07 November 2017, 11:30
UN-Menschenrechtsausschuss für "Entkriminalisierung" der Abtreibung
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'UNO'
Frauen sollten Zugang zu Abtreibungen haben, die sie sich auch finanziell leisten können. Das fordert der Ausschuss in einem Kommentar zum UN-Zivilrechtspakt, der derzeit erarbeitet wird.

Genf (kath.net/LSN/jg)
Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen (CCPR) hat sich für eine "Entkriminalisierung" der Abtreibung ausgesprochen. Die Lebensschutzorganisation Center for Family & Human Rights (C-FAM) wirft dem Ausschuss deshalb vor, damit Ungeborenen das Recht auf Leben abzusprechen und ein Recht auf Abtreibung einführen zu wollen.

Werbung
ninive 4


Der CCPR arbeitet an einem Kommentar zum Abschnitt 6 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, der das Recht auf Leben betrifft. Der auch UN-Zivilpakt genannte völkerrechtliche Vertrag ist von 168 Staaten ratifiziert worden. Der Kommentar des CCPR ist rechtlich nicht bindend. Da der Ausschuss die Umsetzung des UN-Zivilpaktes in den Unterzeichnerländern überwacht, wird ein Kommentar dieses Gremiums Gewicht haben, schreibt Stefano Gennarini von C-FAM.

Für Frauen müsse es tatsächlich möglich sein, eine Abtreibung durchführen zu lassen. Diese müsse auch „leistbar“ sein, heißt es in der aktuellen Fassung des Kommentars. Dies sei notwendig, damit der Zugang zu Abtreibungen für Vergewaltigungsopfer leichter werde, sagte Sarah Cleveland, eines der 18 Mitglieder des CCPR.

Die Unterzeichnerstaaten sollen aber einen gewissen Spielraum haben, sagt Yuval Shany, der innerhalb des Ausschusses für die Erstellung des Kommentars verantwortlich ist. Das Thema Spätabtreibungen werde darin nicht behandelt, kündigte er an. Seine deutsche Kollegin Anja Seibert-Fohr stimmt ihm zu. Die Unterzeichnerstaaten könnten festlegen, wann das Leben beginne, sagt sie.

Lebensschutzorganisationen aus aller Welt haben gegen diese Interpretation des Rechts auf Leben protestiert. Australien, Ägypten, Malta, Polen, Russland und die USA lehnen die Sichtweise des Menschenrechtsausschusses ebenfalls ab.

Der Kommentar des CCPR befindet sich in der Entwurfsphase. Das Thema Euthanasie steht noch auf der Tagesordnung. Die aktuelle Fassung sieht kein generelles Verbot aktiver Maßnahmen zu Beendigung des Lebens vor. Eine endgültige Formulierung steht noch aus.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Liebe Protestanten, nehmt den Glauben der Kirche wieder an! (77)

Ermittler gehen von über 1.000 Missbrauchsopfern aus (53)

Nein zu einem „Humanismus der Nettigkeit“ (39)

Papst an Jugendliche: Klerikalismus Hauptproblem der Kirche (33)

Wollte Papst Franziskus von den Missbrauchsskandalen ablenken? (33)

Irischer Premier will bei Papsttreffen Homosexualität propagieren (32)

Die heiligste Eucharistie verdient unsere ganze Liebe (31)

Argentinischer Senat lehnt Tötung ungeborener Kinder ab (30)

Wenn ein 'Mariologe' gegen die Muttergottes kämpft (30)

USA: Bischof verbietet Kommunionfeiern in seinem Bistum (29)

Bericht: Kardinal Maradiaga beschützt schwule Seminaristen (28)

BBC-Sendung: ‚Keine Jungen und Mädchen mehr’ (27)

Kartenspielen in geweihter katholischer Kirche (26)

Kardinal: Italiener sind nicht rassistisch, nur verängstigt (20)

Elfen auf der Autobahn - das Sommerloch hat zugeschlagen (20)