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Bonelli warnt vor zunehmendem Narzissmus in der Gesellschaft

11. September 2017 in Österreich, 6 Lesermeinungen
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Psychiater in Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag": Durch Ansteigen des Narzissmus in Gesellschaft "immer mehr Mangel an Selbstlosigkeit" - Gesellschaft, die nicht solidarisch ist, "zerfällt und zerbröckelt"


Wien (kath.net/KAP) Der Psychiater und Neurowissenschaftler Raphael Bonelli warnt vor einem zunehmenden Narzissmus in der Gesellschaft. Narzissten seien rücksichtslos, manipulativ und ausnutzerisch. Durch das Ansteigen des Narzissmus komme es daher "immer mehr zu einem Mangel an Selbstlosigkeit", so der Psychiater in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Die Gesellschaft sei allerdings darauf aufgebaut, "dass wir selbstlose Menschen haben, die anderen Menschen dienen, so wie das etwa Eltern für ihre Kinder täten. Eine Gesellschaft, die nicht solidarisch ist, zerfalle und zerbröckle, "und das können wir schon beobachten."

Die Gesellschaft sei auf Grund der geringen Kinderzahl ein "Nährboden für Narzismuss", da "wir relativ wenig Kinder und viele Erwachsene haben, die bewundernd auf die wenigen Kinder blicken". Studien zeigten, dass Kinder, die von den Eltern überschätzt und exzessiv gelobt werden, irgendwann die Einschätzung ihrer Eltern übernehmen und so zu Narzissten werden.


Der "natürliche Widerpart" zum Narzissmus sei die Demut, die dazu befähige, "sich selbst so einzuschätzen, wie es der Wirklichkeit entspricht, erläuterte der Psychiater. "Wenn Menschen lernen, sich so einzuschätzen, wie es der Wirklichkeit entspricht, dann gelingt ihr Leben, weil sie sich weder überschätzen noch unterschätzen." Die beste Naszissmus-Therapie sei deshalb der Realitätssinn. Ein weiteres Schlüsselwort sei der Begriff "Dienst", der in der Gesellschaft immer mehr zum "Unding" werde. Eine Entwicklung, die Bonelli bedauert, "denn in Wirklichkeit besteht ein glückliches Leben immer im Dienst".

Literarisches Gegenstück zu jedwedem Narzissmus ist laut Bonelli etwa eine Stelle im Markus-Evangelium, in der es heißt: "Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch große sein will, der soll euer Diener sein." Das Evangelium beschreibe hier, "dass der Mensch nicht glücklich werden kann, wenn er um sich selbst kreist, sondern nur dann, wenn er aus sich heraus geht in einer dienenden Funktion". Das sei dem Menschen gemäß, und deshalb verkünde das auch das Evangelium.

Um vom Narzissmus loszukommen, brauche es laut dem Psychiater eine große Portion an Selbsterkenntnis, Liebe und die Offenheit zur Selbsttranszendenz. Liebe sei ein Sich-Schenken und Sich-Selbst aufgeben. Und auch die Anerkennung von etwas Größerem könne aus einer narzisstischen Haltung herausführen. Wer etwa Christ sei, der werde oft Widerstand und Ablehnung erfahren. "Diese Watschn auszuhalten, ist für den Narzissten sehr heilsam."

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 freethinker 11. September 2017 
 

Narzissmus ist zerstoererisch

Narzisissmus wurzelt oft auch in der Vernachlässigung in der Kindheit, besonders von Seiten abwesender Väter.
Das vergass Prof. Bonelli zu erwaehnen.

Zuviel uebertriebene Wertschätzung, Beachtung und uebermaessiges, unangebrachtes Lob ohne entsprechende Leistung ist auch schädlich und kann zum Narzissmus führen.

Kinder und Jugendliche, die keine gesunde Wertschaetzung erfahren haben, holen sich als Erwachsene diese Wertschätzung woanders, oftmals um jeden Preis und ohne Rücksicht auf andere = Narzissmus.

Das gelingt ihnen oft auch hervorragend.
Es auessert sich durch Egoismus (das eigene Ego wird zum zentralen Bedürfnis.)
Der / die betreffende braucht die Bewunderung und das Lob, (das er in der Kindheit vermisste) uebereifriges Hervortun, oft mit grosser Selbstüberschätzung , führt aber auch oft auch zu grossem Erfolg.
Da fallen mir einige Politiker ein....

Emphaty fuer Mitmenschen oder sogar die eigene Familie, bleibt bei diesen Menschen oft auf der Strecke.


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 Stefan Fleischer 11. September 2017 

@ marguerite

Vielleicht habe ich mich schlecht ausgedrückt. Natürlich weiss auch ich, dass Gott uns DIENEN WILL. Das habe ich selber ebenfalls erfahren. Etwas anderes aber ist es, wenn Gott uns ZU DIENEN HAT, wenn seine Hilfe uns zur Selbstverständlichkeit wird. Diese Tendenz beobachte ich nicht selten und manchmal leider sogar bei mir. Das ist es, was ich in meinem Kommentar anprangern wollte.


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 marguerite 11. September 2017 

der dienende gott

@stefan fleischer: ich habe gerade diese erschütterung, dass gott - GOTT! - uns dienen will als heilsam erfahren.


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 Joy 11. September 2017 
 

Tolle Analyse

vieler Probleme, die wir haben!
Kleine Anmerkung: Schon klar, wenn die gesamte Umgebung eines Kindes beim geringsten F... in Verzückung fällt, ist das einer gesunden Entwicklung nicht förderlich. Aber dennoch ist verdientes Lob und Begeisterung stärkend und motivierend und viel besser als Permakorrektur und Kritik - nur zur Sicherheit hier gesagt ;)


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 Stefan Fleischer 11. September 2017 

die Anerkennung von etwas Größerem

Ich weiss nicht, ob das wirklich genügt, um aus diesem Schlamassel heraus zu kommen. Auch das moderne Christentum, das Gott immer mehr einfach zu "etwas Grösserem" verkommen lässt, das uns in seine Liebe zu dienen hat, verstärkt eher diese Tendenz, als dass sie ihr wirksam entgegen tritt. Erst wenn Gott wieder als jener verkündet wird, der uns – gerade weil er uns liebt – entgegen tritt mit dem Anspruch: „Ich bin der Herr, dein Gott!“ kann – wenigstens so wie ich dies sehe und immer wieder erfahre – eine Besserung erwartet werden. "Gott zuerst!" Nur diese Einstellung kann den Narzismus heilen


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 [email protected] 11. September 2017 
 

Hochmut

Dann ist der Narzissmus eine Umschreibung von Hochmut als Gegenteil von Demut? Wenn ja, dann ist dies eine der sieben Hauptsünden, die die Kirche im Katechismus lehrt.


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