12 Juli 2017, 12:55
Schockenhoff kritisiert die 'Ehe für alle'-Entscheidung
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Ehe'
Freiburger Moraltheologe: Es sei in der Gesellschaft keineswegs eine Entkoppelung von Ehe und Familie zu sehen. Vielmehr soll der Missbrauch des Ehebegriffs dem „angeblichen Wandel der gesellschaftlichen Anschauungen erst zum Durchbruch verhelfen.

Freiburg (kath.net) Die „Ehe für alle“ sei ein „Missbrauch des Ehebegriffs“. Dies vertrat der Freiburger Professor für Moraltheologie, Eberhard Schockenhoff, im „Konradsblatt“. Es sei in der Gesellschaft keineswegs eine „Entkoppelung von Ehe und Familie“ zu sehen. Vielmehr lebten seit Jahrzehnten mehr als 75 Prozent aller Kinder bei ihren verheirateten Eltern. Der „Missbrauch des Ehebegriffs“ solle dem „angeblichen Wandel der gesellschaftlichen Anschauungen erst zum Durchbruch verhelfen“.

Werbung
messstipendien


Schockenhoff äußerte seine Sorge, dass sich nach dem Bundestagsbeschluss zugunsten der „Ehe für alle“ „der ökumenische Dissens im Eheverständnis, das bislang in seinen Kernelementen von beiden christlichen Kirchen gemeinsam vertreten wurde“, vertiefe.

Er wies darauf hin, dass die katholische Kirche bei ihrem Eheverständnis keine wesentlichen Abstriche machen könne, ohne die Weisungen Jesu aufzugeben. Seiner Einschätzung nach beruht das katholische Eheverständnis auf den Schöpfungserzählungen (Gen 1-2), auf die wiederum Jesus in einem Streitgespräch mit den Pharisäern zurückgreift (Mk 10,6). Dem entsprechend sei die Ehe eine unauflösliche Lebensgemeinschaft von Frau und Mann, offen für Zeugung und Erziehung von Kindern.

Der Freiburger Professor für Moraltheologie erläuterte im „Konradsblatt“ wörtlich: „Würde die Kirche an einem dieser Kennzeichen Abstriche vornehmen und etwa die Unauflöslichkeit der Ehe, ihre Zweigeschlechtlichkeit oder das Erfordernis ehelicher Treue und die Bereitschaft zum Kind zur Disposition stellen, würde sie dem Wort und der Weisung Jesu untreu, die ihrem seelsorglichen Handeln als oberste Richtschnur dienen sollen.“

Schockenhoff ist seit 2012 Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Foto Prof. Schockenhoff © www.kirchesite.de







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

„Tagespost“: 2018 könnte für den Papst das „verflixte Jahr“ werden (57)

Papst Franziskus lehnt pastorale Handreichung der DBK ab! (57)

'Kein Christ wird Bomben und Raketen gedankenlos bejubeln. Aber... ' (41)

Liturgischer Missbrauch bei der Eucharistie (35)

Holland: Katholiken veröffentlichen dramatischen Aufruf an Bischöfe (31)

Vatikanische Kommission regt eigene Frauen-Synode an (30)

Kreuze an Uni abgehängt: Papst-Botschafter rügt Österreichs Kirche (28)

Diözese Linz: Trauner Pfarre hat kein Problem mit Islam-Fundis (26)

Papst löst Priesterbruderschaft der heiligen Apostel auf (25)

BDKJ Köln: „Woelki sieht unsere Arbeit sehr kritisch“ (24)

Kein Franziskus-Effekt in den USA - Kirchenbesucherzahl sinkt (20)

Gehorsam, Zeugnis, Konkretheit (18)

Religionsunterricht vernebelt den Glauben (18)

Benedikt XVI. feiert 91. Geburtstag in kleinem Kreis (15)

Der finale Kampf um das Leben des kleinen Alfie (15)