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Die neue Würde, die Jesus der Frau schenkt

15. Juni 2018 in Aktuelles, 43 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: die Ausbeutung der Frau ist eine Sünde gegen den Schöpfergott. Mit Jesus ändert sich die Geschichte der Frau. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen – wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus“. Die Frauen standen im Mittelpunkt der Predigt von Papst Franziskus bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der zehnten Woche im Jahreskreis: die „weggeworfenen Frauen“, die „missbrauchten Frauen“, „die jungen Frauen, die ihre Würde verkaufen müssen, um einen Arbeitsplatz zu bekommen“.

Der Papst ging vom Tagesevangelium aus (Mt 5, 27-32). Die Frauen sind für Franziskus das, „was allen Männern fehlt, um Bild und Gleichnis Gottes zu ein“. Jesus spreche starke und radikale Worte aus, die die Geschichte änderten, denn bis zu jenem Moment sei die Frau Mensch „zweiter Klasse“ gewesen, „um es mit einem Euphemismus zu sagen: sie war Sklavin, ihr wurde nicht einmal die volle Freiheit zugestanden“:

„Die Lehre Jesu über die Frau ändert die Geschichte. Und das eine ist die Frau vor Jesus, das andere ist die Frau nach Jesus. Jesus verleiht der Frau eine besondere Würde und setzt sie auf dieselbe Ebene wie den Mann, denn er nimmt jenes erste Wort des Schöpfers auf, das lautet: beide sind ‚Bild und Gleichnis Gottes’, beide. Nicht zuerst der Mann und dann eine kleine Stufe drunter die Frau, nein, beide. Und der Mann ohne die Frau an seiner Seite – sei es als Mutter, als Schwester, als Braut, als Kollegin, als Freundin – jener Mann ist nicht Bild Gottes“.


Der Papst ging dann im Besonderen auf das „Begehren“ nach einer Frau ein. „In den „Fernesehprogrammen, in den Zeitschriften, in den Zeitungen werden die Frauen als Objekt des Begehrens, des Gebrauchs gezeigt“, wie in einem Supermarkt. Um zum Beispiel eine gewisse Qualität von Tomaten zu verkaufen, werde die Frau zum „Objekt“ gemacht, „erniedrigt, ohne Kleider“. Auf diese Weise werde die Lehre Jesu fallengelassen, der die Frau mit einer besonderen Würde ausgestattet habe.

Es sei dann nicht notwendig, in die Ferne zu gehen. Dies geschehe auch „hier, wo wir wohnen, in den Büros, in den Firmen“. Auch dort seien die Frauen „Objekt jener Einweg-und-Wegwerf-Philosophie“, wo es bisweilen den Anschein habe, als seien sie nicht einmal Personen:

„Das ist eine Sünde gegen den Schöpfergott, die Frau zu verwerfen, denn ohne sie können wir Männer nicht Bild und Gleichnis Gottes sein. Es gibt da eine verbissene Erbitterung gegen die Frau, eine hässliche Erbitterung. Dies auch ohne es zu sagen... Wie oft müssen sich junge Frauen, um einen Arbeitsplatz zu haben, als Einweg-Wegwerfgegenstände verkaufen? Wie oft? ‚Ja Pater, davon habe ich in jenem Land gehört...’. Hier in Rom. Nicht in die Ferne schweifen!“.

Franziskus stellte vor die Frage, was wir sehen würden, wenn wir in der Nacht gewisse Orte in der Stadt aufsuchten, wo „viele Frauen, viele Migranten, viele Nicht-Migranten wie auf einem Markt ausgebeutet werden“. Diesen Frauen „nähern sich die Männern nicht, um sie mit einem ‚guten Abend’ begrüßen, sondern um sie zu fragen: ‚wie viel kostest du?’“. Und jenen, die sich „ihr Gewissen rein waschen“, indem sie sie „Prostituierte“ nennten, hielt der Papst entgegen:

„Du hast sie zur Prostituierten gemacht, wie Jesus sagt: wer seine Frau entlässt, liefert sie dem Ehebruch aus. Weil du die Frau nicht gut behandelst, nimmt die Frau dieses Ende, sie wird ausgebeutet, bisweilen versklavt“.

Abschließend mahnte der Papst, auf diese Frauen zu blicken und darüber nachzudenken, dass sie gegenüber unserer Freiheit „Sklavinnen dieses Wegwerf-Denkens“ seien:

„All dies geschieht hier, in Rom, es geschieht in jeder Stadt, die namenlosen Frauen, die Frauen – so können wir sagen – ‚ohne Blick’, weil die Scham den Blick verdeckt, die Frauen, die nicht zu lachen wissen, und viele von ihnen wissen nichts von der Freude, ein Kind zu stillen und zu hören, wie sie ‚Mama’ genannt werden, sie kennen das nicht. Aber auch im alltäglichen Leben, ohne an jene Orte zu gehen, findet sich dieser Gedanke, die Frau zu verwerfen, ist sie ‚Objekt zweiter Klasse’. Wir sollten besser nachdenken. Und wenn wir das tun oder sagen, wenn wir in dieses Denken eintreten, verachten wir das Bild Gottes, der Mann und Frau gemeinsam nach seinem Bild und Gleichnis schuf. Dieser Abschnitt ais dem Evangelium helfe uns, an den Markt der Frauen zu denken, an den Markt, ja, an den Menschenhandel, an die Ausbeutung, die man sieht. Auch an den Markt, den man nicht sieht, an jenen Markt, der stattfindet und den man nicht sieht. Die Frau wird mit Füssen getreten, weil sie Frau ist“.

Jesus „hat eine Mutter gehabt, er hatte viele Freundinnen, die ihm nachfolgten, um ihm bei seinem Dienst zu helfen und ihn zu unterstützen“. Gleichzeitig habe er viele „verachtete, ausgegrenzte und weggeworfene Frauen“ vorgefunden. Ihnen habe er mit Zärtlichkeit aufgeholfen und ihre Würde zurückerstattet.

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