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Wir nennen uns „Christen“

15. Dezember 2018 in Spirituelles, 8 Lesermeinungen
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„Irre ich mich oder wird heute sehr oft von ‚Jesus‘ geredet wird, wo früher ‚Christus‘ oder ‚Jesus Christus‘ gesagt wurde?“ Gedanken eines Nichttheologen. Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen. (Apg 11,26)

Irre ich mich oder wird heute sehr oft von „Jesus“ geredet wird, wo früher „Christus“ oder „Jesus Christus“ gesagt wurde? Wird nicht weit lieber von „Jesus, unserem Bruder“ gesprochen als von „Christus unserem Herrn“? Ist nicht der Begriff „Christus“ auf dem besten Weg in Vergessenheit zu geraten? Wenn ja, haben schon die ersten Christen die Person Jesu falsch verstanden? Oder neigen wir heute dazu, hier falsche Akzente zu setzen?

Rund 1.000 Mal kommt in der Schrift der Name „Jesus“ vor. Von „Christ/Christen“ ist nur dreimal die Rede. Einige Male wird von „Jesus von Nazareth“ oder „Jesus, dem Nazoräer/Nazarener“ gesprochen. Einmal wird eine Nazoräersekte erwähnt. „Jesus Christus“ oder „Christus Jesus“ kommt eigentlich erst in der Apostelgeschichte und bei Johannes vor, besonders aber dann in den Briefen des Völkerapostels Paulus. „Christus“ ist auch bei Matthäus (2x) und Markus (3x) zu finden, dagegen nicht bei Lukas. (Warum nicht bei Lukas wäre eine interessante Frage. Dieser stand doch in einer engen Beziehung zu Paulus. Schrieb er sein Evangelium vielleicht bevor er Paulus kennen gelernt hatte?) Warum also nennen wir uns nicht Jesuaner oder ähnlich? Dass es in der Schrift noch einen weiteren Jesus gibt, dürfte kaum der Grund sein. Von ihm wissen wir nur, dass er der Grossvater des Autors des Buches Sirach war.


Wie wir in der Apostelgeschichte lesen (Apg 11,26), stammt die Bezeichnung „Christen“ aus dem Umfeld des Völkerapostels. Der Grund dürfte sein, dass gerade er diesen Jesus von Nazareth als den Christus, den Gesalbten, unseren Herrn und Hohepriester erkannt und verkündet hat. Diese Sprechweise dürfte sich dann rasch ausgebreitet haben und damit auch die Bezeichnung „Christen“ für die Jünger des „Nazoräers“. Der Name der Kleinstadt Nazareth dürfte so ihre Bedeutung als Herkunftsort Jesu verloren haben. Er war ja nicht einmal dort geboren oder gestorben. Näherliegend wäre zwar Bethlehem gewesen. Aber schon die ersten Christen hatten erkannt, dass es sich bei jenem Reich Gottes, das der Herr verkündete, nicht um das „Reich unseres Vaters David“ handelt, dass sein Reich nicht von dieser Welt war. (vgl. Joh 18,36)

Nach seiner Begegnung mit dem Herrn vor den Toren von Damaskus dürfte es dem Völkerapostel nicht schwer gefallen sein, den Pradigmenwechsel von der rein diesseitigen Messiaserwartung seines Volkes zum Glauben an den göttlichen Erlöser aller Völker aus Sünde und Schuld mit zu vollziehen. Deshalb bekannte er von da an „Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1.Kor 1,23-24)

Wenn wir uns also heute Christen nennen, dann bekennen auch wir uns damit zu Jesus Christus, unserem Herrn und Erlöser. Dann sind auch wir uns bewusst, dass wir selber Christen sind, Gesalbte, Priester und Propheten des höchsten Gottes. Dann erfüllen wir unsere Aufgabe hier und jetzt als den Willen des Vaters, so wie Christus in seinem Erdenleben den Willen seines Vaters bis hinauf ans Kreuz erfüllt hat. Und dabei wissen wir: „Unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter.“ (Phil 3,20) Christen nennen wir uns also, weil wir uns bemühen, als Erlöste, und deshalb Erlösende, in dieser Welt zu leben, aber nicht von dieser Welt zu sein, sondern das im Sinn zu haben, was Gott will, nicht das, was die Menschen wollen.

kath.net-Buchtipp
Heiligkeit für Anfänger
Ein Wegbegleiter
Von Stefan Fleischer
Taschenbuch, 156 Seiten
2011 BoD
ISBN 978-3-8448-0949-7
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Symbolbild


Bild oben: Michaela Voss


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 16. Dezember 2018 

@ Kurti

"Leider wird heute oft gar nicht mehr in seinem Namen gepredigt, sondern oft nur biblische Erwägungen abgehandelt, Vergleiche angestellt, aber das reicht nicht."
Genau auf das wollte mein Text hinweisen. Sie haben das viel besser getan als ich. "Vergelt's Gott!"


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 Kurti 15. Dezember 2018 
 

Name über allen Namen

Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der ÜBER allen Namen ist,damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist,zur Ehre Gottes,des Vaters.Philipper 2,9-11
Im Namen Jesus ist Heil,Sieg über die Sünde,Kraft,Heilung,Rettung und Erlösung.Die bösen Geister müssen weichen in seinem Namen.Jesus ist der Retter und Erlöser,das ist weit,weit mehr als nur Bruder zu sein.Leider wird heute oft gar nicht mehr in seinem Namen gepredigt,sondern oft nur biblische Erwägungen abgehandelt, Vergleiche angestellt, aber das reicht nicht. Jesu Namen muss in unser Herz eindringen, ja Jesus muss in unserem Herzen Wohnung finden. Wäre Jesus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir,du bliebst dennoch verloren,hat einmal Angelus Silesius gesagt.Also:Auf die Geburt Jesu in uns kommt es an, auf die Geburt Gottes in uns, denn Jesus ist Gott (im Fleische).


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 Laus Deo 15. Dezember 2018 

@Protemp

Lieber Herr Protemp ich nehme mal an von ihrer Aussage das sie kein katholischer Christ sind, oder sonst den Katholischen Glauben nicht mehr kennen. Ich empfehle ihnen gute Historiker zu lesen wie z.B. Michael Hesemann, dann werden Sie erkennen, dass sie auf dem Holzweg sind mit Ihrer Aussage


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 lesa 15. Dezember 2018 

Exegetische Märchenstube

@Protemp: Jeder "ernstzunehmende2 Exeget? Da hätten Sie genauer sagen sollen: "Jeden Exegeten, den ICH ernst nehme", da er meine subjektiven Ansichten bestätigt. Mit dem Glauben der Kirche haben sie allerdings nicht allzuviel zu tun.


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 Eliah 15. Dezember 2018 
 

Wer kennt noch den Unterschied?

Werter Herr Fleischer,
ich habe die Erfahrung gemacht, daß manche Menschen den Unterschied gar nicht mehr kennen - auch solche, die man Sonntag für Sonntag in der Heiligen Messe sieht. Sie wissen nicht, was Christus (und auch Christen) bedeutet, auch nicht, nachdem sie es in der (verschlafenen?) Predigt gehört haben. Ich gebe Ihnen aber recht, daß es sicherlich auch andere Motive gibt, nur den (historischen) Jesus anzusprechen. Aber vollends hakt es aus, wenn ich einem Mitchristen behutsam den Gedanken des hl. Johannes vom Kreuz nahezubringen versuche,daß zwar viele die ewige Seligkeit suchen, nur wenige aber bereit sind, durch das Tor des Kreuzes darin einzutreten.


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 Protemp 15. Dezember 2018 
 

@Stefan Fleischer

In der von Ihnen richtig aufgezeigten Häufigkeitsverteilung der Namen Jesus/Christus zeigt sich doch sehr gut, dass sich nach Jesus Tod und Auferstehung eine deutliche Verschiebung der Sicht auf Jesus vollzogen hat und zwar durch Paulus, der Jesus persönlich nie begegnet ist. Er hat die Sicht auf den Menschen Jesus abgelehnt, dessen Leben und Lehre interessierte ihn kaum (s. 2.Kor. 5,16). So hat die Kirche dann im weiteren Verlauf sich dessen Theologie/Christologie übernommen.
Stellt sich dabei aber doch die Frage, was für uns wiclhtiger sein sollte, Paulus oder die Evangelien mit dem was Jesus gelehrt und gelebt hat?
Hierüber hat der Thübilnger Theologe Meinrad Limbeck in seinem Büchlein "Abschied vom Opfertod" sehr ausführlich geschrieben.
Im Übrigen: Jesus wurde tatsächlich NICHT in Bethlehem geboren. Es handelt sich dabei um eine Anleihe der Evangelisten aus dem AT. Das wird Ihnen jeder ernstzunehmende Exeget bestätigen und erklären können.


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 Stefan Fleischer 15. Dezember 2018 

@ Laus Deo

Herzlichen Dank für die Präzisierung.


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 Laus Deo 15. Dezember 2018 

Ist leider so das Jesus oft nur als Bruder gesehen wird.

Aber gerade der Name Jesus ist schon auch Heil. Denn der Heilige Bernard von Siena war ein grosser Förderer des Heiligen Namen. Jesus bedeutet Gott rettet. Es kommt eben immer darauf an, was man unter Jesus versteht. Für einen gläubigen Christen ist JESUS DER CHRISTUS, Der Gott der Rettet der Erlöst, der Messias. Für Relativisten ist Jesus ein guter Mensch, ein Bruder oder für Moslems ein Prophet. Darum grüsse ich noch heute in unserer Pfarrei (bin in der Kipf) die Leute mit GELOBT SEI JESUS CHRISTUS. In Kroatien z.B. grüsst man mit Gelobt sei Jesus und Maria. Es kommt meiner Meinung nach an was man unter Jesus versteht.


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