Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  6. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  7. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  8. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  13. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  14. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  15. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!

Prag: "Kaiserliche" Überführung von Kardinal Beran aus Petersdom

11. März 2018 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der im Mai 1969 im römischen Exil verstorbene Kardinal war sowohl während der Nazi-Herrschaft als auch in den Zeiten KP-Diktatur in zahlreichen Internierungslagern untergebracht


Prag (kath.net/KAP) Der Leichnam des tschechischen Bekennerkardinals Josef Beran (1888-1969) wird am 19. April 2018 aus der Gruft des römischen Petersdoms entnommen und am 23. April im Prager Veitsdom beigesetzt. Das teilte der Sprecher der Erzdiözese Prag, Stanislav Zeman, zusammen mit den Eckpunkten der Überführung am Dienstag mit. Die Überführungsfeiern in Rom und Prag dauern fünf Tage und haben den Charakter eines barocken Kaiserbegräbnisses.

Die sterblichen Überreste werden demnach am Donnerstag, 19. April, aus dem Vatikan zunächst in das Päpstliche Kollegium Nepomucenum in der Via Concordia überführt, in dem der Prager Erzbischof in der Zeit seines durch das kommunistische Regime der Tschechoslowakei erzwungenen Exils von Februar 1965 bis zu seinem Tod am 17. Mai 1969 gewohnt hat. Am Abend findet im Nepomucenum ein Festakt unter Teilnahme tschechischer Landsleute und der im Kolleg untergebrachten Seminaristen statt. Im Petersdom, in dem Kardinal Beran als erster und bisher einziger Tscheche bestattet war, wird eine Gedenktafel enthüllt.

Tags darauf (20. April) wird der Leichnam Berans auf dem Luftweg nach Prag gebracht. Nach der für 18 Uhr geplanten Ankunft soll die Autokolonne um 19 Uhr vor der Seminarkirche zum heiligen Adalbert im Stadtteil Dejvice Halt machen, wo sich die zentralen Behörden der katholischen Kirche befinden. Um 20 Uhr soll die Kolonne das Prämonstratenserkloster Strahov erreichen, in dessen Basilika der Sarkophag über die Nacht abgestellt bleibt. Am 21. April beginnt dann um 10 Uhr Trauerprozession zum Hradschiner Platz, wobei die Karosse mit dem Sarg von sechs Altkladruber Rappen gezogen wird. Die schwarzen Hengste aus dem bis heute bestehenden ehemaligen Hofgestüt in Kladruby nad Labem wurden einst auch am Kaiserhof bei Begräbnissen eingesetzt.


Der Festgottesdienst (Beginn: 11 Uhr), dem Kardinal Berans heutiger Nachfolger Kardinal Dominik Duka vorsteht, wird zu Ehren des Prager Bischofs und Märtyrers St. Adalbert (Svaty Vojtech; 957-997) gefeiert, dessen Schädel während des Gottesdienstes neben dem Altar ausgestellt wird. Nach dem Gottesdienst bleibt der vor dem Hochaltar aufgestellte Sarg mit den sterblichen Überresten Kardinal Berans zur öffentlichen Verehrung ausgestellt. Am 23. April wird der Sarg schließlich in der Neuen Erzbischöflichen Gruft beigesetzt. Papst Franziskus hatte der Translation der Überreste Kardinal Berans, für den ein Seligsprechungsverfahren läuft, Anfang des Jahres zugestimmt. Er entsprach damit sowohl dem Letzten Willen des Verstorbenen als auch dem Ansuchen Kardinal Dukas, der am 26. April seinen 75. Geburtstag begeht.

Der im Mai 1969 im römischen Exil verstorbene Kardinal Josef Beran war sowohl während der Nazi-Herrschaft als auch in den Zeiten kommunistischer Diktatur in zahlreichen Internierungslagern untergebracht. Im Zuge von Geheimgesprächen zwischen der Prager Regierung und dem Vatikan wurde Beran im Oktober 1963 "begnadigt, aber nicht freigelassen". 1965 folgte seine Ernennung zum Kardinal und sodann seine mit dem Vatikan abgestimmte Ausreise ins vatikanische Exil. Die Verhandlungen führte der spätere Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli.

Als Beran am 13. Mai 1946 zum Erzbischof von Prag ernannt wurde, hatte er bereits drei Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbracht. Nach der kommunistischen Machtergreifung war Beran praktisch bis zu seiner Ausreise nach Rom im Jahr 1965 amtsbehindert. Nach seiner Ausreise konnte er formell seinen Erzbischofstitel behalten, durfte aber in seine verwaiste Diözese nicht mehr zurückkehren. Prag erhielt einen Apostolischen Administrator in der Person des geheim zum Bischof geweihten Priesters Frantisek Tomasek, der wegen der staatlich unerlaubten Bischofsweihe im Jahr 1949 bis zu diesem Zeitpunkt nur als Gemeindepfarrer wirken durfte. Tomasek leistete schon am 18. Februar, einen Tag vor der Abreise Berans nach Rom, den vorgeschriebenen Amtseid.

Das Schicksal des unblutigen Märtyrers Beran erinnert an die tragischen Figuren eines Kardinals Jozsef Mindszenty in Ungarn und eines Kardinal Jossyf Ivanovic Slipyj in der Ukraine, die ebenfalls aufgrund von Geheimverhandlungen im Auftrag der Päpste Paul VI. bzw. Johannes XXIII., unter Federführung des Ostpolitk-Kuriendiplomaten Agostino Casaroli, zum Verlassen ihrer Länder gezwungen worden waren. Mindszenty verlor entgegen ursprünglicher Zusagen auch den Erzbischofstitel.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Kardinal Beran: Archivfoto


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  2. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  3. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  4. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  5. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  6. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  7. Papst Leo empfängt chinakritischen Kardinal Zen aus Hongkong
  8. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  9. Wenn der Papst die Kardinäle ruft
  10. Papst Leo würdigt Duka: "im Glauben gestählter und unerschrockener Verkünder des Evangeliums"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  9. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  15. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz