Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Das Problem der Intellektuellen mit der Wahrheit

15. August 2017 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Niemand hat ein größeres Problem mit der Wahrheit als die Intellektuellen - Diakrisis am Dienstag mit Sebastian Moll


Linz (kath.net)
Niemand hat ein größeres Problem mit der Wahrheit als die Intellektuellen. Diese Erkenntnis ist noch nie in solch erschreckender Klarheit zum Vorschein gekommen wie im 20. Jahrhundert. Die unbeschreiblichen Verbrechen jener Epoche sind mittlerweile jedem bekannt – jedenfalls die des Nationalsozialismus. Die Massenvernichtung menschlichen Lebens im Namen des sieben Jahrzehnte herrschenden Sozialismus hingegen wird bis heute von vielen nicht anerkannt oder sogar noch verteidigt. Zu diesem merkwürdigen Missverhältnis haben an vorderster Front die europäischen Intellektuellen beigetragen, insbesondere diejenigen Frankreichs.

Es ist daher bezeichnend, dass ausgerechnet ein französischer Autor, Jean-François Revel (1924-2006), diese Heuchelei im Jahre 1988, also noch vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, in seinem Buch Die Herrschaft der Lüge entlarvte: „Was die Überlegenheit des Intellektuellen über die restlichen Exemplare des Homo Sapiens ausmacht, das ist seine Tendenz, nicht nur aus Faulheit die Erkenntnisse zu vernachlässigen, über die er verfügt, sondern sie sogar absichtlich zu vernichten, wenn sie die Thesen, die er verbreiten will, stören. So glaubt man im allgemeinen, dass die Linksintellektuellen im Westen die wahre Natur der Sowjetunion noch lange nach Beginn unseres Jahrhunderts verkannten, da sie ja so erfüllt waren vom legitimen und großzügigen Vertrauen in die Qualitäten des neuen Regimes und dann von der stalinistischen Zensur und Propaganda getäuscht wurden.

Diese Erklärung ist falsch.“ In der Tat waren die Grausamkeiten der Gulags in den Gesellschaften des Westens bestens dokumentiert, doch Intellektuelle vom Schlage eines Sartre beschlossen, Stillschweigen darüber zu bewahren, um nicht der bösen kapitalistischen Propaganda Munition zu liefern. Zu Beginn der sowjetischen Revolution empfanden französische Gelehrte sogar Bewunderung für die Grausamkeiten der bolschewistischen Führung.


Wie Revel richtig ausführt, verziehen etwa Historiker wie Albert Mathiez (1874-1932) „den Bolschewiken ihre Massenexekutionen mit Hilfe der gleichen Argumente, mit denen sie die Schreckensherrschaft von 1793 und 1794 entschuldigen, ja rühmen.“
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem weltweiten Rückzug des Sozialismus hat dieser als Objekt der Bewunderung seitens der Intellektuellen weitgehend ausgedient, obwohl es natürlich immer noch jene gibt, die seinem Untergang nachtrauern, wie sich jüngst noch einmal an den Reaktionen auf den Tod des kubanischen Diktators Fidel Castro zeigte. Diese äußere Entwicklung hat aber mitnichten zu einer inneren Läuterung unserer Intellektuellen beigetragen, mit der Wahrheit tun sie nicht nach wie vor schwer. Während ich diese Zeilen schreibe, diskutiert Deutschland über die linken Gewaltexzesse in Hamburg rund um den G20-Gipfel. Man reibt sich verwundert die Augen. Nicht etwa über die brutalen Terroristen der linken Szene, die gab es schon immer, wenn auch vielleicht nicht in dieser Masse und Intensität.

Wundern muss man sich vielmehr, dass manche Politiker auch angesichts dieser Bilder noch immer leugnen, dass es so etwas wie linke Gewalt überhaupt gebe, da sich die Begriffe ‚links‘ und ‚Gewalt‘ gegenseitig ausschlössen. Dabei ist Gewalt schon immer Mittel revolutionärer Politik gewesen.

Letztlich geht es immer darum, dem politischen Gegner seinen Willen aufzuzwingen, und wenn dies mit friedlichen Mitteln nicht gelingt, greift man eben zur Gewalt, egal, welcher politischen Ideologie man anhängt. Der diffuse Hass der Linken auf die Reichen und Mächtigen kann ebenso leicht in Gewalt ausarten wie rechter Hass auf Fremde und Juden. Tatsächlich hat Gewalt auf der politischen Linken eine lange Tradition, da „wir doch alle wissen, dass schließlich ohne Gewalt nichts durchzusetzen ist“ (Friedrich Engels). Leider hat das Ausblenden der Wirklichkeit unter Linken eine ebenso lange Tradition.

Wie sagte ein ideologische Nachfahre Engels‘ mit Namen Lenin: „Die Wahrheit zu sagen, ist eine kleinbürgerliche Gewohnheit.“
Bereits 1895, vor dem Siegeszug des real existierenden Sozialismus, erkannte der französische Psychologe Gustave Le Bon (1841-1931) in seinem prophetischen Meisterwerk Psychologie der Massen die Lüge als den entscheidenden Erfolgsfaktor der sozialistischen Bewegung: „Die große Triebkraft der Völkerentwicklung war niemals die Wahrheit, sondern der Irrtum. Und wenn heute der Sozialismus seine Macht wachsen sieht, so erklärt es sich daraus, dass er die einzige Täuschung darstellt, die noch lebendig ist. Wissenschaftliche Beweisführungen können seine Entwicklung nicht aufhalten.

Seine Hauptstärke liegt darin, dass er von Köpfen verteidigt wird, die die Tatsachen der Wirklichkeit genügend verkennen, um es zu wagen, den Menschen kühn das Glück zu versprechen. Die soziale Täuschung herrscht heute auf allen Ruinen, die die Vergangenheit auftürmte, und ihr gehört die Zukunft. Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“

Mittlerweile sind der Sozialismus und dessen Spielarten nicht mehr ganz so lebendig und daher auch nicht mehr das Lieblingsobjekt linksintellektueller Wahrheitsverleugnung. Diese Rolle hat mittlerweile der überaus lebendige Islam eingenommen, was nach Grad der Verleugnung sogar noch eine Steigerung darstellt.

Michail Gorbatschow schrieb 1987 in seinem berühmten Buch Perestroika: „Einige sozialistische Länder machten in ihrer Entwicklung ernsthafte Krisen durch […] Ich möchte dazu bemerken, dass nicht der Sozialismus schuld an den Schwierigkeiten und Komplikationen in der Entwicklung der sozialistischen Länder war, sondern in erster Linie die Fehleinschätzungen der herrschenden Parteien.“ Die heutige Version dieses Satzes lautet: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Gnade uns Gott, wenn wir uns das nun die kommenden 70 Jahre anhören müssen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diakrisis

  1. Moderne Gnosis
  2. Polens Kirche und ein Geheimtipp
  3. Kann denn Lachen Sünde sein?
  4. Maskenzeit
  5. Die Kirche der Narren?
  6. Sternenlicht aus Bethlehem: eine Sehnsucht für 2018
  7. Das Christentum kennt keine Speiseverbote
  8. Die Kraft des Wortes
  9. Der Islam stellt eine Bedrohung für unseren freiheitlichen Staat dar
  10. Die „Homo-Ehe“ und der Grenzverlust







Top-15

meist-gelesen

  1. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz