26 November 2017, 07:02
Kraft der Liebe zu Gott dem Nächsten Gutes erweisen
 
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«All die Werke der Liebe und Barmherzigkeit, die wir unserem Nächsten erweisen, der in Not ist – all diese Werke erweisen wir letztlich dem Herrn selber.» Predigt von Josef Spindelböck.

St. Pölten (kath.net/Sankt Josef)
Christkönigssonntag A (26.11.2017)
L1: Ez 34,11-12.15-17; L2: 1 Kor 15,20-26.28; Ev: Mt 25,31-46


Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Mit dem Christkönigssonntag endet die Reihe der Sonntage im Kirchenjahr; der 1. Adventsonntag gehört bereits zum neuen kirchlichen Jahr, dessen Hauptbrennpunkte das Weihnachtsfest und das Osterfest bilden, um die sich alles Übrige anordnet.

Christus, der Herr, ist König! Er ist der gute Hirte, der beim Letzten Gericht die Schafe von den Böcken scheidet, wie es im Evangelium nach Matthäus zum Ausdruck kommt.

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Jesus Christus ist das Haupt der neuen Menschheit, also gleichsam der neue Adam. Denn wie wir in Adam alle gesündigt haben und uns den Tod zugezogen haben, so wird uns in Jesus Christus alle Schuld vergeben und das Heil geschenkt, welches ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott bedeutet.

Wer aber ist Jesus Christus für uns? In welcher Beziehung stehen wir ganz persönlich zu unserem Herrn Jesus Christus? Diese Frage wollen wir uns heute am Christkönigssonntag stellen!

Jesus Christus ist als Gekreuzigter und Auferstandener der König und Herr des ganzen Universums, und er übt in der Einheit mit dem himmlischen Vater und dem Heiligen Geist als wahrer Gott und Mensch seine Herrschaft aus über alles Geschaffene. Wir sind eingeladen, uns ganz persönlich in Liebe der Königsherrschaft Christi des Erlösers anzuvertrauen. Er ist für uns der gute Hirte, der barmherzige Heiland, der die Herde seiner Weide behütet und nicht will, dass jemand verlorengeht.

Die christliche Religion ist kein abstraktes System von Lehrsätzen (obwohl die Dogmen zu unserem Glauben gehören); es geht auch nicht bloß um eine sittliche, moralische Vollkommenheit (obwohl dies wichtig ist), sondern die wahre Heiligkeit besteht in der Verbundenheit mit unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus. Es geht um die persönliche Beziehung einer tiefen Freundschaft zu Gott in Liebe, denn Gott hat uns in Liebe zuerst erwählt. Wir sind aufgerufen eine Antwort der Liebe auf seinen Ruf zu geben!

Wenn wir aber Jesus Christus dem Herrn im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe wirklich begegnet sind und immer wieder neu begegnen, dann können wir auch am Mitmenschen nicht gleichgültig vorübergehen. All die Werke der Liebe und Barmherzigkeit, die wir unserem Nächsten erweisen, der in Not ist – all diese Werke erweisen wir letztlich dem Herrn selber. Denn in seiner heiligen Menschwerdung hat er sich so sehr mit uns allen verbunden, dass uns im Geringsten seiner Brüder und Schwestern ER selber begegnet: der König und Herr!

Wir brauchen also nicht aufzubrechen zu den Sternen, um irgendwo in den Fernen des Weltalls Gott zu finden (der natürlich auch dort ist). Wir finden ihn überall dort, wo wir einem Menschen begegnen, der nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen ist und den Gott zum ewigen Heil berufen hat. Wahre Gottesliebe ohne Nächstenliebe kann es nicht geben!

Wie aber sieht es umgekehrt aus: Kann jemand den Nächsten lieben, ohne zugleich Gott zu lieben? Scheinbar ist dies der Fall! Es gibt Menschen, die von sich selber sagen, sie glauben nicht an Gott und dennoch gute Werke vollbringen. Manche setzen sich sogar in vorbildlicher Weise für ihre Mitmenschen ein! Wie ist das möglich?

Wir können nur sagen: Gott kennt ihr Herz. Und selbst wenn sie Gott noch nicht erkannt haben, so kann ihnen doch die Liebe zum Nächsten – soweit sie echt ist – den Weg öffnen für die Fülle der göttlichen Liebe. Denn wer gibt solchen Menschen letztlich die Kraft, den Mitmenschen zu lieben, wenn nicht Gott der Herr? Auf Dauer die Mitmenschen lieben kann ich nur kraft der Gnade Gottes! Und dies gilt unabhängig davon, ob sich ein Mensch dessen bewusst ist oder nicht. Beim Letzten Gericht wird es nach den Worten Jesu Menschen geben, die Gutes getan haben, ohne gewusst zu haben, dass sie dies dem Herrn selber erweisen.

Danken wir Gott dem Herrn, dass wir an ihn glauben dürfen, und setzen wir uns nach Kräften für das Wohl und Heil unserer Mitmenschen ein. In ihnen begegnen wir Jesus Christus. Das Evangelium Christi bietet uns „die Freundschaft mit Jesus und die brüderliche Liebe“ an (Papst Franziskus, Evangelii gaudium, Nr. 265). Genau darauf kommt es an, immer wieder aufs Neue!

Im Ersten Petrusbrief heißt es: „Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander; denn die Liebe deckt viele Sünden zu.“ (1 Petr 4,8). Nur dann, wenn wir selber Barmherzigkeit üben, können wir auch einst bei Gott Barmherzigkeit erfahren. „Der Apostel Jakobus lehrt, dass die Barmherzigkeit den anderen gegenüber uns erlaubt, siegreich aus dem göttlichen Gericht hervorzugehen: ‚Redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Denn das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.‘ (Jak 2,12–13).“ (Evangelii gaudium, Nr. 193).

Am Christkönigssonntag wollen wir auch aufblicken zu jener Frau, die uns den Erlöser geschenkt hat: zu Maria, der Mutter des Herrn! Sie ist in mütterlicher Liebe mit allen verbunden, die Menschenantlitz tragen: alle sind wir ihr anvertraut, dass sie uns zu Jesus Christus führt, dem Erlöser und Herrn, dem König aller Zeiten, der in Ewigkeit herrscht. Gott möge uns einst in seiner Liebe für immer vollenden im Reich des Himmels! Amen.

Foto: (C) EWTN







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