Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  5. Wahrheit ist heilsrelevant
  6. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  7. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  8. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  9. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  10. Papst an Pfadfinder: „Ihr verbindet auf kluge Weise das Buch der Natur mit dem Wort Gottes“
  11. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  12. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit
  13. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  14. Früherer Zeremoniär: Johannes Paul II. verband Humor und Spiritualität
  15. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“

Kroatiens Bischöfe gegen "Genderideologie" in Europaratkonvention

24. April 2018 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Hauptkritikpunkt an "Istanbul-Konvention" gegen Gewalt gegen Frauen sind "ideologische Elemente", die "Gendertheorie widerspiegeln" und "mit christlicher Lehre unvereinbar sind"


Zagreb-London (kath.net/KAP) Kroatiens katholische Bischöfe haben erneut ihre Ablehnung der Konvention des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ("Istanbul-Konvention") betont. Hauptkritikpunkt sind "ideologische Elemente", die die "Gendertheorie widerspiegeln und mit der christlichen Lehre unvereinbar" seien, wie die Zagreber katholische Presseagentur IKA und der Londoner "Tablet" (Mittwoch) berichten.

"Um für die Ratifizierung dieser Konvention zu stimmen, muss man eine Neuorientierung vornehmen, die der menschlichen Schöpfung, dem Naturrecht, den Grundwerten des christlichen Glaubens und der christlichen Kultur widerspricht. Das wird für die Familie, die demokratische Erneuerung unserer Nation und die Bildungsarbeit für die neuen Generationen verheerend sein", so die Bischofskonferenz in einer Erklärung. "Wir sind der Ansicht, dass die Republik Kroatien mit ihrem rechtlichen Rahmen und ihrer Umsetzung Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt selbst wirksamer verhindern und bekämpfen kann als die hier vorgesehenen Maßnahmen."

Ende vergangener Woche hatte das Parlament in Zagreb mit einer Mehrheit von 110 gegen 30 Stimmen für die Ratifizierung der 2011 vom Europarat erarbeitete Konvention gestimmt. Vor der Abstimmung war der seit Jahren schwelende Streit um die Konvention in Kroatien erneut hochgekocht. Unter anderem gab es große Demonstrationen der von der katholischen Kirchen unterstützten Gegner in Zagreb und Split.


Um möglichen Widerstand auch aus den eigenen Reihen einzudämmen, präsentierte die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Andrej Plenkovic parallel zur Parlamentsabstimmung eine eigene Interpretationserklärung zur Istanbul-Konvention. Darin wurde festgelegt, dass durch die Konvention keine Verpflichtung entstehe, die "Gender-Ideologie" in das kroatische Rechts- und Bildungssystem einzuführen und dass es auch keine Verpflichtung gäbe, die verfassungsrechtliche Definition der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau zu ändern.

Bischöfe: Positive Absicht, aber "zweideutig"

Die Istanbul-Konvention bildet den weltweit ersten Rechtsrahmen zur Eindämmung psychischer und sexueller Gewalt an Frauen. Es umfasst häusliche Gewalt, Zwangsverheiratung, Stalking und weibliche Genitalverstümmelung, die jeweils kriminalisiert werden.

Die kroatischen Bischöfe betonten dazu, die Konvention habe eine grundsätzlich positive Absicht. Doch vieles, was im Text stehe, sei "unserer Meinung nach verwirrend und zweideutig. Es enthält ideologische Elemente, die mit der Gender-Theorie übereinstimmen und eine Geschlechterideologie widerspiegeln, auf der eine sogenannte Gender-Kultur aufgebaut wird. Sie ist den christlichen und allgemeinen menschlichen Werten fremd und steht im Gegensatz zu den Lehren der Kirche."

Das Übereinkommen mit 81 Artikeln wurde von allen 47 Mitgliedstaaten des Europarats mit Ausnahme von Russland und Aserbaidschan unterzeichnet, bisher aber nur von 29 Mitgliedstaaten ratifiziert und durchgesetzt. Österreich hat die Konvention bereits im Jahr 2013 ratifiziert, Deutschland und die Schweiz im vergangenen Jahr. Der Akt des Unterzeichnens bedeutet, dass ein Land keine Richtlinien umsetzen oder Handlungen vornehmen kann, die aktiv gegen die Bedingungen des Vertrags arbeiten. Bevor ein Land den Vertrag ratifiziert, ist es jedoch nicht verpflichtet, seine Bedingungen vollständig umzusetzen. Es kann bis dahin bei Verstößen auch nicht auf der Grundlage der internationalen Menschenrechtsnormen zur Rechenschaft gezogen werden.

In einer Erklärung von 2015 hatte sich die Polnische Bischofskonferenz (KEP) ebenfalls ablehnend geäußert. Das Dokument spiegelt nach Ansicht der KEP eine "extreme, neomarxistische Ideologie des Geschlechts" wider. Die KEP verwies auf Artikel 3, der das Geschlecht als "sozial konstruierte Rollen, Verhaltensweisen, Aktivitäten und Attribute" definiert.

Bisher nicht ratifiziert haben die Konvention auch Länder wie Tschechien, Ungarn oder die Slowakei. Der Pressburger Erzbischof Stanislav Zvolensky etwa hat mehrfach die Ablehnung des Abkommens durch die Kirche zum Ausdruck gebracht: "Gewaltanwendung an Frauen in welcher Form auch immer" sei zwar "unzulässig und verabscheuenswürdig", hielt er schon 2016 fest. Im Fokus der kirchlichen Kritik stehe aber die in der Konvention verankerten Verpflichtungen zur Förderung nicht stereotyper Geschlechterrollen auch an Schulen oder die Forcierung der sogenannten "Genderideologie".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

gender mainstreaming

  1. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  2. Detransition: US-Amerikanerin gewinnt erstmals Klage gegen Transgender-Ärzte
  3. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  4. IMABE kritisiert VfGH-Urteil zur Streichung des Geschlechtseintrags
  5. US-Bischof Daniel Thomas/Ohio: „Gott hat Transsexualität nicht vorgesehen“
  6. Liturgie – ein „katholischer Queer-Gottesdienst“ – oder kirchliche „Identitätspolitik“
  7. US-Studie zeigt: Transgender wird unter jungen Leuten unmodern!
  8. Katholische US-Bischöfe stellen sich gegen Transhype: Nur biologische Frauen in Schulsportteams!
  9. Britisches Parlament lehnt Verbot von Konversionstherapien ab
  10. Deutsche Tageszeitung beendet Gender-Unsinn nach Kündigungswelle!






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  4. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  5. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  6. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  7. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  8. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  9. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  10. Arche-Noah-Nachbildung feiert 10-jähriges Jubiläum
  11. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit
  12. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  13. Fossile Bäume lösen Debatte um Arche Noah und die Sintflut aus
  14. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  15. Wahrheit ist heilsrelevant

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz