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Ein Besuch bei Olav, Rex perpetuus Norvegiae

3. August 2017 in Familie, keine Lesermeinung
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Ein Bericht von einer ungewöhnlichen kath.net-Leserreise, eine Pilgerfahrt nach Norwegen und Besuch bei katholischen Diasporakatholiken - Von Linda Noé


Linz (kath.net)
Vom 23.-30. Juli 2017 waren wir in einer Gruppe von 36 Pilgern aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol auf KATH.NET Leserreise auf durch Norwegen unterwegs. Eine ungewöhnliche und sehr besondere Pilgerfahrt mit geistlicher Begleitung durch den wiener Diözesanpriester und Programmdirektor von Radio Maria Österreich, Andreas Schätzle.

Eine besondere Reise, weil durch ein Land, in dem nach seiner Christianisierung um das Jahr 1000 und seit der Einführung der lutherischen Lehre 1536 die katholische Kirche offiziell bis 1843 verboten gewesen ist. Bei der ursprünglichen Reiseplanung gar nicht bedacht war die Tatsache, dass wir uns genau zum Festtag des Heiligen Olav, Rex perpetuus Norvegiae - dem ewigen König Norwegens, an dessen Wallfahrtsort befinden würden – dank der himmlischen Vorsehung!

Aber von vorne.

Unsere gemeinsame Reise begann im südlich gelegenen Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Die regenreichste Stadt Europas zeigte sich uns allerdings in strahlendem Sonnenschein, so dass wir einen wunderbaren Blick vom Aussichtsberg Floyen genießen konnten. In der St. Pauls Kirche feierten wir die Heilige Messe mit der Gemeinde, die uns freundlich begrüßte und uns auch am nächsten Tag nochmals für die Morgenmesse ihre Gastfreundschaft gewährte. Dabei lernten wir auch die drei Schwestern der Mutter Theresa kennen, die vor Ort den Pfarrer unterstützen und unter anderem katechetische Aufgaben für die aus vielen Nationen stammenden Pfarreizugehörigen übernehmen, wobei die größte Gruppe aus Polen und Chile stammt.

Am Montag schlenderten wir durch das ehemalige Hanse-Viertel Bryggen und staunten über die wunderschöne Marienkirche, eine aus Naturstein erbaute romanische Basilika. Anschließend besuchten wir die Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters in Lyse. So wunderschön und herzerhebend die Landschaft dort war, so wehmütig stimmte es mich aber auch in diesen Tagen, immer wieder nur mehr Ruinen ehemaliger Klöster besuchen zu können. Eine gute Gelegenheit für unsere Gruppe aber, während unserer Busfahrten für die Kirche Norwegens und einen Neuaufbruch auch des klösterlichen Lebens zu beten!


Viele Kilometer per Bus und Fähre legten wir auch am dritten Tag zurück, an dem wir Richtung Norden zu den Fjorden aufbrachen. Die atemberaubend schöne Landschaft zeigte sich auch an diesem Tag wieder von ihrer sonnigsten Seite. Unglaublich beeindruckend waren die Unmengen an Wasser in Seen, Fjorden und Wasserfällen, die stolzen Gebirge und das viele Grün. Immer wieder sahen wir auch Schaf- und Ziegenherden, manchmal auch mitten auf der Straße :)

Den Geirangerfjord, der als einer der spektakulärsten Fjorde gilt, durchquerten wir mit der Fähre am Mittwoch, genossen den großartigen Ausblick darauf von der Adlerstraße und fuhren über die bekannteste Gebirgsstraße Norwegens, den Trollstigen, der über abenteuerlichste Serpentinen, durch zerklüftetes Gebirge und an unzähligen Wasserfälle vorbei führt, und auf dessen Anhöhe wir uns ein bisschen herumwandern und die Aussicht geniessen konnten. Die Vielfalt der norwegischen Landschaft setzte sich bei unserer nächsten Station fort, in der klimatisch milden Rosenstadt Molde, wo wir gleich nach Ankunft in der dortigen Kirche der Hl.Sunniva, einer irischen Heiligen, gemeinsam mit dem Pfarrer Marcelin Rediu die heilige Messe feiern und eine Zeit der Eucharistischen Anbetung halten durften. Dabei machte der liebenswerte junge Pfarrer keinen Hehl aus seiner großen Freude, eine katholische Gruppe mit drei Priestern begrüßen zu dürfen. Er selbst betreut drei Pfarreien, in denen sich die jeweils Menschen aus über 50 Nationen zusammenfinden. Über 60 Kilometer und eine Fahrt mit der Fähre liegen dazwischen, priesterliche Mitbrüder befinden sich nicht in seiner Nähe.

Nach der Heiligen Messe am Morgen wieder in St.Sunniva führte unser Weg uns über die Atlantikstraße an der Grenze von Festland und Atlantik über viele geschwungene Brücken mit einem atemberaubenden Ausblick aufs Meer. Auch hier waren wir reichlichst gesegnet mit traumhaftem Wetter, so dass einige von uns sich sogar ins ziemlich kühle, aber herrlich erfrischend klare Nass stürzten. Am Donnerstag Abend erreichten wir Trondheim, die letzte Station unserer Reise, die Stadt des Heiligen Olav.

Am Freitag morgen hieß es wieder zeitig aufstehen, um zu der erst im November 2016 neu geweihten St. Olavs- Kirche zu fahren, wo wir nach kurzer Verzögerung von Pfarrer Egil Mogstad, selbst Konvertit aus der evangelisch-lutherischen Kirche, herzlichst willkommen geheißen wurden.Eine Plakette mit dem Bild des Heiligen Johannes Paul erinnerte an seinen Besuch in den 80er Jahren, eine schöne Statue des Heiligen Olav, die an seinem Festtag am folgenden Tag gekrönt werden sollte, stellte neben dem großen Kreuz in der Mitte der Kirche einen eindrucksvollen Blickfang dar.

Danach führte uns unsere Reise zu einem weiteren Höhepunkt der Reise aus Pilgersicht: Stiklestad. Die Schlacht an diesem Ort im Jahr 1030, bei der der Heilige Olav fiel, stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der Christianisierung des Landes dar. Neben einem alten heute protestantischen Kirchlein gibt es dort auch eine orthodoxe Kapelle zu Ehren des Heiligen, die laut einer Inschrift davon zeugen möchte, dass zu Lebzeiten Olav´s die Kirche noch ungeteilt gewesen war. Unterwegs befassten wir uns näher mit der Geschichte des Heiligen und wurden berührt von dessen Wandel vom brutalen Krieger zum gläubigen Katholiken, der durch die Begegnung mit Christus so verwandelt wurde, dass das Land unter seiner Königsherrschaft zum ersten Mal in der norwegischen Geschichte christlich-katholisches Recht bekam, in dem der Schwache (Frauen, Knechte, Kinder...) Schutz vor dem Starken erlangte.

Nachdem wir in Munkeby eine weitere Ruine eines ehemaligen Zisterzienserklosters besucht hatten, erfüllte es nun mit besonderer Freude, das mit wohl 12-13 Schwestern lebendige Zisterzienserinnenkloster im auf einer Insel im Fjord gelegenen Tautra kennen zu lernen, wo wir gerade zur rechten Zeit auftauchten, um die Non (Mit Harfenbegleitung) auf norwegisch zumindest im Herzen :) mitbeten zu können.

Den Samstag verbrachten wir mit einem Rundgang durch das bunte Trondheim, dessen Stadtkern auf einer Halbinsel liegt, die im Norden vom Trondheimsfjord und im Osten und Süden vom Fluss Nidelven begrenzt ist. Unser Weg führte zuerst zum Nidarosdom, indem die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Olav gerade beginnen sollten, ein Teil der Gruppe genoss dann auch noch die Aussicht auf die Stadt von der alten Festung aus - wiederum ein Augenschmaus bei nach wie vor strahlend sonnigen Wetter! So lange anhaltend trockenes und sonniges Wetter wie wir in diesen Tagen erleben durften, erstaunte selbst die erfahrenste Reiseleitung vor Ort.

Den Tag beendeten wir mit der Heiligen Messe in der St. Olavskirche, in der wir nun die mittlerweile gekrönte Statue des Heiligen Olav sehen konnten. Zum würdigen Abschluss unserer eindrucksvollen Pilgertage durch Norwegen bekamen wir den Einzelsegen mit der Reliquie des Rex Perpetuus Norvegiae.

Heiliger Olav, bitte für uns!

Nächste Reise in den Norden: England 2018, vermutlich 2019 kath.net-Leserreise nach Schweden, Finnland, Norwegen mit Nordkap und Lofoten. Infos kommen!


Viele Fotos von der Reise auf kath.net-Instagram

Video. Grußbotschaft aus Trondheim




VIDEO vom Besuch bei den Schwestern im MARIAKLOSTER - NON











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