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Pakistan: Sorge um die Familie von Asia Bibi

2. Dezember 2018 in Chronik, 1 Lesermeinung
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„Die Islamisten sind hinter uns her und jedes Mal, wenn wir merken, dass wir in Gefahr sind, fliehen wir sofort“, erzählt Joseph Nadeem.


Islamabad (kath.net/ KiN) Unbekannte haben das Haus beschossen, in dem sich die Töchter der freigesprochenen pakistanischen Christin Asia Bibi aufhalten. „Wir erhalten ständig Drohungen, und mehr als einmal bin ich verfolgt worden.“ Dies berichtet Joseph Nadeem gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Er kümmert sich seit der Verurteilung von Asia Bibi um die Familie und hat ihren Mann Ashiq und Tochter Eisham mehrfach bei Auslandsreisen begleitet – zum Beispiel im Oktober zu einem Aufenthalt in Großbritannien auf Einladung von „Kirche in Not“.

In vier Wochen viermal umgezogen

Nadeem und seine Familie wohnen aktuell mit Aisa Bibis Töchtern Esha und Eisham zusammen – und sind ebenso wie sie bedroht. „Sobald Asia freigesprochen war, mussten wir fliehen“, erzählt er. Dabei wurde die Familie getrennt: „Asia und ihr Mann befinden sich an einem sicheren Ort und werden bewacht. Doch wir können sie nicht besuchen.“ Innerhalb eines Monats hätte die Familie Nadeem mit den Töchtern von Asia Bibi viermal den Aufenthaltsort wechseln müssen.


„Die Islamisten sind hinter uns her und jedes Mal, wenn wir merken, dass wir in Gefahr sind, fliehen wir sofort“, erzählt Joseph Nadeem. „Wir können nicht einmal nach draußen, um Lebensmittel einzukaufen. Ich verlasse das Haus nur bei Nacht und verhülle dabei mein Gesicht.“ Die Katholikin Asia Bibi war wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt worden. Fast zehn Jahre hat sie im Gefängnis verbracht. Am 31. Oktober hatte das höchste pakistanische Gericht das Urteil aufgehoben. Asia Bibi kam auf freien Fuß. Militante Islamisten liefen dagegen Sturm. Eine mögliche Ausreise verzögert sich.

„Eine unglaubliche Frau“

Asia Bibi wisse um die schwierige Situation ihrer Angehörigen, erklärt Nadeem. „Ich habe sie kurz nach ihrer Freilassung getroffen und wir telefonieren täglich mit ihr. Sie ist sehr in Sorge um ihre Töchter.“ Esha und Eisham hätten ihre Mutter noch nicht persönlich in die Arme schließen können. „Ich werde nie ihr erstes Telefonat vergessen“, berichtet Nadeem. „Esha und Eisham haben stundenlang vor Freude geweint. Asia wartet sehnsüchtig darauf, ihre Töchter zu sehen und hofft, bald zusammen mit ihnen und ihrem Mann das Land verlassen zu können.”

Obwohl der Albtraum noch nicht zu Ende sei, zeige Asia Bibi eine ungewöhnliche Kraft, berichtet der Freund der Familie: „Sie ist eine unglaubliche Frau. Es mag seltsam klingen, aber sie ist es, die uns in diesen schwierigen Momenten hilft. Sie bittet uns, nicht den Mut zu verlieren.“

Weihnachten in Rom?

Asia Bibi und ihre Familie hätten laut Nadeem die internationale Berichterstattung und das große Interesse an ihrem Schicksal aufmerksam verfolgt. „Die internationale Solidarität stärkt uns. Asia ist allen dankbar, die ihre Stimme erheben, um die aktuelle Situation anzuprangern.“

„Kirche in Not“ hatte mehrfach bei internationalen Aktionen auf die Entwicklungen im Fall Asia Bibi aufmerksam gemacht – in Deutschland zum Beispiel bei einer Aktion zum „Roten Mittwoch“ in Mainz, bei der Dominikanerpater James Channan aus Pakistan über das Schicksal Asia Bibis und weiterer angeklagter Christen berichtete. Er dankte dabei auch der deutschen Regierung, die Asia Bibi Asyl angeboten hat. Auch aus anderen Ländern kam Angebote.

Die Familie zieht es offensichtlich nach Italien, wie Nadeem berichtete: „Wir warten darauf, schnell Pakistan verlassen und an einem sicheren Ort leben zu können. ,Kirche in Not῾ war die erste Institution, die uns Gastfreundschaft angeboten hat. Und wir hoffen, dass unsere Familien dieses Weihnachtsfest in Rom verbringen können, zusammen mit Euch.“

Eisham Ashiq, Tochter von Asia Bibi, bei einer Kundgebung von „Kirche in Not“ im Februar 2018 in Rom. © Kirche in Not


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Lesermeinungen

 Chris2 3. Dezember 2018 
 

Traurig und mutmachend zugleich

Schade nur, dass unsere Politik vollauf mit Islamisten und Gewalttätern beschäftigt ist. Bzw. damit, erklären zu lassen, die gäbe es gar nicht. Ich hoffe, dass Asia Bibi, ihre Familie und ihre Beschützer bald in Sicherheit sind.


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