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Jerusalem: Hospizrektor erwartet so viele Pilger "wie noch nie"

16. Dezember 2018 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Rektor Bugnyar: "Lage hat sich beruhigt und die Besucher kehren wieder" - Hospiz über Weihnachten seit Monaten ausgebucht - Erzbischof Pizzaballa leitet am 24. Dezember um Mitternacht Christmette in Geburtskirche in Bethlehem


Wien-Jerusalem (kath.net/KAP) Der Rektor des Österreichischen Hospiz in Jerusalem, Markus Bugnyar, erwartet heuer zu Weihnachten so viele Pilger "wie noch nie" im Heiligen Land. Bereits im ersten Halbjahr habe sich ein neuer Rekord abgezeichnet, sagte der Hospizrektor in einem Gespräch mit "Kathpress". Grund dafür sei die momentan ruhige Lage. Zuvor hätten der Krieg im Gazastreifen 2014 und die Attentate in Jerusalem und anderen Orten in den letzten Jahren zu einem Einbruch bei den Pilger-Zahlen geführt. "Jetzt aber hat sich die Lage deutlich beruhigt und die Besucher kehren wieder." Das Hospiz sei für die Weihnachtszeit bereits seit Monaten ausgebucht. Kommen werden laut dem Rektor Menschen aus beinahe allen Kontinenten.
Für palästinensische Christen werde es auch heuer wieder Sondergenehmigungen für den Grenzübertritt in Bethlehem geben. "Traditionell nützen das viele Menschen, um Verwandte und Freunde in Jerusalem zu besuchen, oder einfach nur dazu, um wieder einmal in der Stadt zu sein", erläuterte der Hospizrektor.

Im Zentrum der Weihnachts-Feierlichkeiten im Heiligen Land steht die Geburtskirche in Bethlehem. Dort feiert am 24. Dezember um Mitternacht Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, einen Gottesdienst. Im Anschluss führt eine Prozession in die Geburtsgrotte Jesu. Die dafür notwendigen (übrigens kostenlosen) Tickets sind bereits alle vergeben, heißt es auf der von der Franziskaner-Kustodie vom Heiligen Land betriebenen Website des "Christian Information Centers". Tags darauf steht eine Messe in der Katharinenkirche gleich neben der Geburtskirche auf dem Programm.


Die Feierlichkeiten in Jerusalem konzentrieren sich vor allem auf die Hauptkirchen in der Stadt. Christmetten und Gottesdienste in deutscher Sprache finden am 24. und 25. Dezember in der Kirche des Österreichischen Hospizes und in der Dormitio-Abtei statt, einer deutschsprachigen Benediktinerabtei auf dem Berg Zion. Die Mönche des franziskanischen Salvatorklosters feiern am 25. Dezember einen Gottesdienst auf Italienisch. In der Kirche des griechisch-katholischen Patriarchats werden die Gottesdienste am 25., 26. und 31. Dezember und am 1. und 6. Jänner auf Arabisch gehalten. Im "Notre Dame Center" wird am 24. und 25. Dezember auf Englisch gefeiert.

Dass US-Präsident Donald Trump Jerusalem 2018 als Hauptstadt Israels anerkannt hat, sieht der Hospiz-Rektor nach wie vor positiv. Trump habe damit Horizonte geöffnet, "die beides können: Gewalt säen und Hoffnung geben. Die Chancen stehen meiner Wahrnehmung nach aber eher für Hoffnung auf Frieden", so Bugynar.

Pilger bringen wirtschaftliche Stabilität

Die ruhige Lage und die steigenden Pilgerzahlen würden sich auch positiv auf die wirtschaftliche Stabilität und die Lebensperspektiven der Menschen auswirken. Am Beispiel des Hospizes verdeutlichte der Rektor den positiven Trend: Mit Ostern 2019 gehe etwa die neu errichtete "Casa Austria" in Betrieb, die über weitere zwölf Wohneinheiten verfügen wird. Der Ausbau bringe zusätzliche Arbeitsplätze und sichere den neuen Angestellten damit ein geregeltes Einkommen.

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens von rund 3,4 Millionen Euro werden außer durch Spenden u.a. aus Eigenmitteln, aus Mitteln der katholischen Kirche, der Bundesländer und durch eine Förderung der österreichischen Bundesregierung getragen. Zwölf Wohneinheiten kommen durch die "Casa Austria" an der nördlichen Front des Grundstückes zusätzlich zu den 32 bestehenden Gästezimmer hinzu.
Das "Österreichische Pilgerhospiz zur Heiligen Familie in Jerusalem" - so seit 1. Juli 2018 die volle Bezeichnung der Einrichtung - ist das Pilgerhaus der katholischen Kirche Österreichs in der Jerusalemer Altstadt. Es ist zugleich das älteste nationale Pilgerhaus im Heiligen Land und wird jährlich von rund 80.000 Österreichern und Gläubigen aus aller Welt besucht. Das Hospiz übernimmt mit 26 Angestellten auch soziale Verantwortung, führt die Pfarre "Zur Heiligen Familie" in Gaza-Stadt, ist seit den 1990er-Jahren Einsatzort für österreichische Friedensdiener und organisiert in seiner Akademie Vorträge, Konzerte und Ausstellungen.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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