11 September 2018, 13:00
Der Bischof: Mann des Gebets, demütig und auserwählt
 
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Franziskus in Santa Marta: in diesen Zeiten hat es den Anschein, dass der Große Ankläger, Satan, besonders gegen die Bischöfe vorgeht. Er versucht, die Sünden offenzulegen, damit sie gesehen werden, um dem Volk Ärgernis zu bieten. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Bischöfe – im Mittelpunkt der Anklagen und Angriffe Satans. Papst Franziskus konzentrierte sich in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 23. Woche im Jahreskreis auf das Tagesevangelium nach Lukas (Lk 6,12-19).

Der „große Ankläger“ greife die Bischöfe an. Aus diesem Grund sei es notwendig, drei Grundaspekte in Erinnerung zu rufen: die Kraft der Bischöfe bestehe darin, Männer des Gebets zu sein, die Demut zu besitzen, zu wissen, von Gott erwählt zu sein, und nahe beim Volk zu bleiben.

Jesus verbringe die Nacht im Gebet, dann sei er es, der die Zwölf wähle, das heißt „die ersten Bischöfe“. Dann steige er mit ihnen den Berg herab: „In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon waren gekommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden“ (V. 17-18).

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Der Papst dachte über die Wahl der Bischöfe nach, wie dies von Jesus zum ersten Mal getan worden sei. Anlass dafür bot Franziskus auch die Tatsache, dass in dieser Zeit in Rom drei Kurse für Bischöfe stattfinden: ein Fortbildungskurs für jene Bischöfe, die vor zehn Jahren geweiht wurden, ein weiterer Kurs für 74 Diözesanbischöfe aus Missionsgebieten und ein dritter Kurs für rund 140 Bischöfe, für die die Kongregation für die Bischöfe zuständig ist.

Der erste Grundaspekt des Bischofs bestehe also darin, ein Mann des Gebets zu sein. Das Gebet nämlich sei „der Trost, den ein Bischof in traurigen Momenten habe“. Es gehe darum, zu verstehen, dass „Jesus in diesen Momenten für mich betet“, dass „er für alle Bischöfe betet“. In diesem Bewusstsein finde der Bischof jenen Trost und jene Kraft, die ihn seinerseits dazu führe, für sich selbst und für das Volk Gottes zu beten. Darin bestehe seine erste Aufgabe. Dass der Bischof ein Mann des Gebets sei, bestätige auch der heilige Petrus, wenn er sage: „uns – das Gebet und die Verkündigung des Wortes“. Er sage nicht: „uns – die Organisation der Pastoralpläne“.

Die zweite Haltung des Bischofs sei, dass Jesus die Zwölf wähle. So wisse der treue Bischof, dass nicht er gewählt habe:

„Der Bischof, der Jesus liebt, ist kein Aufsteiger, der mit seiner Berufung vorangeht, als sei diese eine Funktion, vielleicht auch mit dem Blick auf eine andere Möglichkeit, voranzukommen und hochzusteigen: nein. Der Bischof fühlt sich als Auserwählter. Und er besitzt die Gewissheit, auswählt worden zu sein. Und das bringt ihn zum Dialog mit dem Herrn: ‚Du hast mich erwählt, der ich gering bin, der ich ein Sünder bin...’: er ist demütig. Denn wenn er sich auserwählt fühlt, spürt er den Blick Jesu auf seinem Dasein, und das schenkt ihm Kraft“.

Schließlich steige der Bischof wie Jesus im Evangelium in eine Ebene hinab, um nahe beim Volk zu sein, und er entfernt sich nicht:

„Der Bischof, der dem Volk nicht fern bleibt, der keine Haltungen annimmt, die ihn dazu führen, fern vom Volk zu sein. Der Bischof berührt das Volk und lässt sich vom Volk berühren. Er sucht seine Zuflucht nicht bei den Mächtigen, bei den Eliten: nein. Es werden die Eliten sein, die den Bischof kritisieren. Das Volk hat diese Haltung der Liebe zum Bischof, und es hat etwas, als sei es eine spezielle Salbung: es bestätigt den Bischof in seiner Berufung“.

Mehrere Male unterstrich Franziskus, dass die Kraft des Bischofs darin bestehe, ein Mann der Gebets zu sein, ein „Mann, der sich von Gott erwählt fühlt“ und „ein Mann mitten in seinem Volk“:

„Es ist gut, wenn er sich dessen entsinnt, in diesen Zeiten, in denen es den Anschein hat, dass der ‚Große Ankläger’ losgelassen wurde und gegen die Bischöfe vorgeht. Und richtig, sie sind da, wir alle sind Sünder, wir Bischöfe. Er versucht, die Sünden offenzulegen, damit sie gesehen werden, um dem Volk Ärgernis zu bieten. Der Große Ankläger, der, wie er selbst im ersten Kapitel des Buchs Ijob zu Gott sagt, ‚durch die Welt zieht und danach sucht, wie er anklagen kann’. Die Kraft des Bischofs gegen den Großen Ankläger ist das Gebet, jenes Gebet Jesu für ihn und das eigene. Und die Demut, sich auserwählt zu fühlen und nahe bei Volk Gottes zu bleiben, ohne zu einem aristokratischen Leben überzugehen, das ihm diese Salbung nimmt. Wir wollen heute für unsere Bischöfe bitten: für mich, für diese, die hier vor mir sind, und für alle Bischöfe der Welt“.

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