11 September 2018, 05:30
"Ehe für alle": Cartellverband pocht auf Wahlversprechen
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA ''
Ankündigung von Justizminister Moser zur Gleichstellung von eingetragener Partnerschaft und Ehe sorgt für "Irritationen im ÖCV"

Wien (kath.net/KAP) Die Ankündigung von Justizminister Josef Moser zur Gleichstellung von eingetragener Partnerschaft und Ehe "sorgt für Irritationen im ÖCV": Der Österreichische Cartellverband zeigte sich in einer Aussendung am Freitag "überrascht" von einem in der Vorwoche gegebenen Interview Mosers, in dem dieser das Wahlversprechen "Nein zur Ehe für alle" der nunmehrigen Regierungsparteien ÖVP und FPÖ zu "hinterfragen" beabsichtige. "Wir hoffen, dass dieser Vorstoß des Ministers nur der Anfang einer Diskussion ist", betonte ÖCV-Vorortspräsident Stefan Grüneis. Die Bundesregierung möge die Aussagen Mosers nun evaluieren, wie es hieß.

Werbung
messstipendien


Ehe und Familie sind nach Auffassung des ÖCV "für das menschliche Zusammenleben grundlegende, gewachsene Gemeinschaften". Die "klassische Familie" mit zwei gleich verantwortlichen Elternteilen und Kind bzw. Kindern sei die Keimzelle des Staates und könne durch kein anderes Sozialgebilde gleichwertig ersetzt werden. Grüneis appellierte an die Regierung, sich am "katholischen Verständnis der Ehe" zu orientieren. Er berief sich auch auf ein Erkenntnis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), der es staatlicher Gesetzgebung anheim stellt, die Ehe allein als Verbindung zwischen Mann und Frau vorzusehen.

Der Österreichische Cartellverband (ÖCV) ist mit über 13.000 Mitgliedern der größte Akademikerverband in Österreich. Mit seinen 50 katholischen Studentenverbindungen ist er in allen großen Städten des Landes vertreten.

Regierung ringt um Neufassung

Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte dazu beim Pressefoyer nach dem Ministerrat am Mittwoch betont, dass Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) "zu respektieren sind". Der VfGH hatte im Dezember 2017 die bisherige Regelung, dass Ehe für heterosexuelle Paare und eingetragene Partnerschaften für homosexuelle vorzusehen sei, als diskriminierend zu bewerten sei und bis spätestens Jänner 2019 ein neues Gesetz dazu vorliegen müsse. Jetzt sei es Aufgabe von Bundesregierung und Parlament, "hier mögliche Wege zu finden", sagte Kurz.

Auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache kündigte weitere Diskussionen über die Form der Umsetzung der VfGH-Vorgabe an. Dabei sei es vernünftig ist, "auch Gespräche mit der Kirche zu führen", sagte der FPÖ-Obmann.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Benedikt XVI. in großer Sorge um die katholische Kirche (78)

„Korruption der Lehre zieht immer die Korruption der Moral nach sich“ (56)

Man kann einen Papst nicht anklagen! (55)

‚Papst schweigt, um Größenwahn der Kritiker nicht zu fördern’ (44)

Das Zerstörungswerk des Teufels durch die Heuchler (42)

„Völliger Unsinn!“ (40)

Missbrauchsopfer von Grassi: "Ich habe gelitten und leide noch immer!" (38)

Papst: Sexualität ist "der schönste Punkt der Schöpfung" (36)

Marx: „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs“ (35)

Neues Papstdokument schreibt verpflichtende Synodenumfragen vor (34)

Die Vollmacht des Hirten (33)

Jugendsynode: Niederländischer Bischof verweigert die Teilnahme (31)

„Frankfurter Allgemeine“: „Warum schont der Papst McCarrick?“ (26)

Bistum Regensburg widerspricht grünem Bundestagsabgeordneten! (25)

Theologe: Öffentlich unsichtbare Religion schafft Probleme (23)