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Missio-Präsident: „Mission ist koexistentiell mit der Kirche“

26. September 2018 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Kurienerzbischof Dal Toso betont Bedeutung von Mission - Päpstliche Missionswerke gefragter denn je


Wien (kath.net/Missio) Der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Giampietro Dal Toso (Foto), ermutigte Missio Österreich, den missionarischen Weg fortzusetzen. Bei seinem Österreich-Besuch unterstrich er einmal mehr die Bedeutung der Mission für die Kirche. Dass Papst Franziskus für das Thema eine besondere Vorliebe hat, zeigt für Dal Toso dessen „Sinn für gegenwärtige Entwicklungen“.

Mission ist für den Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke Giampietro Dal Toso „koexistentiell“ mit der Kirche. „Mission entsteht mit der Kirche, weil Jesus seine Jünger ausgesandt hat“, so der Kurienerzbischof. Die Kirche müsse aufwachen und neues Bewusstsein für die Lebenssituation der Menschen entwickeln: „Wir dürfen uns nicht in den eigenen vier Wänden oder Sakristeien einschließen. Die Welt erwartet uns nicht.“ Dal Toso fordert ein neues Hinausgehen: „Wir dürfen uns nicht mehr damit abfinden, was wir haben oder was wir sind. Stellen wir den Menschen in der heutigen Zeit ganz konkret Jesus Christus vor!“ Mit Papst Franziskus hätten wir einen Hirten, der einen besonderen „Sinn für gegenwärtige Entwicklungen hat, betont der Missio-Präsident.

Für den Missio-Präsidenten hat die Kirche bis heute eine „ungeheure Dynamik“, die es zu nutzen gilt. In den ersten Jahrhunderten der Kirche habe sich diese in der „schnellen Verbreitung des Evangeliums“ im Mittelmeerraum, aber auch in Teilen Asiens und Afrikas gezeigt. Europa stehe, so Dal Toso, aktuell vor vielfältigen Herausforderungen. „Der Auftrag der Kirche hat sich ein Stück weit geändert. Der Papst fordert von uns, dass wir kreativ sind und neue Wege der Verkündigung entdecken.“ Europa sei zu einem Missionsgebiet geworden.

Missionare haben für Dal Toso die herausfordernde Aufgabe, dem Glauben der Menschen immer mehr Fundament zu geben. „Wir brauchen eine Kirche vor Ort, die sich mit der Kultur und den Menschen identifiziert.“ Diesen Gedanken hätte schon Papst Urban VIII. im Jahr 1628 verfolgt, als er den „Collegio Urbano“ zur Ausbildung von Priestern aus Ländern außerhalb Europas gegründet hat. „Dieser Ansatz ist für mich sehr weitsichtig und bis heute relevant: Die lokale Kirche muss sich entwickeln und immer tiefer verwurzeln.“

Päpstliche Missionswerke gefragter denn je

Von den Päpstlichen Missionswerken fordert Missio-Präsident Dal Toso vor allem eine neue „Sensibilisierung für Mission“ in der Gesellschaft: „Unsere Aufgabe muss es sein, den Sinn für Mission aufrechtzuerhalten. Das gelingt durch konkrete Initiativen in den jeweiligen Ortskirchen und durch beharrliches Gebet für die Mission.“ Dal Toso wies dabei auf den eindrücklichen Appell von Papst Franziskus hin, dass die Päpstlichen Missionswerke zum Gebet animieren sollen. Nur durch den Heiligen Geist sei ein neues Bewusstsein für die Sendung als Christ möglich, so der Präsident.

Gleichzeitig ist Missio aus Dal Tosos Sicht gefragt, die jungen Kirchen finanziell zu unterstützen: „Die jungen, aber armen Kirchen müssen sich strukturieren. Dazu braucht es einfach auch Geld. Die Päpstlichen Missionswerke leisten einen enormen Dienst, indem wir jeder Diözese in den Missionsländern ein Minimum an Unterstützung garantieren.“ Durch ein riesiges Netzwerk habe Missio die Möglichkeit zu einer gerechten Verteilung über den ganzen Globus hinweg, sagt der Präsident der Päpstlichen Missionswerke.


Archivfoto Kurienerzbischof Dal Toso (c) Missio/Simon Kupferschmied


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