Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  3. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  4. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  5. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  6. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Vorbehaltlos Ja zum Leben!
  9. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  10. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  11. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  12. Massive Mehrheit in Österreich sieht Leben mit Muslimen kritisch
  13. Zeitliche und ewige Zukunft
  14. Pro-Life-Aktivistin soll vor Gericht gestellt werden - USA üben scharfe Kritik an Großbritannien
  15. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat

Wiener Dialogabend betont Haltungsänderung der Kirche bei Islam

28. April 2018 in Österreich, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Generalsekretär des "Islamic Spiritual Summit" des Libanon und nationaler Dialogberater Sammak sprach mit "Pro Oriente"-Präsident Marte über Veränderungen der vergangenen zwei Jahre.


Wien (kath.net/ KAP)
Die wachsende Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs mit jenen nahöstlichen Führungspersönlichkeiten, die Religionsfreiheit und gleiche Bürgerrechte für alle Bewohner befürworten, ist am Mittwoch in Wien bei einem Abend mit dem Generalsekretär des "Islamic Spiritual Summit" des Libanon und nationalem Dialogberaters Mohammad Sammak sowie mit "Pro Oriente"-Präsident Johann Marte betont worden. Sammak war einer der 138 Unterzeichner des offenen Briefes "Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch" (A Common Word Between Us & You), den Persönlichkeiten des Islam 2007 an "Führer christlicher Kirchen überall", darunter Papst Benedikt XVI., sandten. Derzeit ist er einer der Vertreter des Islams im Direktorium des Wiener KAICIID-Zentrums.

Sammak, der an zwei Vatikansynoden teilgenommen hat, erinnerte, dass die katholische Kirche jahrhundertelang den Islam als "Fake religion" und "satanische Religion" angesehen habe. Der Glaube sei gewesen, dass Mohammed "die Menschen in die Hölle führt". Durch das Konzilsdokument "Nostra Aetate" (1965) sei dann die Wende um 180 Grad gekommen. "Nostra Aetate" habe festgestellt, dass Muslime an den einen Gott glaubten und dass Muslime Jesus und seiner Mutter die Jungfrau Maria Respekt entgegenbrächten.


"Leider" - so Sammak - "hat sich dieses Konzept nicht zu den muslimischen Menschen überall auf der Welt, von Marokko bis Indonesien, durchgesprochen". Eigentlich wäre es die Rolle der im Libanon - Land mit 18 Glaubensgemeinschaften und 40 Prozent Christen - lebenden Muslime gewesen, diese Neuerung aus dem Vatikan unter ihren Glaubensbrüdern zu verbreiten. "Aber der Libanon war tragischerweise verstrickt in Bruder- und Stellvertreterkriege. Er hat seine Chance vertan, die Botschaft den Völkern im Nahen Osten zu bringen." In der Folge sei der islamische Fanatismus gestärkt worden; die Religion sei missbraucht worden. Diese Phase scheine vielerorts überwunden. "Gott sei Dank öffnen wir ein neues Kapitel", so Sammak.

Die dialogoffenen islamischen Sprecher verhandelten jetzt direkt mit dem Vatikan. Im Mai 2016 sei es zur historischen Al-Azhar-Konferenz mit Papst Franziskus und Großimam Ahmad al-Tayyeb gekommen, und zu der bahnbrechenden Erklärung für Friedensstiftung aus religiöser Überzeugung und gegen Fanatismus, sowie in Folge dann im März 2018 zur Wiener "Charter of Conviviality" ("Charter of Vienna"). Ein weiterer Durchbruch sei der jüngste Besuch von Kurienkardinal Jean-Louis Tauran in Saudi-Arabien.

Als wichtigen Partner bezeichnete Mohammad Sammak den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi, der im Hintergrund auch für eine Verfassung mit gleichen Bürgerrechten für Muslime und christliche Kopten lobbyiere. "Sisi arbeitet sogar stärker als die Kairoer Al-Azhar-Universität daran, dass die Rechte der Christen in Oberägypten geschützt werden", sagte der libanesische KAICIID-Vertreter.

Wenig bekannt sei, dass in den Golfstaaten zahlreiche neue Kirchen auf Staatsgrund gebaut worden seien, berichtete Sammak. Allein in Abu Dhabi seien neun errichtet worden. "Das ermutigt uns", so der Libanese.

Sein Land nannte er ein Vorbild, allerdings sei es auch wieder "nicht eine perfekte Demokratie". Aber man sei übereingekommen, dass die paritätische konfessionelle National-Entente von Taif (1989) auch weiterhin eingehalten werde, obwohl das Gleichgewicht Christen-Muslime schon lange nicht mehr gegeben sei und die Mehrheit heute Muslime seien. Die libanesische Erfahrung der 1980er-Jahre mit Stellvertreterkriegen auf dem eigenen Territorium müsse mittlerweile Syrien machen. "Niemand kann sagen, wie es dort weitergeht und was letztendlich rauskommt." Die EU sorge sich in erster Linie darum, dass die Flüchtlinge nicht nach Europa gelanten, und gebe dem Libanon Geld. "Sie hilft deshalb, damit man die Flüchtlinge im Libanon lässt."

"Pro Oriente"-Präsident Marte erinnerte bei der Veranstaltung an Kardinal Franz Königs Aufforderung zum interreligiösen Dialog. Bereits zuvor - im Interview mit der Würzburger "Tagespost" - hatte sich Marte diesbezüglich geäußert. König, der "Pro Oriente" zur Pflege der Beziehungen mit den Ostkirchen gegründet hatte, habe "einmal öffentlich gesagt, der interreligiöse Dialog sei ihm fast wichtiger als der ökumenische". Daraufhin habe er, Marte, ihn angerufen und gesagt: "Herr Kardinal, Sie ziehen uns den Teppich unter den Füßen weg." Er habe geantwortet: "Sie werden sehen, der interreligiöse Dialog wird noch viel wichtiger werden - und er behielt Recht."

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Papst besucht die Blaue Moschee in Istanbul - Gebetet hat er dort aber nicht
  2. Der neue Erzbischof von Wien und der Islam
  3. Iran: Immer mehr Frauen verstoßen gezielt gegen die Hijab-Pflicht
  4. Muslime größte Religionsgemeinschaft an öffentlichen Wiener Pflichtschulen
  5. Bistum Hildesheim: Kein Verständnis für Kritik an Auftritt eines Imams bei Abschlussfeier
  6. Imam mit Verbindung zur IGMG predigt bei Abschlussfeier einer katholischen Schule
  7. Berlin: Fastenbrechen mit ‚Allahu akbar‘-Rufen vor evangelischer Kirche
  8. Berliner Schule wollte Nicht-Muslime zum Ramada-Fastenbrechen verpflichten
  9. Vatikan bekräftigt zum Ramadan Gemeinsamkeiten mit Muslimen
  10. Erstmals in Berlin: Bezirksrathaus erhält Ramadan-Beleuchtung






Top-15

meist-gelesen

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  3. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  4. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  5. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  6. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  7. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  8. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  9. Ermittlungen im Fall Orlandi offenbar an einem Wendepunkt
  10. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  11. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  12. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat
  13. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  14. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  15. Die Lügen der österreichischen SPÖ-Frauen-Ministerin

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz