04 Januar 2019, 11:30
Kardinal Marx für mehr Frauen in vatikanischen Führungsrollen
 
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Kirche müsse sich den "oft unbequemen und ungeduldigen" Anfragen junger Menschen nach Gleichberechtigung stellen, fordert der Münchner Erzbischof im vatikanischen Frauenmagazin "Donne Chiesa Mondo"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der deutsche Kardinal Reinhard Marx hat in einer Vatikan-Zeitschrift eine stärkere Präsenz von Frauen auch in der römischen Kirchenleitung verlangt. Um der Glaubwürdigkeit der Kirche willen müssten Frauen auf allen Ebenen an Führungsaufgaben beteiligt werden, von Pfarren über Diözesen und die Bischofskonferenz bis hin zum Vatikan, schrieb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe des vatikanischen Frauenmagazins "Donne Chiesa Mondo".

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Diese Beteiligung müsse man wollen "und auch umsetzen". Dafür sei es an der Zeit. Es gelte, weltkirchlich wie auch im Vatikan den Eindruck zu überwinden, "dass, wenn es um Macht geht, die Kirche im Grunde eine Männerkirche ist", schrieb der Münchner Erzbischof. Andernfalls fänden junge Frauen keine echte Möglichkeit, sich in der katholischen Kirche zu verwirklichen.

Marx betonte, es reiche nicht, bestehende Lehrtexte zu wiederholen. Die Kirche habe sich den "oft unbequemen und ungeduldigen" Anfragen junger Menschen nach Gleichberechtigung zu stellen. Zugleich verlangte der Kardinal, die Kirche müsse sich an aktuellen Debatten etwa zu Fragen der Sexualität und der Geschlechterrollen argumentierend und orientierend beteiligen.

Zur Teilhabe von Frauen an der Kirchenleitung verwies Marx auch auf die im Herbst veröffentlichte Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz. Frauen in kirchlichen Führungsfunktionen trügen entscheidend dazu bei, geschlossene klerikale Kreise aufzubrechen, so der Kardinal. Das aktuelle Heft von "Donne Chiesa Mondo", das zusammen mit der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" erscheint, steht unter dem Thema "Reform, nicht Revolution".

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Archivfoto Kardinal Marx (c) Erzbistum München und Freising

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