Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ein unvermeidliches Schisma?
  2. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  3. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  4. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  5. Piusbruderschaft legt Einspruch gegen Exkommunikatons-Dekret ein
  6. Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
  7. „Beten wir, dass den Gläubigen leichterer Zugang zur überlieferten Form der Messe ermöglicht wird"
  8. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  9. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  10. Glaubte Papst Benedikt XVI. an die nahende Endzeit?
  11. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  12. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  13. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  14. Amnesty International stuft englische kath. Bischofskonferenz als „gegen [Menschen]-Rechte“ ein!
  15. Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien

Die Heuchelei der Gerechten aus Angst vor Liebe

5. Oktober 2018 in Aktuelles, 24 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: Jesus weint. Die notwendige Gewissenserforschung, um nicht der Alltagsheuchelei eines nur gesellschaftlichen Christentums zu verfallen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind – längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt. Doch Tyrus und Sidon wird es beim Gericht erträglicher ergehen als euch. Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zur Unterwelt wirst du hinabsteigen! Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat“: das Tagesevangelium (Lk 10,13-16) stand im Mittelpunkt der Predigt von Papst Franziskus bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der 26. Woche im Jahreskreis: „Wehe euch Heuchlern!“.

Wir, die wir in einer christlichen Gesellschaft geboren worden seien, liefen Gefah, das Christentum als eine „gesellschaftliche Gewohnheit“ zu leben, also auf formale Weise mit der „Heuchelei der Gerechten“, die Angst davor hätten, „sich lieben zu lassen. Wenn dann die Messe beendet sei, so ließen wir Jesus in der Kirche zurück, „er kommt nicht mit uns nachhause, ins alltägliche Leben“. „Wehe uns!“, denn auf diese Weise verjagten wir Jesus aus unserem Herzen: „Wir sind Christen, doch wir leben wie Heiden“. So forderte der Papst alle zu einer Gewissenserforschung auf.


Jesus leide darunter, zurückgedrängt zu werden, während heidnische Städte wie Tyros und Sidon, wenn sie die Wunder gesehen hätten, gewiss geglaubt hätten. Und Jesus weine, „weil diese Leute nicht fähig waren, zu lieben“, während er „zu allen Herzen kommen wollte, mit einer Botschaft, die keine diktatorische Botschaft war, sondern eine Botschaft der Liebe“.

„Setzen wir uns, setzen wir mich an die Stelle der Einwohner der drei Städte“, fuhr Franziskus fort: „ich, der ich so viel vom Herrn empfangen habe, ich, der ich in einer christlichen Gesellschaft geboren wurde, der ich Jesus Christus gekannt habe, der ich das Heil erkannt habe, der ich im Glauben erzogen wurde, und mit großer Leichtigkeit vergesse ich Jesus“. Dann hörten wir „Nachrichten von anderen Leuten, die sofort auf die Verkündigung Jesu hören, die umkehren und ihm nachfolgen. Wir aber sind daran ‚gewöhnt’“:

„Und diese Gewohnheit tut uns nicht gut, weil wir das Evangelium auf etwas Soziales, Soziologisches beschneiden und nicht auf eine persönliche Beziehung mit Jesus. Jesus spricht zu mir, er spricht zu einem jeden von uns. Wie kommt es, dass jene Heiden zu ihm gehen, sobald sie die Verkündigung Jesu hören, und ich, der ich hier in einer christlichen Gesellschaft geboren wurde, mich daran gewöhne, und das Christentum dann wie eine gesellschaftliche Gewohnheit ist, ein Gewand, das ich anziehe und dann zurücklasse? Und Jesus weint, über einen jeden von uns, wenn wir das Christentum formal und nicht wirklich leben“.

Wenn wir so handelten, seien wir „Heuchler, mit der Heuchelei der Gerechten“:

„Es gibt die Heuchelei der Sünder, doch die Heuchelei der Gerechten besteht in der Angst vor der Liebe Jesu, in der Angst, sich lieben zu lassen. Und wenn wir das tun, dann versuchen wir in Wirklichkeit, selbst die Beziehung mit Jesus zu gestalten. ‚Ja, ich gehe zur Messe, aber du bleibst dann in der Kirche und ich gehe nachhause’. So kehrt Jesus nicht mit uns nachhause zurück: in die Familien, bei der Erziehung der Kinder, in die Schule, in das Stadtviertel...“.

Auf diese Weise also bleibe Jesus „in der Kirche, oder im Kruzifix oder in irgendeinem Bildchen“:

„Heute kann für uns ein Tag der Gewissenserforschung sein, mit diesem Kehrvers: ‚Wehe dir, wehe dir’, denn ich habe dir so viel gegeben, ich habe dir mich selbst gegeben, ich habe dich erwählt, Christ zu sein, und du ziehst ein Leben halb und halb vor, ein oberflächliches Leben: ein wenig Christentum und Weihwasser, aber nichts mehr. Wenn man in dieser christlichen Heuchelei lebt, dann verjagen wir in Wirklichkeit Jesus aus unserem Herzen. Wir tun so, als hätten wir ihn, doch wir haben ihn hinausgejagt. ‚Wir sind Christen, stolz es zu sein’, doch wir leben wie die Heiden“.

Ein jeder von uns, so der Papst abschließend, „soll nachdenken: bin ich Chorazin, bin ich Betsaida? Bin ich Kafarnaum? Und wenn Jesus weint: um die Gnade bitten, dass auch wir mit ihm weinen. Mit diesem Gebet: ‚Herr, du hast mir so viel gegeben. Mein Herz ist so hart, dass es dich nicht eintreten lässt. Ich habe gesündigt durch Undankbarkeit, ich bin ein Undankbarer’. Und wir wollen den Heiligen Geist bitten, dass er die Türen des Herzens weit aufmache, damit Jesus eintreten kann, damit wir nicht nur Jesus hören, sondern seine Botschaft des Heils, und für die vielen guten Dinge danken, die er für einen jeden uns getan hat“.

Dem Autor auf Twitter folgen!



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit






Top-15

meist-gelesen

  1. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  2. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  3. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  4. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  5. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  6. Universität Aberdeen prüft intern Hasskommentar eines Angestellten gegen Ann Widdecombe
  7. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  8. Ein unvermeidliches Schisma?
  9. Glaubte Papst Benedikt XVI. an die nahende Endzeit?
  10. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  11. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  12. Ann Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), wurde zu Hause ermordet
  13. „Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“
  14. „Abgeordnete, die das Gesetz zur Sterbehilfe unterstützen, können nicht mehr zur Kommunion gehen“
  15. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz