Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  2. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  3. "Wir brauchen eine Debatte über das jüngste Konzil"
  4. Vatikan besorgt über Einbrüche im weltweiten Tourismus
  5. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  6. Kontroverse um die "Tagespost"
  7. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  8. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  9. Corona: Ethikerin appelliert zu mehr Spielraum für Pflegeheime
  10. Pseudokatholik Joe Biden wählt Katholikenhasserin als Vize-Kandidatin
  11. Ich glaube an … Engel?
  12. Päpstliche Akademie für das Leben verteidigt ihr jüngstes „Gott-loses“ Dokument zur Covid-Pandemie
  13. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  14. Papst fordert Abschaffung der Atomwaffen
  15. Unser Bischof hat sich nur einseitig informiert!

Die Gnade der christlichen Unverfrorenheit und Schläue

10. November 2017 in Aktuelles, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: der Smog der Seilschaften der Korruption, der die Gesellschaft verseucht. Wenn es etwas gibt, das sich der Christ nicht erlauben kann, dann ist das Naivität. Der christliche Spürsinn. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Eine Geschichte von ganz normaler Korruption. Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Freitag der 31. Woche im Jahreskreis, Fest des heiligen Leo des Großen, vom Tagesevangelium aus (Lk 16,1-8). Ein Verwalter wird bei seinem Herrn beschuldigt, dessen ganzes Vermögen zu verschleudern. Nachdem er entdeckt wurde, fährt er fort zu stehlen, statt sich eine Arbeit zu suchen. Dabei, so Franziskus, werde er von Komplizen unterstützt – „eine richtiggehende Seilschaft der Korruption“:

„Mächtig sind die da, ja! Wenn sie Seilschaften der Korruption bilden, sind sie mächtig. Sie gelangen auch zu Haltungen wie in einer Mafia. Das ist die Geschichte. Doch das ist kein Märchen, das ist keine Geschichte, die wir in alten Geschichtsbüchern finden müssen: wir finden sie alle Tage in den Zeitungen, alle Tage. Das geschieht auch heute, vor allem bei denen, die bei der Verwaltung der Güter des Volkes Verantwortung tragen, nicht der eigenen, denn dieser war ein Verwalter von Gütern, die anderen gehörten, nicht der eigenen. Bei den eigenen Gütern ist keiner korrupt, er verteidigt sie“.


Die Konsequenz, die Jesus aus diesem Evangelium ziehe, bestehe in der Feststellung einer größeren Unverfrorenheit der „Kinder dieser Welt“ gegenüber den „Kindern des Lichts“: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes“ (V. 8), ihre größere Korruption, ihre „auch mit Freundlichkeit“, „mit Glaceehandschuhen“ vorangebrachte Schläue. Doch, so fragte sich Franziskus: „gibt es eine christliche Unverfrorenheit?“:

„Wenn diese da gerissener sind als die Christen – aber ich werde nicht Christen sagen, denn auch viele Korrupte nennen sich Christen –, wenn diese da gerissener sind als die, die Jesus treu sind, dann frage ich mich: gibt es eine christliche Unverfrorenheit? Gibt es eine Haltung für die, die Jesus folgen wollen, so dass sie kein schlechtes Ende nehmen, so dass sie nicht von anderen bei lebendigem Leib aufgefressen werden – wie meine Mutter sagte: ’roh aufgefressen’? Worin besteht die christliche Gerissenheit, eine Unverfrorenheit, die nicht sündig ist, sondern dazu dient, mich im Dienst am Herrn und auch in der Hilfe für die anderen weiterzubringen? Gibt es eine christliche Schläue?“.

Ja, so die Antwort des Papstes, es gebe einen »christlichen Riecher, um weiterzugehen, ohne in die Seilschaften der Korruption zu geraten“. Im Evangelium weise Jesus einige Entgegensetzungen auf, wenn er zum Beispiel von den Christen spreche, die wie Lämmer unter den Wölfen oder „klug wie die Schlangen und einfach wie die Taube“ seien. Was also „ist zu tun?“.

Franziskus verwies auf drei Haltungen: die erste bestehe in einem „gesunden Misstrauen“, als sei man vorsichtig bei dem, „der zu viel verspricht“ und „zu viel redet“ wie „jene, die dir sagen: ‚Investiere in meiner Bank, ich werde dir die doppelten Zinsen zahlen’“. Die zweite Haltung sei die des Nachdenkens: angesichts der Verführungen durch den Teufel, der unsere Schwächen kenne. Schließlich gebe es dann das Gebet:

„Wir wollen heute den Herrn bitten, dass er uns diese Gnade schenke, schlau zu sein, schlaue Christen, diese christliche Unverfrorenheit zu haben. Wenn es etwas gibt, das sich der Christ nicht erlauben kann, dann ist das Naivität. Als Christen haben wir einen Schatz in uns: den Schatz, der Heiliger Geist ist. Wir müssen ihn behüten. Und ein Naiver lässt sich den Geist stehlen. Ein Christ kann es sich nicht erlauben, naiv zu sein. Wir wollen um diese Gnade der christlichen Gerissenheit und des christlichen Spürsinns bitten. Es ist dies auch eine gute Gelegenheit, um für die Korrupten zu beten. Man redet vom Smog, der Umweltverschmutzung erzeugt, doch es gibt auch einen Smog der Korruption in der Gesellschaft. Wir wollen für die Korrupten beten: die Ärmsten, dass sie den Ausgang aus jenem Kerker finden, in den sie hineingehen wollten“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Hadrianus Antonius 15. November 2017 
 

Nivelles

Nivelles ist übrigens eine nette Stadt in wallonisch-Brabant mit einer wunderschönen Kollegiatskirche; dient de facto als stammkirche des Vikariats Wallonisch-Brabant.
Nicht weit entfernt stand übrigens das vor 50 Jahren bestverdienenden Kloster von Belgien (inzwischen aufgehoben); es wurde sehr reich durch die Platten von Soeur Sourire ("Dominique-nique-nique"), die nach dem 2. Vat. Konzil und Problemen in dr Communauté austrat, große finanzielle Probleme mit dem Plattenverlag und dem belgischen Fiskus bekam, von ihrer einstigen Gemeinschaft kujonniert wurde, psychische Probleme bekam, eine lesbische Partnerschaft begann und -konfrontiert mit einer horrenden Steuernachzahlung für Geld, wovon sie nichts gesehen hatte, mit ihrer Freundin Suizid begang.
Ironischerweise bekam sie am nächsten Tag postalisch einen großen Scheck der Plattenfirma.
Eins der vielen Leichen der Suenens- und Danneelskirche.
R.I.P.


3

0
 
 Aloe 15. November 2017 

@Federico R.

Ihnen - z.Abschluss - besonderen Dank für die Mühe der Hinweise zu St. Gertraud v.Nivelles und dem Gertraudenpfad. Dieser Weg ruft fast danach, einmal begangen zu werden? Den schönen Spessart kenne ich von ca. einem Dutzend Aufenthalten über zehn Jahre hinweg, allerdings etwa 80 km südöstl. von Karlstadt.
Dem Blumenfreund Gottes Segen!


2

0
 
 Federico R. 15. November 2017 
 

@-aloe et al. - Zum Abschluss ...

... dieser aufschlussreichen Diskussion noch ein Hinweis bezügl. Gertraud von Nivelles.
Das Karolingerdorf Karlburg ist mit einem legendären Weg, dem sog. Gertrauden-Pfad, mit dem Spessartdorf Neustadt am Main und seinem altehrwürdigen Kloster (früher Benediktiner, heute Dominikanerinnen) verbunden - Länge ca. 20 km. Von ihrem rd. zweijährigen Wohnsitz in Karlburg soll die 626 geborene Gertraud, Tochter Pippins d. Ä., als junge Nonne häufig diese Wegstrecke gegangen sein, um auch in Neustadt bei der Errichtung eines Klosters mitzuwirken. Mit 20 Jahren kehre sie in ihre (heute belgische) Heimat zurück und wurde Äbtissin eines Klosters in Nivelles, wo sie am 17. März 659 starb.
Und nun speziell (und beinahe schon privat) an @Aloe: Bei uns im Garten zeigen bereits die Frühlingscyclamen sowie ein Leberblümchen ihre ersten Blüten in Purpurviolett bzw. Silberblau. St. Gertraud möge die vorwitzigen Blümchen gut durch den Winter bringen (und natürl. auch uns unermüdliche Foristen).


3

0
 
 Hadrianus Antonius 14. November 2017 
 

@Bücherwurm Zu differenzieren

Korrektur: man hat Jorge Bergoglio damals einen Lungenlappen (Lobus) entfernt.
(Der Mensch verfügt über 5 Lungenlappen in 2 Lungen, rechts drei Lungenlappen und links zwei (Ober- und Unterlappen, die Lingula klein und rudimentär).
Das hat mit der Sangfähigkeit jedoch nichts zu tun.
mit einem länger bestehendem Pneumothorax kann man auch noch singen.
Singen ist übrigens mehr als nur Atmen ;-)


3

0
 
 bücherwurm 14. November 2017 

@Federico R.: Also, Franziskus hat nur noch ein halbe Lunge.

Und ich selbst (ich singe total gern und habe langjährige Chorleitererfahrung) singe auch nicht immer alles mit. Manchmal auch deshalb, weil mir das Herz zu voll ist fürs Singen - etwa in der eucharistischen Anbetung... :)


2

0
 
 Federico R. 14. November 2017 
 

@Spatz – Natürlich trage ich’s Franziskus nicht nach.

Es hatte für mich damals lediglich eine (irgendwie) zeichenhafte Bedeutung im Kontext des Ereignisses. Ob der Papst nun kniet oder nicht kniet, singt oder nicht singt – sein Ding. Wenn er nicht kann, dann kann er eben nicht. Bei seinem Vorgänger Benedikt viel mir immer das schweigende Lippenbeten auf, ebenso beim hl. Johannes Paul. Analog gäbe es auch noch das Lippensingen, also ohne hörbaren Laut. Wie gesagt: jeder so wie er’s kann und wie er‘s mag.


3

0
 
 Federico R. 14. November 2017 
 

@Aloe – Teil 3

Gefallen hat mir besonders der Hinweis auf Ihre spirituelle Verbindung zu/mit Priestern, in deren Leben spürbar die Frömmigkeit (vor allem in der Liturgie) eine erhabene Rolle spielt. Nun ist’s aber auffallend, dass P.F. besonders rigide Worte findet, wenn er über den Klerus spricht. Als ob es da nur noch Pharisäer, Lügner, Hartherzige, Egos etc. gäbe. (Auch da gibt’s, wie überall, ein paar schwarze Schafe.) Fast scheint‘s so – die erweiterten Richtlinien für die Priesterausbildung lassen‘s vermuten -, dass Frömmigkeit per se ein Ausschlusskriterium für am Priesterberuf interessierte junge Männer ist. Die Eintrittszahlen in die diözesanen Seminare tendieren, zumindest in Westeuropa, seit P.F. auffällig gegen null. Seminare mit Zulauf werden neuerdings sogar – solche Beobachtungen gibt es - observiert. Ein absolutes „Muss“ für künftige Priester ist heute vor allem deren soziales Engagement. Soll man nunmehr für soziale Berufe beten statt um Berufungen für den geistlichen Stand?


4

0
 
 SpatzInDerHand 14. November 2017 

@Federico R: Dieser Papst kann prinzipiell nicht singen, tragen Sie es ihm nicht nach!

Anscheinend ist er unmusikalisch - aber das eigentliche Problem ist, dass er mit seiner halben Lunge einfach nicht genug Luft zum Singen hat. Sie sollten das Singen bei jemandem, der in diesem Bereich schlicht von Jugend an körperlich behindert ist, nicht in den Rang eines Dogmas erheben ;)


2

0
 
 Federico R. 14. November 2017 
 

@Aloe - Teil 2

Der Zufall wollte es, dass meine Frau und ich zur Amtseinführung von Papst Franziskus in Rom weilten und natürlich auf den Petersplatz gingen. Was mich damals etwas irritiert hatte: Beim abschließenden „Salve regina“ bewegten sich viele Lippen in unserer Umgebung. Franziskus blieb stumm, sein Blick starr. Wir standen direkt vor einem Riesenmonitor und konnten’s genau sehen. - Aloe, bitte übernehmen Sie’s mi – ab und zu – für den Papst – ein „Salve regina“ oder ein "Ave Maria"! Und bleiben Sie weiterhin standhaft. MfG Federico R.


3

0
 
 Federico R. 14. November 2017 
 

@Aloe - Danke für Ihre liebenswerten Hinweise.

Sowohl die Angelusansprachen des Papstes als auch dessen Mittwochskatechesen werden schon seit Jahren regelmäßig in der „Tagespost“ veröffentlicht, so dass ich sie zu der mir passenden Zeit nachlesen kann. Sie sind auch bei Franziskus gut erfassbar geblieben und kommen – anders als bei seinen freiformulierten Santa-Marta-Ansprachen (so mein Eindruck) - ohne missverständliche Wendungen und ohne provozierendes Vokabular aus (wie z.B. in der hier diskutierten Predigt). Ich schätze Klarheit in der Sache, vor allem in Glaubenssachen; Zweideutiges ist mir stets suspekt und erzeugt Miss-/ statt Vertrauen. Leider ist vieles, was von P.F. kommt, eben nicht eindeutig, sondern, wie immer wieder erfahrbar, zumindest ambivalent, oft sogar sehr widersprüchlich und sorgt zunehmend für Verwirrung - eine äußerst unglückliche Situation –, und deshalb halte ich Franziskus für eine ambivalente Persönlichkeit. (Teil 2 folgt)


3

0
 
 Federico R. 13. November 2017 
 

@Montfort

Von/über P. Bernhard habe ich schon viel Gutes gehört/gelesen. Persönlich konnte ich ihn leider noch nicht erleben. Aber ich weiß, dass auch er ein hervorragender Seelsorger und Lehrer ist. Gott möge auch ihn weiterhin besonderes beschützen.


1

0
 
 Montfort 12. November 2017 

@Federico R.

P. Bernhard OCist wurde 1975 zu St. Peter in Rom von Papst Paul VI. zum Priester geweiht. 😉


1

0
 
 Herbstlicht 12. November 2017 
 

"unverfroren - schlau - gerissen"
Wenn ich von jemand den Eindruck habe, er werde überwiegend von diesen Eigenschaften bestimmt, dann zuckt etwas in mir davor zurück.
Auch wenn wir selbst in unserem Verhalten nicht immer davor gefeit sind, so würde ich nicht behaupten wollen, dass o.g. "Tugenden" erstrebenswert wären, auch wenn sie im christlichen Gewand daherkommen.
Mutig, unerschrocken, klug abwägend, tapfer, sind das dagegen nicht Eigenschaften, die uns mehr abverlangen?
Und dazu vielleicht uns noch die Gnade der Unterscheidung geschenkt - das wär´s!


3

0
 
 Federico R. 12. November 2017 
 

Scusi. Bitte gelegentliche auftretende „Teppfihler“ in meinen Postings einfach übersehen. Grazie.


1

0
 
 Federico R. 12. November 2017 
 

Nicht nachvollziehbar

@Montfort
Hat der Papst es denn wirklich nötig, sich dieser Begriffe überhaupt zu bedienen? Und dann auch noch im für ihn offenbar possitiv gemeinten Zusammenhang? Also, ich verstehe das nicht mehr.


3

0
 
 Federico R. 12. November 2017 
 

@Aloe - Noch ein kleiner (pers.) Nachtrag

Es ist noch gar nicht so lange her – ca. ¼-Jahr -, da nahmen meine Frau und ich zum ersten Mal im Leben an einen Sonntagsgottesdienst in der Karlburger Pfarrkirche teil. Das war aber kein Zufall, sondern so geplant. Den Gottesdienst in der frisch renovierten Kirche hielt ein von uns und vielen anderen hochgeschätzter Heiligenkreuzer Zisterzienserpater. Er hat von allen Priestern, die ich kenne, die schönste Singstimme. Aber nicht nur im Gesang ist er hochbegabt; er ist auch ein hervorragender Prediger - so gut übrigens, dass ich noch nie von seinen Worten irgendwie (negativ) irritiert gewesen wäre.
Seine Predigten sind immer gut. Und da wären wir wieder beim Ausgangspunkt der Diskussion hier, nämlich der Papst-Predigt. - Der sehr erfahrene Pater mit beachtlicher Lebensleistung steht übrigens, ähnlich wie sein Abt P. Maximilian H. und wie P. Karl W., in Treue zum derzeitigen Papst. Insider wissen das und wissen vielleicht auch, wen ich meine.


2

0
 
 Montfort 12. November 2017 

@Kurti - Die Reformationsjubiläums-Marke des Vatikan mit Luther und Melanchton unter dem Kreuz Jesu

... geht mit 23. November zum Nennwert von € 1,- zur größtmöglichen internationalen Verbreitung in den Handel. Siehe:
https://www.kath.ch/newsd/deutschland-beendet-luther-jahr-luther-marke-aus-vatikan-setzt-es-fort/

Bei Katholische Kreuzigungsgruppen stehen unter dem Kreuz Jesu zumindest Johannes und die Gottesmutter Maria!

O Maria, hilf!


5

0
 
 Montfort 12. November 2017 

@sesquialter, @Schlegl - Der Papst verwendet in der Predigt drei Begriffe:

corruzione - Bestechung, Verdorbenheit, Verführung

furbizia - Schlauheit, List

scaltrezza - Gerissenheit, Verschlagenheit, Listigkeit


4

0
 
 Federico R. 12. November 2017 
 

@Aloe - Weiß ich - rein zufällig

Diese Redewendung steht in Verbindung mit der hl. Gertud von Nivelle, deren Gedenktag der 17. März ist. War früher ein Lostag in der bäuerlichen Gesellschaft. Da endet nämlich die Winterzeit, der Frühling beginnt. Die hl. Gertrud (Gertraud) wird in meiner näheren Heimat verehrt; auf sie wird sogar die Entstehung eines Dorfs auf karolingischen Grundmauern (archäologisch nachweisbar!) zurückgeführt: Karlburg am Main. Das Dorf liegt in der Nähe der sehenswerten unterfränkischen Kreisstadt Karlstadt - und ist bekannt für seinen vorzügl. Spargel. Die mutmaßliche Äbtissin einer Klostergründung bei Karlburg wird oft mit der Maus als Attribut dargestellt. St. Gertraud soll Bauern und Gärtner vor Mäuse- und Ratteplage schützen. Sicher kann sie auch den heutigen Hobbygärtnern helfen.


2

0
 
 SCHLEGL 12. November 2017 
 

@sesquialter

Die Italiener sagen:"Traduttore - traditore"= der Übersetzer ist ein Verräter!
Ich habe allerdings manchmal den Eindruck, dass manche Ansprachen des Papstes tendenziös übersetzt werden, um seinen Gegnern Angriffsflächen zu bieten. Leider kann ich nicht Italienisch, um das genau nachzuschauen. Msgr. Franz Schlegl


2

0
 
 Kurti 11. November 2017 
 

War die Briefmarke, die der Vatikan angesichts des

Reformationsjubiläums herausgab, wo statt Maria und Johannes gemäß der Schrift jetzt Luther mit der Bibel und Melanchton mit dem Augsburger Bekenntnis abgebildet sind nicht auch eine Unverfrorenheit?


5

0
 
 Archangelus 11. November 2017 

Kinder der Welt; Kinder des Lichtes

Der Papst meint mit Korruption die Eigenschaften der Kinder dieser Welt.
Besonders unter Christen ist sie verderblich.
Jesus meint aber,wenn wir hier auf Erden
schon die Klugheit hätten, nachsichtig
mit unseren Mitmenschen zu sein,
indem wir ihnen einen Teil der Schuld
erlassen, umwieviel mehr wird den Kindern des Lichtes dann im Reich des Vaters vergeben(und nicht nur den Kindern des Lichtes)
Mit der Klugheit der Schlangen meint er eine Gewisse Art der Weisheit des HL. Geistes, gütig zu sein.
Das ganze ist ein Gleichnis der Unvollkommenen Welt gegenüber der Voll-
kommenen im Himmel.
Dennoch hat Papst Franziskus recht,die
Korruption unserer Zeit genauer anzu-
schauen.Die Wirtschafts strukturen sind
oft mafiös und man geht gerne über Leichen.
Dennoch :Am Vortag Seines Leidens,sagt Er:"Dies ist der Kelch.... zu Vergebung
der Sünden".
Die Erlösung wird der Endpunkt sein!
des Lichtes durch Gottes Barm


1

0
 
 sesquialter 11. November 2017 
 

Übersetzung

Da es doch offensichtlich einige Unklarheiten bzw. Verwirrungen wegen der von Papst Franziskus gebrauchten Begriffe wie "Unverfrorenheit", "Schläue", "Gerissenheit" gibt, sollte man vielleicht einmal die Übersetungen genauer unter die Lupe nehmen und klären, ob nicht andere Übersetungsmöglichkeiten die Sache deutlicher werden lassen.
Ein Beispiel ist die Übersetung für das italienische "corruzione", das sowohl mit "Korruption" als auch mit "Verführung" übersetzt werden kann.


3

0
 
 elisabetta 11. November 2017 
 

Typisch Papst Franziskus

Der Inhalt des Evangeliums wird durch unnötige Beifügungen und fragwürdige Ausschmückungen (christliche Gerissenheit, christliche Schläue, christliche Unverfrorenheit)total verzerrt (verhunzt). Für viele Gläubige ist diese Auslegung des Evangeliums eine Zumutung. Es bedarf einer "christlichen Naivität", dieser Auslegung folgen zu wollen.


8

0
 
 Montfort 10. November 2017 

Kann es sein, dass Papst Franziskus ...

... den eigentlichen Sinn des Gleichnisses und warum Jesus die Klugheit des Verwalters LOBT, nicht wirklich erfasst hat?

Die Kinder dieser Welt verstehen es, sich mit dem "ungerechten Mammon" Freunde zu machen, um wieviel mehr müssten die Kinder des Lichtes das mit ihrem Besitz tun, der ihnen ja von Gott, dem Herrn, nur zur Verwaltung anvertraut ist. Und Besitz ist hierauf Erden immer "ungerecht" verteilt, "gerecht" kann nur der Umgang damit sein, der die Not der anderen nicht übersieht.

Nicht zuletzt darf das Gleichnis auch auf die Vergebung hin gedeutet werden.


7

0
 
 Federico R. 10. November 2017 
 

@Aloe - grazie mille! Wenigstens ein Mitforist, ...

... der sich meiner drängenden Fragen erbarmt. Ich weiß, Papstpredigten zu kritisieren ist unfair, vor allem dann, wenn man’s selber vermutlich auch nicht besser machen würde. Das gilt natürlich nur für mich. Allerdings, ich hab’s Predigen ja auch nicht gelernt, und ein rhetorisches Naturtalent bin ich auch nicht. (Da geht’s mir ähnlich wie unserer Frau Bundeskanzler.)
Was die Belegung von Tieren mit menschlichen Eigenschaften betrifft, heißt es: attenzione! Die Schlange mit dem Attribut „klug“ zu versehen scheint mir etwas gewagt. Falsch, hinterhältig, giftig - das klingt verständlicher und würde sogar der bibl. Erzählung vom Sündenfall entsprechen. Aber vielleicht liegt’s an einer ungenauen Bibelübersetzung, und Jesus sagte etwas anderes.
Aber Sie haben ja auch mir eine Frage gestellt. Es gibt tatsächlich auch gute Räuber. Der Schinderhannes war so einer, und er hat es sogar zu literarischem Ruhm gebracht. Aber Korruption ist u. bleibt verdorben. Da beißt die Maus keinen Faden ab.


2

0
 
 maryellen 10. November 2017 
 

Mehr Klarheit wäre wuenschenswert

Es stimmt schon, Papst Franziskus bedient sich eines sonderbaren Wortschatzes.

Tatsache ist, Christen sind unter Druck und sogar Verfolgung aus verschiedenen Richtungen.
Christliche Standpunkte zu vertreten bedeutet oft bereits Laecherlichmachung, Ausgrenzung und Anfeindung.

Von der Gefahr der Islamisierung ganz zu schweigen, und ich fürchte, die hat der Papst garnicht gemeint.
Und die offensichtliche Christenverfolgung in vielen islamischen Ländern wird in dieser Predigt auch nicht angesprochen.
Naivität ist z.B. die Reinwaschung des Islams.
Eine Predigt sollte nicht so kryptisch sein, dass es einer Auslegung bedarf. (die ja ganz verschiedenartig ausfallen kann).
Es waere wirklich besser, wenn P. Franziskus sich präziser ausdrücken wurde, so schafft er wieder einmal nur Verwirrung.
Der Papst agiert leider wie ein Politiker, er spricht aus 3 Ecken seines Mundes um nirgendwo anzuecken, ausser bei treuen Katholiken und Christen.


14

0
 
 Kurti 10. November 2017 
 

@Herbstlicht

Jeder geht zunächst mal von sich selber aus und so auch der Papst. Zudem passt die Gerissenheit, die Schläue und die Unverfrorenheit auch zu den Jesuiten.


5

0
 
 Federico R. 10. November 2017 
 

Naiv oder gerissen, das ist die große Frage

Wenn man diesen Predigtbericht so liest, fallen schon einige Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten auf. Jesus konnte doch noch gar nicht von Christen sprechen, die wie Lämmer unter den Wölfen seien ... Oder was ist eine verdorbene Korruption? Gibt’s auch eine unverdorbene? Korruption ist doch immer verdorbenes Handeln. Am Ende des Artikels musste ich mich unwillkürlich fragen: Bin ich jetzt naiv oder bin ich gerissen? Und: Ist jetzt Pp. Franziskus naiv, oder ist er gerissen? Wer beantwortet mir diese so drängenden Fragen? Ich glaube, der Papst bräuchte dringend einen zuverlässigen „Ghostwriter“. Bei den Angelus-Ansprachen und Mittwochs-Kathechesen gibt’s kaum Verständnisschwierigkeiten. Na ja, die sind schriftlich fixiert, stets sehr gut verständlich und werden wahrscheinlich mindestens gegengelesen.


7

0
 
 maryellen 10. November 2017 
 

P. Franziskus sagt : Seien wir bitte keine naiven Christen

Eine Predigt, der man zustimmen kann (wenn sie denn auch so gemeint ist wie ich sie gerne verstehen will).
Wer und was genau mit der "Seilschaft der Korruption" gemeint einmal dahingestellt.

Wir Christen brauchen auf jeden Fall Schläue, Spürsinn und auch Unverfrorenheit, um dem Zeitgeist und den unheilvollen gesellschaftlichen Strömungen zu wehren!

Eine bayerische Redensart sagt "Da ist der Teufel los" , das passt eigentlich treffend auf das, was heute in westlichen ehemals christlichen Gesellschaften los ist.

Bitten wir Gott um die Gnade, schlau, mutig, klug, unerschrocken und ja, sogar gerissen zu sein, um die verderblichen Lügen und die Korruption abzuwehren
und Licht und Wahrheit zu bewahren.


7

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus-Perle

  1. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  2. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  3. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  4. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  5. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  6. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  7. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  8. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  9. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit
  10. SANTA MARTA








Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  2. Sommerspende für kath.net - Eine Bitte an Ihre Großzügigkeit
  3. Kontroverse um die "Tagespost"
  4. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  5. Pseudokatholik Joe Biden wählt Katholikenhasserin als Vize-Kandidatin
  6. "Wir brauchen eine Debatte über das jüngste Konzil"
  7. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  8. Unser Bischof hat sich nur einseitig informiert!
  9. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  10. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  11. Französische Nationalversammlung stimmt für neues Bioethikgesetz – „So sterben Zivilisationen“
  12. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  13. LEHRMÄSSIGE NOTE zur Abänderung der sakramentalen Formel der Taufe
  14. Päpstliche Akademie für das Leben verteidigt ihr jüngstes „Gott-loses“ Dokument zur Covid-Pandemie
  15. Hartl: „Schau in den Spiegel. Du siehst den Menschen, der für Dein Leben verantwortlich ist“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz