protagonisten

8. Februar 2019 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: das Leben hat Sinn, wenn es geschenkt wird. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Das Martyrium des Johannes, des größten Menschen, der von einer Frau geboren wurde, ist laut Jesus ein großes Zeugnis: das Leben hat nur dann Wert, wenn es anderen „in der Liebe, im Alltag, in der Familie“ gegeben wird. Papst Franziskus kommentierte in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der vierten Woche im Jahreskreis das Tagesevangelium nach Markus vom Sterben des Johannes des Täufers (Mk 6,14-29).

Dabei handle es sich um eine Geschichte mit vier Gestalten. Auf sie soll offenen Herzens gesehen werden, dass der Herr zu uns spreche: der König Herodes, „korrupt und unentschlossen“, Herodias, die Frau des Bruders des Königs, der „nur hassen konnte“, Salome, „die eitle Tänzerin“ und „der Prophet , der allein in einer Zelle enthauptet wird“. Eine Geschichte, die Franziskus vom Ende her beschreibt, mit den Jüngern des Johannes, die „kamen und seinen Leichnam holten und ihn in ein Grab legten“.

„Der Größte endete auf diese Weise“, so der Papst: „aber Johannes wusste das, er wusste, dass er sich vernichten musste“. Er habe dies von Anfang an gesagt und dabei von Jesus gesprochen: „Er muss wachsen, ich aber geringer werden“. Und er „ist bis zum Tod geringer geworden“. Er sei der Vorläufer, der Ankündiger Jesu gewesen, der gesagt habe: „Ich bin es nicht, er ist es“, der Messias. „Er zeigte ihn den ersten Jüngern“, rief der Papst in Erinnerung, „und dann erlosch sein Licht nach und nach, bis zur Dunkelheit jener Zelle im Gefängnis, allein, wo er enthauptet wurde“.

„Doch warum ist das geschehen?“, fragte sich Franziskus: „Das Leben der Märtyrer ist nicht leicht zu erzählen, das Martyrium ist ein Dienst, es ist ein Geheimnis, es ist ein besonderes und sehr großes Geschenk des Lebens“. Und schließlich „enden die Dinge gewaltsam, weil menschliche Haltungen dazu führen, dass einem Christen, einem ehrlichen Menschen das Leben genommen und er zum Märtyrer gemacht wird“.

Dann analysierte der Papst die Haltung der drei Protagonisten des Martyriums. Vor allem der König, der „glaubte, Johannes sei ein Prophet“, „er hörte ihm willig zu“, er habe ihn an einem gewissen Punkt geschützt, aber ihn im Gefängnis behalten. Er sei unentschlossen gewesen, weil Johannes „ihn wegen seiner Sünde des Ehebruchs zurechtwies“. Im Propheten „spürte Herodes die Stimme Gottes, die zu ihm sagte: ‚Ändere dein Leben!’, doch er vermochte es nicht“. Der König „war korrupt, und wo Korruption herrscht, ist es sehr schwierig, herauszukommen“. Ein Korrupter, der „versuchte, ein diplomatisches Gleichgewicht herzustellen“ zwischen seinem nicht nur ehebrecherischen, sondern auch von so vielen Ungerechtigkeiten gezeichnetem Leben und seinem Gewissen, „das wusste, dass jener Mensch ein Heiliger war“. Und er haben diesen Knoten nicht lösen können.

Dann beschrieb der Papst Herodias, die Frau des Bruders des Königs, der von Herodes getötet worden sei, um sie zu haben. Das Evangelium sage von ihr nur, dass sie Johannes gehasst habe, weil er klar gesprochen habe. „Und wir wissen, dass der Hass zu allem fähig ist“, kommentierte Franziskus, „er ist eine große Kraft. Der Hass ist der Atem Satans. Denken wir daran, dass er nicht lieben kann, er kann nicht lieben. Seine ‚Liebe’ ist Hass. Und diese Frau hatte den satanischen Geist des Hasses, der zerstört“.

Schließlich die dritte Gestalt, die Tochter von Herodias, Salome, die gut tanzen könne, „was die Gäste, den König so sehr erfreute“. In dieser Begeisterung habe Herodes dem Mädchen versprochen: „Ich werde dir alles geben“. „Er benutzt dieselben Worte“, woran der Papst erinnerte, „die auch Satan benutzt hatte, um Jesus zu versuchen: ‚wenn du mich anbetest, werde ich dir alles geben, das ganze Reich’. Aber Herodes konnte es nicht wissen“:

„Hinter diesen Charakteren steht Satan, der Säer des Hasses bei der Frau, der Säer der Eitelkeit beim Mädchen, der Säer der Korruption beim König. Und der ‚größte Mann, der von einer Frau geboren wurde’, endete allein in einer dunklen Zelle des Gefängnisses, aus einer Laune einer eitlen Tänzerin heraus, durch den Hass einer teuflischen Frau und die Korruption eines unentschlossenen Königs. Er ist ein Märtyrer, der es zuließ, dass sein Leben weniger wird, um für den Messias Platz zu machen“.

Johannes sterbe dort in der Zelle, in der Anonymität, „wie viele unserer Märtyrer“, kommentierte Papst Franziskus bitter. Das Evangelium sage nur, dass „die Jünger hingegangen sind, um den Leichnam mitzunehmen und zu begraben“. Wir alle dächten, fügte der Papst hinzu, dass dies „ein großes Zeugnis eines großen Mannes, eines großen Heiligen ist“:

„Das Leben hat nur Wert, wenn es geschenkt wird, wenn es in der Liebe , in der Wahrheit geschenkt wird, wenn es anderen gegeben wird, im täglichen Leben, in der Familie. Es immer schenken. Wenn jemand das Leben für sich nimmt, um es zu hüten, wie der König in seiner Korruption oder die Frau mit dem Hass oder das Mädchen, das Mädchen mit seiner Eitelkeit – ein wenig eine Heranwachsende und Gedankenlose –, dann stirbt das Leben, das Leben endet verwelkt, es nützt nichts“.

Johannes, so Franziskus abschließend, „schenkte sein Leben: ich dagegen muss geringer werden, damit er gehört und gesehen werden kann, damit er, der Herr, sich offenbart“:

„Ich empfehle euch nur, nicht zu sehr darüber nachzudenken, sondern euch an das Bild zu erinnern, an die vier Charaktere: an den korrupten König, an die Frau, die nur zu hassen wusste, an das eitle Mädchen, das sich nichts bewusst ist, und an den Propheten, allein, in einer Zelle enthauptet. Darauf blicken, und jeder öffne das Herz, dass der Herr zu ihm darüber spreche“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Fatima 1713 8. Februar 2019 
 

Irgendwie

geht das alles am Kern des Evangeliums völlig vorbei ...


5

0
 
 Stefan Fleischer 8. Februar 2019 

Das Leben hat Sinn, wenn es geschenkt wird

Ein wichtiger Gedanke für unsere egozentrische, wenn nicht gar egoistische Welt. Und wenn wir dann noch Gott ins Spiel bringen, wenn wir all das tun in der Haltung: "Alles meinem Gott zu Ehren!" dann wird es auch noch wahrhaft christlich.


2

0
 
 Rosario 8. Februar 2019 

Absichtlich ausgelassen.

Johannes der Täufer wurde wegen seiner klaren Haltung zur Ehe geköpft.
Thomas Morus Jahrhunderte danach erlitt aus demselben Grund das Martyrium.
Dieser wichtige Teil wurde vom Heiligen Vater nicht berührt
Amoris laetitia lässt grüßen.


10

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus-Perle

  1. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  2. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  3. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  4. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  5. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  6. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  7. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  8. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  9. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit
  10. SANTA MARTA







Top-10

meist-gelesen

  1. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  2. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  3. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  4. Die Schuhe sind längst zu klein
  5. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  6. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  7. Vom Lehramt längst beantwortet
  8. Weihwasser aus der Spritzpistole
  9. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  10. Noch eine letzte Messe

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz | US