Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  6. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  7. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  8. „Warum bin ich Christ“
  9. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  10. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  11. Was eine Messe wiegt
  12. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

Papstbesuch in Peru

18. Jänner 2018 in Interview, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Der Glaube ist in Peru tief verankert. Die volkstümliche Religiosität ist ein Schatz. Die Kirche ist vielerorts der einzige Anwalt und Anlaufstelle der überwiegend armen Bevölkerung." Interview von Kirche in Not


München-Wien-Lima (kath.net/KIN) Im Rahmen seiner Südamerikareise wird Papst Franziskus von 18. bis 20. Januar Peru besuchen. Wie in vielen Ländern des Subkontinents sind auch dort die prekären Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung und die Verelendung in den Vororten der Städte, Ausbeutung der Umweltressourcen, aber auch die Inkulturation des katholischen Glaubens sowie die Auseinandersetzung mit Sekten wichtige Themen. Im Interview mit Amélie Berthelin-de la Hougue spricht der Lateinamerikareferent des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“, Marco Mencaglia, über die aktuelle Situation und die Rolle der katholischen Kirche, zu der 80 Prozent der Peruaner gehören.

Amélie Berthelin de la Hougue/Kirche in Not: In welcher Verfassung findet Papst Franziskus die Kirche Perus bei seinem Besuch vor?

Marco Mencaglia: Der Glaube ist in Peru tief verankert. Die volkstümliche Religiosität ist ein Schatz. Die Kirche ist vielerorts der einzige Anwalt und Anlaufstelle der überwiegend armen Bevölkerung. Um die Verhältnisse der Kirche in Peru zu beschreiben, muss man die große geografische Vielfalt des Landes berücksichtigen. Riesige Städte einerseits, gigantische Waldgebiete mit indigener Bevölkerung andererseits, schaffen unterschiedliche pastorale Herausforderungen.

Kirche in Not: Worin bestehen diese Herausforderungen?

Mencaglia: Die wichtigste ist wohl, Einheit zu schaffen. Das heißt auch, die Kirche Perus noch stärker in der Gesellschaft zu verwurzeln. Denn noch haben nicht überall die einheimischen Kleriker die volle Verantwortung. Gut die Hälfte der peruanischen Bischöfe kommt aus dem Ausland. Es gibt positive Erfahrungen der Evangelisierung in schwierigem Umfeld. Aber es bleiben zwei weitere Herausforderungen: Die Berufungspastoral verstärken und den Glauben vertiefen.


Kirche in Not: In welchem Bereich engagiert sich die katholische Kirche derzeit am stärksten?

Mencaglia: Eine Priorität liegt auf der Seelsorge für die Menschen in den Vororten der Großstädte. Hunderttausende Peruaner verlassen jedes Jahr die Bergregionen und ziehen in die Städte. Die Vororte dehnen sich immer weiter aus. Die Kirche Kämpft gegen Armut und Verelendung.

Sie setzt sich auch dafür ein, dass die Zuwanderer zu einer Gemeinschaft werden. Denn die Leute kommen ja aus verschiedenen Regionen und haben aufgrund der Arbeitssituation wenig Zeit, sich kennenzulernen. Das schafft dann wieder neue Probleme.

Kirche in Not: Und was tut die Kirche für die Menschen in den Bergregionen?

Mencaglia: In den entlegensten Dörfern, auf 4000 Metern Höhe oder im Amazonasgebiet, ist die Kirche oft die einzige Institution, die die Bewohner zu Gesicht bekommen. Diese Menschen zu erreichen ist von grundlegender Bedeutung. Eine Pfarrei betreut bis zu fünfzig entlegene Außenstellen. Der Besuch eines Priesters oder einer Ordensschwester ist dort ein echtes Ereignis!

Kirche in Not: Wie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas verzeichnen Sekten und evangelikale Bewegungen ein großes Wachstum. Papst Franziskus hat mehrmals darauf hingewiesen. Eine „Konkurrenz“ für die Kirche?

Mencaglia: Bei meinen Reisen nach Lateinamerika hatte ich immer den Eindruck, dass das Gefühl der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche sehr stark ist. Besonders in den ländlichen Gebieten konnte ich feststellen, dass gerade die volkstümlichen Frömmigkeitsformen wie Heiligenverehrung, religiöse Feste, Rosenkranz und Andachten den Glauben lebendig halten, obwohl die offizielle Präsenz der Kirche nur schwach ausgeprägt ist. Gleichzeitig haben die evangelikalen Sekten mit teilweise abstrusen Heilsversprechungen Fortschritte gemacht – vor allem in den Vororten der Städte. Dort ist das schwindelerregende Bevölkerungswachstum der Grund, warum die Kirche nicht mehr alle Menschen erreichen kann. Das ist eine große Zukunftsaufgabe: Die Familien wieder ansprechen, die den Kontakt zur Kirche verloren haben.

Kirche in Not: Dazu braucht die Kirche natürlich Personal …

Mencaglia: Das stimmt. Wenn in Europa als Optimum gilt, die Zahl der Priester und pastoralen Mitarbeiter in etwa auf dem gleichen Stand zu halten, dann reicht das in Lateinamerika nicht aus. Ein simpler Zahlenvergleich zeigt, warum: In Peru ist die Bevölkerung in den letzten 50 Jahren um 170 Prozent gewachsen, in den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union waren es im selben Zeitraum unter 20 Prozent. Darum unterstützt „Kirche in Not“ zum Beispiel aktuell die Ausbildung von 650 peruanischen Priesteramtskandidaten in zwanzig Seminaren, die Ausbildung und den Unterhalt von Ordensschwestern und Katecheten.

Kirche in Not: Peru hat in den vergangenen Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Das Land war mehrmals Spitzenreiter in der Region, was die Wachstumsraten angeht. Hat sich dadurch auch die Situation der Einwohner gebessert?

Mencaglia: Das Wachstum verläuft in den Regionen des Landes keineswegs gleich. Wie schon angesprochen, sind die ländlichen Regionen weitgehend abgehängt. Immer mehr Menschen gehen von dort weg. Städte wie Lima und Arequipa wachsen unaufhörlich. Es gibt viele Familien, in denen Eltern ihre Kinder tagelang allein zu Hause lassen, um weit entfernt zu arbeiten. Diese traurige Realität führt zu einem Wachstum von Banden, Drogenhandel und Kriminalität. In Peru ist der Aufschwung von der Lebenswirklichkeit entkoppelt. Da gibt es kaum Verbesserungen. Und hier muss die Kirche natürlich einen wichtigen Beitrag leisten.

Um der katholischen Kirche Perus weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Schweiz

Kirche in Not: Ordensfrau mit einer indigenen Einwohnerin im Bergland von Peru


Foto (c) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Lateinamerika

  1. Studie entdeckt ‚Johannes Paul II. – Effekt‘ auf Geburtenrate in Lateinamerika
  2. ‚Betet und vertraut’ – von Papst Franziskus abgesetzter Bischof dankt Unterstützern
  3. Ohne Begründung – Papst Franziskus setzt puertoricanischen Bischof ab
  4. Lateinamerika: Viele Seelsorger sterben an Covid-19
  5. Dutzende Priester sterben in Lateinamerika an Coronavirus
  6. Neue Kirchenkonferenz für das Amazonasgebiet gegründet
  7. Lateinamerikas Bischöfe weihen Kontinent der Madonna von Guadalupe
  8. Papst bestürzt über Ausmaß von Gewalt in Amazonien
  9. Amazonien-Synode findet vom 6. bis 27. Oktober statt
  10. Peru: 800.000 beim Marsch für das Leben







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  3. Die Familie als Schule der Liebe - Eine Kirche aus Familien
  4. Vatikan: Papst verbrachte nach Krebs-OP eine ruhige Nacht
  5. CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren
  6. EU finanziert Konferenz, welche die USA als ‚ausländische Informationsbedrohung‘ charakterisiert
  7. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  8. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  9. Vatikan teilt mit: Papst nach Lungen-Eingriff wohlauf
  10. Papst wird noch am Dienstag-Nachmittag operiert
  11. Was eine Messe wiegt
  12. Eucharistischer Weltkongress 2028 in Sydney - 24. Sept. bis 1. Oktober 2028
  13. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  14. EU-Parlament beschließt Resolution gegen Islamismus - Gegenstimmen von Grünen und SPÖ
  15. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz