Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Der Weg des Bischofs und die Gnade des Abschieds

15. Mai 2018 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: gebt Acht auf die Herde. Seid Bischöfe für die Herde, um die Herde zu behüten, nicht um eine kirchliche Karriereleiter hochzuklettern! Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 20,17-27) stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Papst Franziskus bei seiner Predigt in der heiligen Messe im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der siebten Woche im Osterkreis. Paulus verabschiedet sich von den Ältesten der Kirche, um nach Jerusalem zu gehen: „Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird“ (V. 22). So bezeugt der Apostel den Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist und die Liebe zur Herde.

„Es ist dies ein starker Abschnitt“, so Franziskus, „der zu Herzen geht. Es ist dies auch ein Abschnitt, der uns den Weg eines jeden Bischofs im Moment des Abschieds sehen lässt“. Der Abschnitt aus der Apostelgeschichte berichte von dem Moment, da Paulus in Ephesus die Ältesten der Kirche, das heißt die Priester zusammenrufe. Er berufe eine „Versammlung des Priesterrats“ ein, um sich von ihnen zu verabschieden. Als erstes nehme er eine Art Gewissenserforschung vor. Er sage, was er für die Gemeinde getan habe und er unterstelle sich deren Urteil. Es hat den Anschein, als sei Paulus ein wenig stolz. Dagegen sei er nur objektiv. Er rühme sich allein zweier Dinge: „seiner Sünden und des Kreuzes Jesu Christi, der ihn gerettet hat“.


Dann erkläre er, dass ihn der Heilige Geist „zwinge“, nach Jerusalem zu gehen: „diese Erfahrung des Bischofs“, so Franziskus, „der Bischof, der es versteht, den Heiligen Geist zu unterscheiden, der zu unterscheiden weiß, wann es der Geist Gottes ist, der spricht, und der sich zu verteidigen versteht, wenn der Geist der Welt spricht“.

„Paulus weiß irgendwie“, so der Papst, „dass er Prüfungen und Leid entgegengeht, hin zum Kreuz, und das lässt uns an den Einzug Jesu nach Jerusalem denken, nicht? Er zieht ein, um zu leiden, und Paulus ist unterwegs zur Passion“. Der Apostel „bringt sich dem Herrn dar, in Gehorsam. Jenes ‚gebunden durch den Geist’. Der Bischof, der immer weitergeht, doch nach dem Heiligen Geist. Das ist Paulus“.

Schließlich verabschiede sich der Apostel unter dem Schmerz der Anwesenden: „ alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn; am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff“. Er hinterlasse Ratschläge, „sein Testament“ das kein Weltliches Testament sei, eine Hinterlassenschaft von Dingen:

„Er rät nicht: ‚Dieses Gut, das ich hinterlasse: gebt es dem da, das dem anderen, und das...’. Das weltliche Testament. Seine große Liebe ist Jesus Christus. Die zweite Liebe, die Herde. ‚Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde’. Gebt Acht auf die Herde. Seid Bischöfe für die Herde, um die Herde zu behüten, nicht um eine kirchliche Karriereleiter hochzuklettern, nein“.

Paulus empfehle die Priester Gott in der Gewissheit, dass er sie behüten und ihnen helfen werde. Dann gehe er erneut auf seine Erfahrung ein und erkläre: „Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt“:

„Das Testament des Paulus ist ein Zeugnis. Es ist auch eine Verkündigung. Es ist auch eine Herausforderung: ‚Ich habe diesen Weg zurückgelegt. Jetzt macht ihr weiter’. Wie weit entfernt ist doch dieses Testament von den weltlichen Testamenten: ‚Das hinterlasse ich dem, das dem anderen, das noch einem anderen...’, viele Güter. Paulus hatte nichts, nur die Gnade Gottes, den apostolischen Mut, die Offenbarung Jesu Christi und das Heil, das der Herr ihm geschenkt hatte“.

„Wenn ich diesen Abschnitt lese“, so der Papst abschließend, „dann denke ich an mich, weil ich Bischof bin und mich verabschieden muss“:

„Ich bitte den Herrn um die Gnade, mich auf diese Weise verabschieden zu können. Und aus der Gewissenserforschung werde ich nicht wie Paulus als Sieger hervorgehen... Nun, der Herr ist gut, er ist barmherzig, nun... Ich denke an die Bischöfe, an alle Bischöfe. Der Herr schenke uns allen diese Gnade, dass wir uns so verabschieden können, in diesem Geist, mit dieser Kraft, mit dieser Liebe zu Jesus Christus, mit diesem Vertrauen auf den Heiligen Geist“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz