28 Dezember 2017, 10:00
Hilfsorganisation der US-Bischöfe wollte kritischen Bericht verhindern
 
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Die Hilfsorganisation der US-Bischofskonferenz habe ihm die Finanzierung eines Projektes angeboten, falls er einen kritischen Bericht über die Förderungen der Organisation nicht veröffentliche, berichtet Michael Hichborn vom Lepanto-Institut.

Washington D.C. (kath.net/LSN/jg)
Die Catholic Campaign for Human Development (CCHD), die karitative Organisation der US-Bischofskonferenz, hat der American Life League (ALL) die Finanzierung eines Projektes angeboten. Die ALL müsse dann allerdings bereit sein, ihren Bericht über die Förderung problematischer Gruppen durch die CCHD nicht zu veröffentlichen. Dies gab Michael Hichborn, Präsident des Lepanto-Institutes und zum Zeitpunkt der Ereignisse einer der Direktoren der ALL, in einer Pressemitteilung bekannt.

Im Herbst 2011 trafen Michael Hichborn und ein weiterer Vertreter der ALL mit Ralph McCloud von der CCHD und John Carr, dem damaligen Direktor des Bereichs Gerechtigkeit, Friede und Entwicklung der US-Bischofskonferenz, zusammen. Hichborn wollte einen Bericht der ALL präsentieren, der auf 212 Seiten auflistete, dass die CCHD Dutzende Organisationen finanziell förderte, deren Programme im Widerspruch zur katholischen Lehre standen.

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Noch bevor sie auf die Ergebnisse ihrer Untersuchung zu sprechen kommen konnten, erhielten Hichborn und sein Mitarbeiter das Angebot, eine Organisation zu gründen, die Menschen mit niedrigem Einkommen zum Einsatz gegen Abtreibung und für die klassische Familie zusammenführen sollte. Die CCHD würde diese Gruppe finanzieren. Während des Gesprächs schlug McCloud Hochborn mehrmals vor, dieses Angebot anzunehmen und die Untersuchung der fragwürdigen Förderungen der CCHD aufzugeben.

Offenbar um der ALL sein Angebot schmackhafter zu machen, wies der Direktor der CCHD darauf hin, dass die Definition für „niedriges Einkommen“ von seiner Organisation mittlerweile weiter gefasst werde als früher. Das hieß, dass Hichborn und sein Mitarbeiter sich gute Gehälter zahlen konnten und sich trotzdem für Mittel aus der Förderung qualifizieren würden.

McCloud musste einräumen, dass sein Angebot die Richtlinien der CCHD verletze. Diese würden es der Leitung der Organisation untersagen, selbst Organisationen aufzubauen, die sich für ihre Förderungen qualifizieren.

Er sei angesichts der Ironie der Situation amüsiert gewesen, schrieb Hichborn in seiner Stellungnahme. Die ALL habe problematische Förderungen der CCHD diskutieren wollen und habe selbst ein Angebot bekommen, das in hohem Maße problematisch sei.

Sobald er gegenüber Carr und McCloud klar gesagt hätte, dass der Bericht über die Förderungen auf jeden Fall veröffentlicht würde, habe sich der Ton des Gespräches geändert. Aus einem Angebot sei eine Drohung geworden, schrieb Hichborn. Wenn die ALL die vorgeschlagene Organisation gründen wolle, würde die CCHD sie finanziell unterstützen. Wenn sie aber ihren Bericht veröffentlicht, würde die CCHD dies als Angriff sehen und die Ergebnisse so weit wie möglich diskreditieren.

Die Katholiken der USA hätten ein Recht, über die Gebarung der CCHD bescheid zu wissen. Dann könnten sie selbst entscheiden, ob sie der Organisation ihre Spenden zukommen lassen wollten oder nicht. Mit dieser Begründung lehnte Hichborn es ab, auf die Veröffentlichung des Berichtes zu verzichten.

Von den 218 Organisationen, welche von der CCHD 2011 gefördert worden seien, hätten 14 direkte Aktivitäten gesetzt, die im Widerspruch zur katholischen Lehre stünden. 40 weitere seien in Zusammenschlüssen von Organisationen, die in derartige Tätigkeiten involviert sind. In den meisten Fällen sei es um die Verteilung von Kondomen und die Förderung von Abtreibung und Homosexualität gegangen, erinnerte sich Hichborn. Die insgesamt 54 Organisationen erhielten mehr als 1,8 Millionen Dollar, das waren fast ein Viertel aller vergebenen Förderungen des Jahres 2011.

Er ging mit dem Vorfall jetzt an die Öffentlichkeit, weil Ralph McCloud, der immer noch Präsident der CCHD ist, in einem E-Mail an Förderer behauptet hatte, er habe sich mit Vertretern des Lepanto-Institutes getroffen, das Gespräch sei aber „ohne positive Ergebnisse“ zu Ende gegangen. McCloud reagierte damit auf die Veröffentlichung eines neuen Berichts über problematische Förderaktivitäten der CCHD im November 2016 durch das Lepanto-Institut, dem Hichborn mittlerweile vorsteht. Er habe den Kontext ergänzen wollen, in dem das Gespräch „ohne positive Ergebnisse“ zu Ende gegangen sei, schrieb er in seiner Pressemitteilung.








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