26 Mai 2017, 13:00
Gedächtnis – Gebet – Mission
 
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Franziskus in Santa Marta: Die Topografie des christlichen Lebens in Freude. Galiläa, Himmel und Welt. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Schrift, so Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe am Freitag der sechsten Osterwoche, verweist auf drei Worte, auf drei Bezugspunkte des christlichen Weges. Das erste Wort sei „Gedächtnis“. Der auferstandene Jesus trage seinen Jüngern auf, ihn Galiläa zu verkündigen: dort habe die erste Begegnung mit dem Herrn stattgefunden. Und „ein jeder von uns hat sein Galiläa“, wo Jesus sich zum ersten Mal gezeigt habe, wo wir ihn kennengelernt hätten und „diese Freude hatten, diese Begeisterung, ihm nachzufolgen“: „um ein guter Christ zu sein, ist es notwendig, immer das Gedächtnis der ersten Begegnung oder der darauffolgenden Begegnungen mit Jesus zu bewahren“. Es sei dies „die Gnade des Gedächtnisses, die mir im Moment der Prüfung Gewissheit schenkt“.

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Als zweiten Bezugspunkt hielt Franziskus das Gebet fest. Als Jesus in den Himmel auffahre, habe er sich nicht von uns getrennt: „leiblich ja, doch er ist immer verbunden mit uns, um für uns Fürsprache zu halten. Er zeige dem Vater die Wunden, den Preis, den er für uns, für unser Heil bezahlt habe. Daher müssten wir „um die Gnade bitten, den Himmel zu betrachten, die Gnade des Gebets, die Beziehung mit Jesus im Gebet, der uns in diesem Moment hört, mit uns ist“:

„Dann ist da ein drittes Wort: die Welt. Bevor Jesus fortgeht – wir haben es gestern im Evangelium von Christi Himmelfahrt gehört – sagt er zu seinen Jüngern: ‚Geht in die Welt, macht alle Menschen zu meinen Jüngern’. Geht: der Platz des Christen ist die Welt, um das Wort Jesu zu verkünden, um zu sagen, dass wir gerettet sind, dass er gekommen ist, um uns die Gnade zu schenken, um uns alle zusammen mit ihm vor den Vater zu bringen“.

Dies, so der Papst, „ist die Topografie des christlichen Geistes“, die drei Bezugspunkte in unserem Leben: Gedächtnis, Gebet, Mission, und die drei Worte für unseren Weg: Galiläa, Himmel und Welt:

„Ein Christ muss sich in diesen Dimensionen bewegen und um die Gnade des Gedächtnisses bitten: 'Dass ich nicht den Augenblick vergesse, in dem zu mich erwählt hast, dass ich nicht die Momente vergesse, in denen wir uns begegnet sind’. Dann beten, auf den Himmel blicken, denn er ist dort, um für uns Fürsprache zu halten. Er hält Fürsprache für uns. Und dann auf Mission gehen. Das heißt nicht, dass alle ins Ausland gehen müssen. Auf Mission gehen heißt, Leben und Zeugnis vom Evangelium geben, es heißt, die Menschen wissen zu lassen, wie Jesus ist. Und das mit dem Zeugnis und mit dem Wort, denn wenn ich sage, wie Jesus ist, wie das christliche Leben ist und dann lebe wie ein Heide, nützt dies nichts. Die Mission funktioniert nicht“.

Wenn wir dagegen im Gedächtnis, im Gebet und auf Mission leben, so Franziskus abschließend, werde das christliche Leben schön und auch freudig sein:

„Und das ist der letzte Satz, den Jesus uns heute im Evangelium sagt: ‚An jenem Tag, an dem Tag, an dem ihr das christliche Leben so lebt, werdet ihr alles wissen und niemand wird euch eure Freude nehmen können’. Niemand, denn ich habe das Gedächtnis, die Erinnerung an die Begegnung mit Jesus, ich habe die Gewissheit, dass Jesus im Himmel in diesem Augenblick für mich Fürsprache hält, dass er bei mir ist, und ich bete und habe den Mut zu sprechen, aus mir herauszugehen und zu den anderen zu sprechen und Zeugnis zu geben mit meinem Leben, dass der Herr auferstanden ist, dass er lebt. Gedächtnis, Gebet, Mission. Der Herr schenke uns die Gnade, diese Topografie des christlichen Lebens zu verstehen und voll Freude vorwärtszugehen, voll jener Freude, die uns niemand nehmen können wird“.

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