18 November 2017, 23:00
Papst besucht ab 26. November Myanmar und Bangladesch
 
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Treffen mit Staatsspitzen der beiden Länder, Gottesdienste mit der christlichen Minderheit und interreligiöse Begegnungen bei sechstägiger Asienreise - Offizielles Besuchsprogramm weist bisher auffällige rund 24-stündige Lücke nach der Ankunft auf

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus bricht in der kommenden Woche zu einem einwöchigen Staats- und Pastoralbesuch in das mehrheitlich buddhistische Myanmar und das islamisch geprägte Bangladesch auf. Im Mittelpunkt der Reise vom 26. November bis 2. Dezember stehen Treffen mit den Staatsspitzen der beiden Länder, Gottesdienste mit der christlichen Minderheit und interreligiöse Begegnungen, wie aus dem bisher veröffentlichten offiziellen Programm hervorgeht. Ein Abstecher in die myanmarische Krisenregion Rakhine oder ein Treffen mit geflüchteten muslimischen Rohingya in Bangladesch wird unter den Terminen bisher nicht aufgeführt.

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Mit einer Dauer von gut sechs Tagen zählt die Südasien-Visite zu den längeren der bislang 21 Auslandsreisen von Papst Franziskus. Auffallend ist eine rund 24-stündige Lücke im Programm zwischen der Ankunft in der myanmarischen Metropole Rangun am 27. November und dem Weiterflug in die Hauptstadt Naypyidaw.

International stehen Myanmar und Bangladesch nach wie vor wegen des Dramas um die mehr als 600.000 geflohenen Rohingya in der Aufmerksamkeit. Papst Franziskus hatte mehrfach seine Solidarität mit der muslimischen Minderheit in Myanmars Westen erklärt. Die katholischen Ortsbischöfe von Myanmar hatten mit Blick auf die sensible politische Lage schon vor Monaten an den Papst appelliert, während seiner Visite auf den Begriff "Rohingya" zu verzichten. Der Erzbischof von Chittagong in Bangladesch - jene Region, in der sich die großen Rohingya-Flüchtlingslager befinden - zeigte sich zuletzt überzeugt, dass Franziskus das Thema während der Reise ansprechen wird. Der Papst dränge die Kirche ständig zur Sorge um die Ärmsten, meinte Moses Costa in einem Interview: "Ich weiß nicht wie der Papst es sagen wird, aber ich weiß, dass er nicht ohne ein Wort wieder weg gehen kann. Sein Herz liegt bei diesen Menschen."

Am 28. November wird Franziskus in Naypyidaw von Staatspräsident Htin Kyaw willkommen geheißen. Beim historisch ersten Besuch eines Papstes in Myanmar stehen am gleichen Nachmittag eine Unterredung mit der De-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sowie eine Rede vor Vertretern von Politik und Gesellschaft auf dem Programm. Am 29. November feiert der Papst seine erste öffentliche Messe in Rangun. Ferner sind Begegnungen mit dem obersten Rat der buddhistischen Mönche und mit den katholischen Bischöfen des Landes vorgesehen. Tags darauf ist ein weiterer Gottesdienst mit Jugendlichen vorgesehen, bevor Franziskus ins benachbarte Bangladesch weiterreist.

Die dortige Visite beginnt Franziskus am 30. November mit einer Ehrung der Märtyrer des Unabhängigkeitskriegs 1971 an der nationalen Gedenkstätte in Savar und des "Vaters der Nation", Mujibur Rahman (1920-1975), in dessen ehemaligem Wohnhaus in der Hauptstadt Dhaka. Anschließend wird Franziskus von Staatspräsident Abdul Hamid empfangen und hält eine Ansprache vor Vertretern von Politik und Gesellschaft.

Am 1. Dezember feiert Franziskus unter freiem Himmel eine Messe mit Priesterweihe und lädt zu einem interreligiösen und ökumenischen Friedenstreffen in das Erzbischöfliche Palais in Dhaka ein. Ferner sind Gespräche mit Premierministerin Hasina Wajed in der Vatikanbotschaft sowie mit den katholischen Bischöfen des Landes in einem Priesterwohnheim geplant. Zum Abschluss der Reise nach Bagladesch, wo bereits die Päpste Paul VI. (1970) und Johannes Paul II. (1986) zu Gast waren, stehen am 2. Dezember Begegnungen mit Klerikern und Ordensleuten sowie mit Jugendlichen auf dem Programm.

In privater Form will der Papst auch ein Heim Mutter Teresas besuchen, das sich vor allem um Straßenkinder in einem Elendsviertel kümmert. Am späten Abend vor dem ersten Adventsonntag am 3. Dezember wird Franziskus in Rom zurückerwartet.

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