16 Juni 2017, 15:00
Wenn Ansgar Mayer im Kaffeesatz liest
 
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Ansgar Mayer drischt in blinder Wut auf den erkannten Konkurrenten ein und macht sich dabei lächerlich - Ein Kommentar von Peter Winnemöller zu den Verbalentgleisungen des Kommunikationsdirektors des Erzbistums Köln

Köln (kath.net/pw)
Der Respekt wächst beim Lesen von Zeile zu Zeile. Was treibt den Medienchef eines der größten Bistümer Deutschlands, sich an einem kleinen, privat finanzierten Internetportal abzuarbeiten? Man vergleiche einmal die millionenschweren Medienaktivitäten der deutschen Bistümer (und des VDD) mit dem kleinen Linzer Portal. Das macht deutlich, was ein solcher Kommentar bedeutet.

Es wird unmittelbar die Keule gegen Rechts geschwungen. Anders scheint ein Angriff nicht möglich zu sein. „Eine Analyse habe ergeben...“, behauptet Mayer. Die Quelle nennt er nicht. War es sein morgendlicher Kaffeesatz? War der Kaffee womöglich schlecht? Weil die publizierten Artikel – teilweise schlicht Agenturmeldungen oder Korrespondentenberichte - nicht so recht angreifbar scheinen, bleibt es bei einem Seitenhieb. kath.net sei ein Kampagneportal, behauptet Mayer. Die Auswahl der Meldungen und Berichte sowie die Ausrichtung der Meinungsartikel entsprechen offensichtlich nicht seiner kirchenpolitischen Präferenz. Dennoch vermag er sie nur mit solch subtilen Unterstellungen anzugreifen.

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Der einzig echte Angriffspunkt ist für Mayer der Bereich für das Leserfeedback auf kath.net. Toll! Wegen einiger Kommentare rückt er kath.net in die Nähe von AfD und Pegida. Das ist lächerlich. Das ist hasserfüllt. Das ist möglicherweise sogar justiziabel. Es ist vor allem eines: Der verzweifelte Versuch, Aufmerksamkeit zu erlangen.

kath.net wird gelesen. Was auf kath.net steht, ist relevant und wird beachtet. Können das, abgesehen vom Domradio, die Medien des Erzbistums Köln auch von sich behaupten? Die KIZ, in der der Kommentar erschienen ist, wohl kaum. Die Leser der KIZ, soweit sie Internet haben, werden jetzt wohl erst einmal auf kath.net geschaut haben, was hier so schlimm ist. Wir heißen unsere neuen Leser herzlich willkommen. Und es ist noch keinem der Himmel auf den Kopf gefallen, der seine Bistumszeitung abbestellt hat und stattdessen kath.net mit einer kleinen Spende unterstützt.

Zur Zeit sind hier ungefähr 500 Nutzerkommentare online. Diese haben eine große Bandbreite. Es sind wahre Perlen darunter, die als Leserfeedback den Autor zum Nach-und Weiterdenken bringen. Und es gibt eben auch jene, bei denen es selbst den gutwilligsten Menschen gruselt. Auch die unerträgliche Meinung ist – sofern sie keine strafbaren Inhalte verbreitet – eine zu ertragende Meinung. kath.net macht das möglich. Mayer tut sich schwer damit. Was macht der noch gleich beruflich? Achja, Kommunikation.

Auch sein Kommentar ist ein Meinungsartikel. Die Meinung von Ansgar Mayer ist ebenfalls zu ertragen. Es fällt denkbar schwer. Dem Leiter der Hauptabteilung Medien und Kommunikation fällt es leichter, zuweilen dezidiert kirchenfeindliche Berichte und Kommentare der weltlichen Presse zu akzeptieren, als kritisch-katholische Artikel auf kath.net.

Das privat finanzierte katholische Portal, welches von zahlreichen Bischöfen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Rom sehr geschätzt wird, ist ihm zuwider. Beides spricht für sich und muß nicht kommentiert werden.

Bleibt noch der Vorwurf, Feindbilder zu pflegen, darunter auch sein eigener Erzbischof. Dabei verschweigt Mayer die Wertschätzung, die der Vorgänger des amtierenden Erzbischofs dem Portal entgegen brachte. Es gibt kein Feindbild Kardinal Woelki. So eine Behauptung ist absurd. Der zuweilen unerträgliche Populismus des Kardinals darf allerdings sehr wohl kritisiert und diskutiert werden. Ebenso wird über den Einsatz des Kardinals für den Schutz des menschlichen Lebens sehr positiv berichtet. Gäbe es ein Feindbild, wäre das wohl nicht möglich.

Ein Feindbild anderer Art ist allerdings sehr wohl auszumachen. Auf dem Sektor kirchlicher Medien existiert so etwas in der Tat. Einer großen Zahl von Medienschaffenden in den deutschen Bistümern ist eines Gemeinsam: Der Hass auf kath.net. Zuweilen werden auch die katholischen Blogger noch mit genannt. Um die Bloggerszene in Deutschland ist es still geworden. Wenn die Kirche solches Ehrenamt nicht schätzt, dann stirbt es. In den USA blüht es. Man kann eben seine Freizeit besser verbringen, als zugleich gegen säkulare Medien und millionenschwere Medienaktivitäten der eigenen Kirche anzuschreiben.

Genau diese teueren Medienaktivitäten sind das Problem. Keines der von Mayer als seriös bezeichneten Medien erreicht eine solche Aufmerksamkeit wie das kleine Portal aus Österreich. Wer wissen will was im Vatikan läuft, schaut hier nach und nicht in kirchensteuerfinanzierten Medien. Das ist der Punkt.

So mancher Pressesprecher hat schon allein oder im Verbund mit anderen beschlossen, das Portal nachrichtenmäßig auszuhungern. Vergeblich! Die Meldungen und Kommentare des Portals werden in Ordinariaten, Pfarreien und Verbänden gelesen. Ansgar Mayer und kath.net werden wohl nie Freunde werden. Das wäre vielleicht sogar grundverkehrt. Konkurrenz, so sagt man, belebt das Geschäft.

Kooperation ist möglich. Viele gute Beispiele zeigen das. Mayer allerdings drischt in blinder Wut auf den erkannten Konkurrenten ein und macht sich dabei lächerlich. Mit seinem Kommentar hat er sich einen Bärendienst erwiesen. Man kann einen Medienchef, der so die Beherrschung verliert, wohl nicht allzu ernst nehmen.

Foto Peter Winnemöller










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