23 Oktober 2017, 13:00
Der wahre Reichtum und der Götzendienst am Geld
 
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Franziskus in Santa Marta: Geldgier lässt viele Kinder sterben und führt zum Krieg. Der Götzendienst, der tötet, der Menschenopfer fordert. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Wem wird all das gehören, was du angehäuft hast?“ Reichtum – Armut, das Thema des Evangeliums vom Tag (Lk 12,13-21) bildete den Mittelpunkt der Betrachtungen von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der 29. Woche im Jahreskreis.

Franziskus machte darauf aufmerksam, dass in diesen Zeiten die Medien von vielen Naturkatastrophen, von vielen Ungerechtigkeiten berichteten, die vor allem Kinder beträfen. Der Papst rief dazu auf, das Gebet innig zu Gott zu erheben, damit er die Herzen der Menschen bekehre, damit sie den Herrn erkennten und nicht den Gott Geld anbeten.

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Das heutige Evangelium mit dem Gleichnis vom reichen Mann und seinem Geld lasse erkennen, dass dieses „sein Gott ist“. So würden wir zum Nachdenken darüber veranlasst, wie vergeblich und leer es sei, auf die irdischen Güter zu zählen. Denn der wahre Schatz dagegen bestehe in der Beziehung zu Gott.

Angesichts des Überfülle seiner Ernte halte jener Man nicht ein: er denke daran, seine Scheunen zu erweitern: „dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen“ (V. 18). Und in seiner „Phantasie“ wolle er so sein Leben verlängern. Er zähle darauf, „mehr Güter zu haben, bis zur Übelkeit“, da er nicht wisse, was es heiße, satt zu sein. So trete er in „jene Bewegung eines Konsumdenkens ohne Grenzen“ ein:

„Es ist Gott, der diesem Hängen am Geld eine Grenze setzt. Wenn der Mensch zum Sklaven des Geldes wird. Und das ist kein Märchen, das sich Jesus erfindet: das ist die Wirklichkeit. Das ist die Wirklichkeit von heute. Das ist die Wirklichkeit von heute. Viele Menschen, die leben, um das Geld anzubeten, um aus dem Geld ihren Gott zu machen. Viele Menschen, die nur dafür leben, und das Leben hat keinen Sinn. ‚So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt – sagt der Herr – , aber vor Gott nicht reich ist’: sie wissen nicht, was es heißt, vor Gott reich zu sein“.

Der Papst erinnerte an eine Episode, die sich vor Jahren in Argentinien zutrug – „im anderen Bistum“ –, als ein reicher Unternehmer, obwohl er gewusst habe, schwer krank zu sein, voll Eigensinn eine Villa gekauft habe, ohne daran zu denken, dass er in Kürze sterben werde. Und auch heute gebe es diese Menschen, die nach Geld und irdischen Gütern gieren, Leute, die „extrem viel“ besäßen, dies „angesichts von Kindern, die hungern und keine Arzneien haben, die keine Erziehung bekommen, die verlassen sind“. Dabei handelt es sich für Franziskus „um einen Götzendienst, der tötet, der Menschenopfer fordert“:

„Dieser Götzendienst lässt viele Menschen des Hungers sterben. Denken wir nur an einen Fall: an 200.000 Rohingya-Kinder in den Flüchtlingslagern. Dort sind 800.000 Menschen. 200.000 sind Kinder. Sie haben kaum etwas zu essen, sie sind unterernährt, ohne medizinische Versorgung. Auch heute geschieht dies. Das ist nicht etwas, was der Herr nur in jenen Zeiten sagt: nein. Heute! Und unser Gebet muss stark sein: Herr, bitte, rühre an das Herz dieser Menschen, die diesen Gott anbeten, den Gott Geld. Rühre auch an mein Herz, dass ich nicht derartigem verfalle, dass ich es verstehe, zu sehen“.

Eine weitere Folge dieses Götzendienstes seien die Kriege. Auch die „Kriege in der Familie“

„Wir alle wissen, was geschieht, wenn eine Erbschaft im Spiel ist: die Familien spalten sich und enden im Hass des einen auf den anderen. Am Schluss unterstreicht der Herr mit Milde: ‚wer vor Gott nicht reich ist’. Das ist der einzige Weg. Der Reichtum, aber in Gott. Und das ist keine Verachtung für das Geld, nein. Es ist gerade die Gier, wie er sagt, die Gier. Ein Leben führen, das am Gott Geld hängt“.

Aus diesem Grund, so der Papst, müsse unser Gebet stark sein und in Gott das feste Fundament unseres Daseins suchen.

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