07 November 2018, 12:10
Du sollst nicht stehlen!
 
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Franziskus: das siebte Gebot – wir leben nicht um zu besitzen, sondern um zu lieben. Die Notwendigkeit der gerechten Verteilung der Güter der Welt. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen. Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Die aber reich sein wollen, geraten in Versuchung und Verstrickung und in viele sinnlose und schädliche Begierden, welche die Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen. Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet“ (1 Tim 6,7-10).

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Papst Franziskus setzte bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz seine Katechesenreihe zu den Zehn Geboten fort. In der vierzehnten Katechese beschäftigte sich der Papst mit dem siebten Gebot: „Du sollst nicht stehlen“.

Zunächst denke man dabei an Diebstahl und den Respekt vor fremdem Eigentum. Jedem sei klar, was damit gemeint sei, denn „in der Regel sind wir alle bedacht auf die Verteidigung des persönlichen Eigentums“.

„Blicken wir nun aber auf einen weiteren – weniger selbstverständlichen – Aspekt dieses Gebots“, so der Papst. Die Soziallehre der Kirche sage, dass die Güter der Schöpfung für das gesamte Menschengeschlecht bestimmt seien: "'Darum soll der Mensch, der sich dieser Güter bedient, die äußeren Dinge, die er rechtmäßig besitzt, nicht nur als ihm persönlich zu eigen, sondern er muß sie zugleich auch als Gemeingut ansehen in dem Sinn, daß sie nicht ihm allein, sondern auch anderen von Nutzen sein können' (GS 69,1)".

Die Welt sei reich an Ressourcen, eigentlich gäbe es genug für alle Menschen – und doch lebten viele in skandalösem Elend.

Wenn es in dieser Welt Hunger gebe, dann nicht deswegen, weil nicht ausreichend Lebensmittel da wären. Oft fehle es jedoch an einer gerechten Verteilung der Güter. Hier nun werde der positive Gehalt des siebten Gebotes sichtbar: „Der Besitz eines Gutes macht dessen Eigentümer zu einem Verwalter im Dienst der Vorsehung; er soll seinen Besitz in rechter Weise nutzen und den Ertrag mit anderen teilen“. Jeder Reichtum müsse eine soziale Dimension haben. Was der Mensch wirklich besitze, sei das, was er schenken könne.

Während die Menschheit sich bemühe, mehr zu bekommen, erlöse Gott sie, indem er sich selbst arm mache. Der Gekreuzigte habe für alle ein unschätzbares Lösegeld von Gott bezahlt, Was uns reich mache, seien nicht die Güter, sondern die Liebe.

Besitz bedeute Verantwortung. Wirklich frei sei nicht derjenige, der krampfhaft an seinem Besitz hänge, sondern der, der in der Lage sei, ihn weiterzugeben. Jesus Christus habe uns das vorgelebt: „Er, der reich war, wurde unseretwegen arm (vgl. 2 Kor 8,9), in seiner Hingabe erkennen wir, dass wahrer Reichtum nicht im Besitzen und Festhalten besteht, sondern in der Liebe, die bereit ist, alles zu geben. Wir leben nicht um zu besitzen, sondern um zu lieben“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Pilger deutscher Sprache, insbesondere die Freunde des Vatikanischen Geheimarchivs aus Bamberg sowie die Schulgemeinschaft der Mädchenrealschule Volkach. Der Herr schenke euch den Reichtum und die Freude eines Lebens im Geist der Hingabe. Wenn wir mit anderen teilen, werden wir nicht arm, sondern reich an dem, was wirklich zählt: reich an Liebe. Der Herr segne euch!



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