Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. Es gibt keine zweite Chance mehr
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  9. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  10. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  11. Technisch brillant, geistig obdachlos
  12. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  13. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. "Ich glaube, dass ich glaube"

Schafft die Kirchensteuer ab!

2. Oktober 2018 in Kommentar, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Auf die Gefahr hin, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen, lautet meine Schlussfolgerung: Christen und Atheisten, vereinigt euch! - Die Monatskolumne von Sebastian Moll


Linz (kath.net)
Als Teilnehmer am Marsch für das Leben in Berlin muss man stets auf ebenso wenig freundliche wie geistreiche Plakate der Antidemonstranten gefasst sein. Um so erstaunlicher, wenn man plötzlich bemerkt, dass man mit einem dieser Plakate inhaltlich übereinstimmt. „Schafft die Kirchensteuer ab!“ – diese Forderung hätte auch von mir sein können. Wie konnte es zu einer solchen Übereinstimmung kommen? Und noch viel wichtiger: Wenn ich mich als Mann der Kirche mit atheistischen Demonstranten einig weiß in puncto Abschaffung der Kirchensteuer, wer ist dann überhaupt noch dafür? Bei meinen diesbezüglichen Recherchen stieß ich auf drei unterschiedliche Gruppen.

1. Die bedeutendste Gruppe von Befürwortern der Kirchensteuer sind ohne Zweifel diejenigen, die unmittelbar von ihr profitieren, also die Bediensteten der Kirche. Ihre Zahl sollte keineswegs unterschätzt werden, bildet die Kirche doch nach dem Staat den größten Arbeitgeber in Deutschland. Hinzu kommen noch all diejenigen, deren Arbeitsplätze zumindest mittelbar vom Staatskirchenvertrag abhängen, etwa die Angestellten unserer theologischen Fakultäten. Nun kann man es diesen vielen Menschen nicht verdenken, dass sie das Lied dessen singen, dessen Brot sie essen. Andererseits kann ihre Stimme aufgrund ihrer persönlichen Befangenheit wohl kaum als objektiv betrachtet werden.


2. Die zweite Gruppe bilden jene gutgläubigen Kirchensteuerzahler, die immer noch glauben, ihr Geld würde für Krankenhäuser und Kindergärten oder andere sinnvolle Einrichtungen ausgegeben. Tatsächlich geht der Prozentsatz der Kirchensteuereinnahmen, die an die entsprechenden Institutionen fließen, gegen null. Wäre es anders, hätten Nichtkirchenmitglieder ja überhaupt keinen Anspruch auf Behandlung in einem konfessionellen Krankenhaus, wie sie beispielsweise auch keinen Anspruch auf eine kirchliche Bestattung haben. Aber für gewöhnlich werden die medizinischen Behandlungen auch in sogenannten kirchlichen Krankenhäusern von den Krankenkassen bezahlt, nicht aus dem Klingelbeutel. Ohnehin betont etwa die deutsche Caritas mit ihrer aktuellen Kampagne ja ganz offen ihre Distanz zur Institution Kirche.

3. Als letzte Befürworter der Kirchensteuer bleiben diejenigen, die befürchten, durch die „Privatisierung“ der Kirche entstünde eine Art „elitäres Christentum“, zu dem nur noch die Vermögenden Zugang hätten. Diese Befürchtung, die im Grunde bei jeder Privatisierung vorgebracht wird, lässt sich jedoch durch Erfahrungen aus den bereits existierenden Freikirchen nicht belegen. Zum einen weiß jeder Gemeindeleiter, dass sich mit Geld allein, das ja bekanntlich auch keine Tore schießt, keine Kirchenbänke füllen lassen. Zum anderen haben die wenigen Großspender, wie etwa der vor einigen Jahren verstorbene Heinz-Horst Deichmann oder der Vizepräsident des BDI, Friedhelm Loh, bewiesen, dass sie mit ihren Spenden durchaus lobenswerte Projekte im Sinne des Evangeliums fördern, fernab von Lobeshymnen auf Abtreibungsärzte, wie sie etwa in der kirchensteuerfinanzierten Publikation chrismon zu finden sind. So wie in jeder anderen nicht staatlich subventionierten Gruppierung ist auch in einer freien Gemeinde jeder Einzelne gefordert, sich einzubringen, sei es durch Geld oder durch andere Gaben. Dass diese engagierten Christen schließlich auch den Kurs der Kirche bzw. der Gemeinde bestimmen, wäre kein Nachteil der Kirchensteuerabschaffung, sondern ein Segen.

Alle genannten Gruppen fallen somit als ernst zu nehmende Befürworter der Kirchensteuer aus, die einen wegen persönlicher Befangenheit, die anderen wegen ungültiger Argumente. Somit bleiben also nur noch Gegner der Kirchensteuer übrig, und hier ergibt sich nun eine erstaunliche Allianz. Es sind nämlich vor allem zwei Lager, die sich besonders energisch für die Abschaffung der Kirchensteuer einsetzen: engagierte Christen, die sich nach einer reineren Form ihrer Kirche sehnen, und radikale Kirchengegner, die mit der Kirche möglichst wenig zu tun haben wollen.

Auf die Gefahr hin, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen, lautet meine Schlussfolgerung: Christen und Atheisten, vereinigt euch!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirchensteuer

  1. Bischof Kohlgraf: Kirchensteuer könnte für Zahlungen an Missbrauchsopfer verwendet werden
  2. Wie die Diözese Bozen-Brixen ‚Kirchenaustritte’ handhabt
  3. Kirche muss reich an Glauben sein, nicht reich an Geld
  4. Es reicht
  5. BKU-Vorsitzender stellt deutsches Kirchensteuersystem in Frage
  6. Evangelische Bischöfin: Heutiges Kirchensteuermodell eine 'Mit-Ursache von Kirchenaustritten'
  7. 2019: Neues Rekordhoch bei Kirchensteuereinnahmen in Deutschland
  8. Hahne: Kirchen sollten für 2 Monate auf die Kirchensteuer verzichten!
  9. #Corona Auswirkungen für die deutschen Bistümer werden dramatisch
  10. Der deutsche Kirchensteuerirrsinn






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  8. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  9. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  12. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  13. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  14. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  15. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz