29 November 2018, 13:00
‚Es reicht!’ – Wider die Verheidung des christlichen Lebens
 
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Franziskus in Santa Marta: das Ende der Zivilisation. Christentum und Heidentum sind wie Wasser und Öl, die nicht gemischt werden können. Die Verheidung des Christentums ist das Ende, die Verdammung. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die beiden Lesungen vom Tag (Offb 18,1-2.21-23; 19,1-3.9a; Lk 21,20-28) über Zerstörung und Vertrauen, Niederlage und Sieg, über das Ende der Welt und das Ende, das für jeden von uns eines Tages sein wird: sie standen im Mittelpunkt der Betrachtungen von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 34. Woche im Jahreskreis.

Die erste Lesung aus dem Buch der Offenbarung des Johannes beschreibe die Zerstörung Babylons, der schönen Stadt, Symbol der Weltlichkeit, „des Luxus, der Selbstgenügsamkeit, der Macht dieser Welt“. Das Evangelium nach Lukas dagegen spreche von der Verwüstung Jerusalems, der Heiligen Stadt.

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Am Tag des Gerichts werde Babylon mit einem Siegesruf vernichtet werden.. Die „große Hure“ werde fallen, vom Herrn gerichtet, und sie werde ihre Wahrheit zeigen: „Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! Zur Wohnung von Dämonen ist sie geworden, zur Behausung aller unreinen Geister und zum Schlupfwinkel aller unreinen und abscheulichen Vögel“ (V. 2). Unter ihrer Herrlichkeit werde sie die Verdorbenheit und Korruption zeigen, ihre Feste würden den Anschein falschen Glücks an den Tag legen. Ihre Zerstörung werde gewaltvoll sein und „niemand wird sie mehr finden“:

„‚Die Musik von Harfenspielern und Sängern, von Flötenspielern und Trompetern hört man nicht mehr in dir’ – es wird keine schönen Feste mehr geben, nein... – ‚einen kundigen Handwerker gibt es nicht mehr in dir’ – weil du keine Stadt der Arbeit bist, sondern der Korruption – ‚das Geräusch des Mühlsteins hört man nicht mehr in dir. Das Licht der Lampe scheint nicht mehr in dir’ – es wird vielleicht eine erleuchtete Stadt sein, aber ohne Licht, nicht leuchtend. Das ist die korrupte Zivilisation – ‚die Stimme von Braut und Bräutigam hört man nicht mehr in dir’. Es gab so viele Paare, so viele Menschen, aber es wird keine Liebe geben. Diese Zerstörung beginnt von Innen und endet, wenn der Herr ‚Es genügt’ sagt. Und es wird einen Tag geben, an dem der Herr zum Schein dieser Welt sagen wird: ‚Es genügt. Das ist die Krise einer Zivilisation, die sich für stolz, selbstgenügsam, diktatorisch hält und auf diese Weise endet“.

Jerusalem, so der Papst, werde seinen Untergang für eine andere Art von Korruption und Verdorbenheit erleben, „die Korruption der Untreue zur Liebe. Es war nicht fähig, die Liebe Gottes in seinem Sohn zu erkennen“. Die Heilige Stadt „wird von den Heiden zertreten werden“, vom Herrn bestraft, weil es den Heiden die Türen seines Herzens geöffnet habe:

„Es ist da die Verheidung des – in unserem Fall – christlichen Lebens. Leben wir als Christen? Es scheint so. Aber in Wahrheit ist unser Leben heidnisch, wenn diese Dinge geschehen, wenn es in diese Verführung von Babylon eintritt und Jerusalem wie Babylon lebt. Es will etwas zusammenbringen, was nicht zusammengebracht werden kann. Und beide werden gerichtet werden. Bist du ein Christ? Bist du eine Christin? Lebst du wie ein Christ? Man kann Wasser nicht mit Öl mischen. Sie bleiben getrennt. Das Ende einer widersprüchlichen Zivilisation an sich, die behauptet, christlich zu sein, und heidnisch lebt“.

Nach der Verdammung der beiden Städte werde man die Stimme des Herrn hören, nach der Zerstörung werde das Heil sein: „Und der Engel sagte: ‚Kommt: selig sind die, die zum Hochzeitsfest des Lammes geladen sind!’. Das große Fest, das echte Fest!“:

„Es gibt Tragödien, auch in unserem Leben, aber angesichts dieser auf den Horizont blicken, denn wir wurden erlöst und der Herr wird kommen, um uns zu retten. Und dies lehrt uns, die Prüfungen der Welt nicht in einem Pakt mit der Weltlichkeit oder dem Heidentum zu leben, der uns zur Zerstörung führt, sondern in der Hoffnung, indem wir uns von dieser weltlichen und heidnischen Verführung lösen und auf den Horizont blicken und auf Christus, den Herrn, hoffen. Die Hoffnung ist unsere Stärke: lasst uns vorwärts gehen. Doch wir müssen um den Heiligen Geist bitten“.

Abschließend lud Franziskus ein, an die „Babylons“ unserer Zeit zu denken, an die vielen mächtigen Imperien, zum Beispiel des vergangenen Jahrhunderts, die zusammengebrochen seien. „Und so werden auch die großen Städte von heute enden“, so der Papst, „und auch unser Leben wird enden, wenn wir es weiterhin auf diesen Weg der Verheidung bringen“. Nur die, „die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bleiben bestehen. Also: lasst uns unsere Herzen mit Hoffnung öffnen und uns von der Verheidung des Lebens entfernen“.

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