13 Oktober 2017, 12:00
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BeneDicta am Freitag mit Isabella Gräfin von Kageneck

Linz (kath.net) „Jetzt ist alles aus!“ Wie oft schießt uns plötzlich dieser Gedanke wie aus dem Nichts durch unseren Kopf, wenn wir uns angesichts einer scheinbar aussichtslosen Situation gegenübersehen. Absolute Mutlosigkeit und Verzagtheit ergreift Besitz von uns und am liebsten würden wir uns entweder gerne verkriechen oder gleich sofort weglaufen. Irgendwo zwischen diesen ersten Panikgedanken kommt uns zwar plötzlich Gott in den Kopf: „Ist das gerade wirklich das Verhalten, das Er von mir erwartet?“ „Aber ja“, antwortet es gleich leicht empört zurück. „D a s kann Gott ja nun wirklich nicht von mir verlangen! S o haben wir nicht gewettet.“ All meine Gebete, all mein Zusammensein mit Gott, all meine Gotteserfahrungen... Puff, weg sind sie, als ob sie nie gewesen wären. Der Verstand ist manchmal ein hervorragender Geschichtenerzähler und auch er kann genauso in den Dienst des feindes gestellt werden, wie wir ihn von Gott gebrauchen lassen können. Die Verwirrung ist dann meistens perfekt.

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Was soll ich nur machen? Es scheint sich aber dieses Mal auch wirklich alles gegen mich verschworen zu haben. Streit in der Familie, der Arbeitgeber ist unzufrieden mit mir, das Geld auf dem Konto neigt sich dem Ende und jetzt ist auch noch das Auto kaputt und und und... Ich bin sicher, jeder von uns könnte diese Liste beliebig lange fortsetzen. Diese – mal mehr mal weniger – kleinen Nadelstiche des Alltags können einem manchmal doch sehr zusetzen. „Und du willst ein Kind Gottes sein?“, spottet es durch meinen Kopf. „Du machst ja schon bei den kleinsten Herausforderungen schlapp“. Den Nachbarn, den du nicht ausstehen kannst, freundlich zu grüßen. Ich bringe es einfach nicht fertig. Es ist klar, wer hier spricht und es ist nicht Gott.

Es gab Zeiten, in denen der feind auf meinen Gedanken wie auf einer Klaviatur spielen konnte. Bis ich irgendwann so verzweifelt war, dass ich fast körperlich erkrankte. Mit Hilfe von hervorragenden Priestern und geistlichen Begleitern ist es mir gelungen, den feind nicht mehr so sehr in meine Gedanken eindringen zu lassen. Denn was er säht, ist nichts als Negativität, Misstrauen und Mutlosigkeit, die uns bis in die absolute Gottesferne führen können. Plötzlich stellte ich alles in Frage. Alles, was Gott mir offenbart und gezeigt hatte, alles womit er mich gesegnet hatte. In solchen Momenten, von denen keiner von uns frei ist, ist es umso wichtiger uns an diese Gotteserfahrungen zu erinnern. Es mag sein, dass ich jetzt unsicher bin. Aber es gab einmal eine Zeit, in der ich mir absolut sicher war und das ist wahr gewesen. Wir müssen dann gewissermaßen unseren Kopf durch die dunkle Wetterlage unserer Emotionen und dunklen Gedanken emporheben zu Gott. Hier ist Sonne, unser Horizont, hier haben wir unsere Perspektive verändert und sehen plötzlich unser Leben aus seinen Augen.

In den Widrigkeiten des Alltags versucht der feind uns immer wieder in seine Sphäre hinunterzuziehen. Lassen wir ihn erstmal in unsere Gedanken, kann das eine gefährliche Kettenreaktion hervorrufen, die uns lähmen kann. Wenn er erstmal unsere Hauptschaltstelle unter Kontrolle gebracht hat, sind wir seine Marionetten mit denen er so lange spielt, wie er Lust hat und er ein anderes Opfer gefunden hat, das er quälen kann. Wir dürfen nicht vergessen: So wie Gott für jeden von uns einen Plan hat, so hat der feind auch einen sehr konkreten „Konter-Plan“; denn seine größte Angst ist, dass wir zu der Größe heranreifen könnten, zu der Gott uns geschaffen hat. Den bösen Einflüsterungen zu widerstehen erfordert unseren ganzen heroischen Einsatz. Der Krieg wurde schon längst für uns gewonnen, aber wir haben täglich unsere Schlachten zu gewinnen. Das Hauptschlachtfeld dabei ist unser Kopf. Hier entscheidet sich, ob wir gewinnen oder verlieren. Aber wenn wir Gott darum bitten – und er rechnet ja damit – gibt er uns die Kraft zum geistlichen Kampf. „Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ (Jakobus 4,7-8) Deo gratias.







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